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Schuppenflechte: Diese Therapien helfen bei Psoriasis

Psoriasis frühzeitig erkennen  

Schuppenflechte: Diese Therapien können helfen

Von Nicole Sagener

05.02.2020, 13:27 Uhr
Schuppenflechte: Diese Therapien helfen bei Psoriasis. Schuppenflechte: Oft bilden sich große weiße Schuppen an den entzündeten Hautpartien. (Quelle: Getty Images/helivideo)

Schuppenflechte: Oft bilden sich große weiße Schuppen an den entzündeten Hautpartien. (Quelle: helivideo/Getty Images)

Wer eine Schuppenflechte hat, leidet oft unter entzündeter, schuppiger Haut und Juckreiz. Doch auch Sehnen oder Gelenke können betroffen sein. Verschiedene Behandlungsformen können helfen.

Was ist eine Schuppenflechte?

Rissige, gerötete Hautstellen, die jucken, brennen, schmerzen und stark schuppen: Das können Anzeichen einer Schuppenflechte sein, auch Psoriasis genannt. Die Erkrankung ist nicht heilbar und verläuft chronisch. Symptome wie etwa Juckreiz sind in manchen Phasen besonders ausgeprägt und können dann wieder abebben oder sogar verschwinden.

Was viele allerdings nicht wissen: Die Psoriasis ist keine reine Hauterkrankung. Auch ganz andere Symptome wie Gelenkschmerzen oder Entzündungen an den Sehnen können auf die Erkrankung hindeuten. "Bei der Schuppenflechte handelt es sich um eine Immunerkrankung, das heißt, der Körper bekämpft die eigenen Zellen – und das nicht nur in der Haut", erklärt der Hautarzt Dr. Dirk Meyer-Rogge. Ist eine Psoriasis erkannt, gibt es je nach Art der Symptome verschiedene Möglichkeiten der Therapie. Selbst in schweren Fällen lässt sich der Leidensdruck der Betroffenen mithilfe von Medikamenten mittlerweile deutlich lindern.

Symptome der gewöhnlichen Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris)

Bei hautgesunden Menschen schuppen sich die Hautzellen etwa alle acht Wochen, bei Menschen mit Schuppenflechte läuft dieser Prozess bis zu zehnmal schneller ab. Bei vielen Betroffenen entstehen schnell große, dicke Schuppen, die sich bei manchen Patienten nur auf der Kopfhaut finden. Häufig finden sich zudem rote, entzündete und juckende Stellen auf der Haut.

  • Weißlich bis silbrig glänzende Schuppen, die sogenannten Plaques
  • Juckreiz – wie der vom griechischem Begriff psora (Juckreiz) abgeleitete Name Psoriasis verdeutlicht
  • Rissige, entzündete, gerötete Hautbereiche (Exantheme), die herdförmig sind
  • Diese Bereiche sind rot umrandet und von der gesunden Haut deutlich abgegrenzt – ein Unterschied zur Neurodermitis.
  • Die einzelnen Herde können unterschiedlich groß sein. 
  • Betroffen ist oft die Kopfhaut sowie die Haut an Ellenbogen und Knien, hinter den Ohren oder in der Analregion.

Manche Betroffene haben nur sehr leichte Symptome und wissen ein Leben lang gar nicht, dass sie eine Schuppenflechte haben. Andere hingegen leiden an schweren Formen der Erkrankung und entwickeln im Laufe der Zeit weitere Symptome, die in bestimmten Fällen beispielsweise denen von Rheuma ähneln können.

Psoriasis-Patienten leiden auch deutlich häufiger unter Herzerkrankungen, Diabetes, Fettstoffwechselerkrankungen und psychischen Erkrankungen. "Selbst bei der kognitiven Leistungsfähigkeit können Schuppenflechte-Patienten in Studien schlechter abschneiden", erläutert der Hautarzt Meyer-Rogge. 

Schuppenflechte: Auch die Haut auf den Händen kann betroffen sein.. (Quelle: Getty Images/Iri-s)Schuppenflechte: Auch die Haut auf den Händen kann betroffen sein. (Quelle: Iri-s/Getty Images)

Weitere Formen der Schuppenflechte

Wichtig zu wissen: Auch Entzündungen an Sehnen oder Gelenken sind bei den Betroffenen häufig. Jeder vierte bis sechste Schuppenflechte-Patient hat eine Psoriasis Arthritis, die sich in entzündlichen Gelenkschwellungen äußern kann. Hierbei findet der gleiche Prozess, der bei Schuppenflechte auch in der Haut abläuft, in der Gelenkhaut statt.  Auch ein Fersensporn oder eine Achillessehnenreizung können Symptome einer Schuppenflechte sein.

Bei der seltener vorkommenden Psoriasis geographica wachsen die Herde der Schuppenflechte großflächig zusammen. Haben die Herde eher die Größe und Form von Streichholzköpfen, liegt möglicherweise eine Psoriasis punctata vor. Die ebenfalls selten auftretende Form Psoriasis pustulosa ist durch eitrige Pusteln gekennzeichnet, die häufig an den Handinnenflächen oder den Fußsohlen auftreten. 

Diagnose und Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Die Schuppenflechte juckt weniger als etwa eine Neurodermitis. Charakteristisch sind – im Unterschied zur Neurodermitis – auch die von den gesunden Hautpartien klar abgegrenzten Entzündungsherde. Im Zweifel kann der Dermatologe auch eine kleine Gewebeprobe am Kopf entnehmen und im Labor untersuchen lassen. Oftmals tritt die Psoriasis während der Pubertät zum ersten Mal auf. 

Die besondere Form der Psoriasis Arthritis wird eher durch eine Ausschlussdiagnose erkannt. Es muss also erst eine Untersuchung auf Rheumafaktoren vorgenommen werden um auszuschließen, dass die Beschwerden von Rheuma herrühren.

Auslöser für Psoriasis

Die Ursachen für die Schuppenflechte sind bislang nicht vollständig erforscht. Sicher ist, dass sie vererbt wird – die Veranlagung allein muss aber noch nicht den Ausbruch der Erkrankung bedeuten. Kommen bestimmte Faktoren wie Stress, Infekte oder Verletzungen hinzu, kann das die Erkrankung auslösen. Dann attackiert das Immunsystem irrtümlich körpereigene Zellen.

"Bei den Betroffenen laufen Entzündungsprozesse im Körper anders ab als bei gesunden Menschen. Darum bricht die Schuppenflechte häufig zuerst bei Jugendlichen in der Pubertät aus, die oft vereiterte Mandeln haben", weiß der Dermatologe Meyer-Rogge. Das körpereigene Abwehrsystem greife bei ihnen nicht nur die Bakterien an, sondern auch die eigene Haut. 

Zudem bricht die Erkrankung auch häufig bei Menschen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren aus. Ein Trigger können hier Medikamente gegen Bluthochdruck sein, die ältere Menschen häufiger nehmen. Meist kann der Kardiologe dann auf ein anderes Medikament umstellen.

 Dr. med. Dirk Meyer-Rogge ist niedergelassener Hautarzt in Karlsruhe mit den Schwerpunkten klassische Dermatologie und Ästhetik. Er ist unter anderem Mitglied im Berufsverband der Dermatologen, in der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie und im Verein Onkoderm e.V., einem Fachärzte-Netzwerk gegen Hautkrebs.


Behandlung mit Cremes, UV-Licht oder Biologika

Die Schuppenflechte ist zwar nicht heilbar, aber mittlerweile auch in schweren Fällen gut behandelbar. Äußerliche Medikamente wie Cremes mit Vitamin D3 oder Kortisonsalben mit entzündungshemmenden Wirkstoffen unterdrücken das für die starke Hautschuppung verantwortliche schnelle Zellwachstum. 

Bei mittelschweren Verläufen kann der Wirkstoff Methotrexat (MTX) gespritzt werden, der auch häufig bei Krebserkrankungen eingesetzt wird. Seit einigen Jahren können auch Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte deutlich besser behandelt werden. Zum Einsatz kommen dann sogenannte Biologika, die in die Immunabwehr der Zellen einwirken.

Grundsätzlich kann auch die Bestrahlung mit UV-Licht die Entzündungen hemmen. Darum ist die Schuppenflechte im Sommer oft deutlich leichter ausgeprägt als in den Wintermonaten oder verursacht überhaupt keine Beschwerden. Als therapeutische Maßnahme bietet sich auch eine sogenannte Photo-Solebehandlung an, bei der die UV-Bestrahlung mit Wasserbädern mit hohem Salzgehalt kombiniert wird. Dermatologe Meyer-Rogge betont allerdings: "Das alles kann die Entzündung hemmen, aber wann die Symptome wiederkehren – ob in einigen Wochen, Monaten oder gar Jahrzehnten – lässt sich nicht vorhersagen."

Selbsthilfe und Ernährung

Bestimmte Faktoren verstärken die Schuppenflechte: Das gilt besonders für das Rauchen. "Auch Rotwein und der Geschmacksverstärker Glutamat fördern bei vielen Patienten die Schuppenflechte. Davon abgesehen können Betroffene mit der Ernährung aber keinen wesentlichen Einfluss auf die Erkrankung nehmen", sagt der Dermatologe Dirk Meyer-Rogge. 

Manche Experten raten bei einer leichten Schuppenflechte, zur Linderung des Juckreizes die betroffenen Hautstellen mit verdünntem Apfelessig abzutupfen. Dirk Meyer-Rogge empfiehlt vor allem, die Haut regelmäßig mit Feuchtigkeitslotionen einzucremen. Dies könne die Symptome lindern, unterdrückt werde die Schuppenflechte dadurch aber nicht, meint der Hautarzt und mahnt zudem: "Schuppen sollte man keinesfalls von der Haut kratzen, weil es dadurch zu kleinen Verletzungen kommt, die die Schuppenflechte noch verstärken." Betroffene sollten stattdessen bei verdächtigen Symptomen zum Hautarzt gehen.

Verwendete Quellen:
  • Deutscher Psoriasis Bund e.V. (DPB)
  • Techniker Krankenkasse
  • Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e.V.
  • Deutsche Dermatologische Gesellschaft: S3-Leitlinie "Therapie der Psoriasis vulgaris"
  • Eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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