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Wenn Hämorrhoiden bluten: Ursachen und Behandlung

Blut im Stuhl  

Wenn Hämorrhoiden bluten: Ursachen und Behandlung

08.07.2019, 15:58 Uhr | t-online.de, ms

Wenn Hämorrhoiden bluten: Ursachen und Behandlung . Hellrotes Blut im Stuhl deutet meist auf Hämorrhoiden hin. (Quelle: Getty Images/ g-stockstudio)

Hellrotes Blut im Stuhl deutet meist auf Hämorrhoiden hin. (Quelle: g-stockstudio/Getty Images)

Tabu-Thema Hämorrhoiden – fast jeder dritte Erwachsene leidet an der Erkrankung, doch laum einer spricht gern darüber. Belastend werden die lästigen Gefäßpolster  vor allem dann, wenn sie Beschwerden wie Blutungen beim Stuhlgang auslösen. 

Auch wenn der Anblick im ersten Moment schockt – blutende Hämorrhoiden sind meist harmlos. Doch man sollte die Symptome auf jeden Fall ernstnehmen, da sie unterschiedliche Ursachen haben können. Erfahren Sie hier, was Blut im Stuhl bedeuten kann, warum Hämorrhoiden bluten und wie Sie die Blutung am After stillen können. 

Welche Ursachen kann Blut im Stuhl haben?

Nicht nur Hämorrhoiden können Blutungen im Analbereich auslösen. Für Blut im Stuhl gibt es mehrere Ursachen. Dazu zählen Erkrankungen im oberen, mittleren und unteren Verdauungstrakt. So können Magen-Darm-Geschwüre, eine gereizte Magenschleimhaut, Lebererkrankungen, bestimmte Medikamente, häufiges Erbrechen oder Magenkrebs Blutungen im oberen Verdauungstrakt auslösen.

Für Blutungen im mittleren und unteren Verdauungstrakt können Krankheiten wie Tumore im Dünn- oder Dickdarm, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Darmpolypen, Infektionen und bakterielle Entzündungen oder Verschlüsse der Darmgefäße verantwortlich sein. Auch schmerzhafte Afterrisse oder  Analfissuren sind häufige Ursachen für Blut im Stuhl.  

Warum bluten Hämorrhoiden? 

Hämorrhoiden lösen vor allem dann Blutungen aus, wenn die Erkrankung fortgeschritten ist. Denn bei Hämorrhoidalleiden des Schweregrades drei und vier stülpen sich die Gefäßpolster aus dem Enddarm nach außen. Aufgrund von Juckreiz, Reibung, starkem Pressen während des Stuhlgangs lösen sie häufig Blutungen aus. Nach innen gestülpten Hämorrhoiden hingegen verursachen nur selten Blut im Stuhl.

Hämorrhoiden können außerdem den Analkanal blockieren, so dass sie durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang platzen. Das kann bei Verstopfung leicht passieren. Die Venen haben dann keine Zeit das Blut in den Gefäßen abfließen zu lassen. Das Blut kann am Toilettenpapier, in der Toilette oder im Stuhl vorgefunden werden. Dauern die Blutungen länger an, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. 

Sind Blutungen beim Stuhlgang gefährlich? 

Blutungen während des Stuhlgangs müssen nicht immer gefährlich sein. Man sollte sie jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Generell gilt hellrotes bis rosafarbenes Blut eher als ungefährlich. Bei dunklem oder gar schwarzem Blut sowie Schmerzen im Afterbereich sollte sofort ein Arzt kontaktiert werden, da es sich um schwerwiegende Probleme des Magen-Darm-Trakts wie innere Blutungen handeln könnte.

Bei ausgetretenen Hämorrhoiden kann es außerdem zu einer sogenannten Inkarzeration kommen. Das bedeutet, dass die Schwellkörper im Analkanal des Afters eingeklemmt werden. Dadurch staut sich Blut in den Gefäßen an und der Blutfluss verlangsamt sich. Das kann im schlimmsten Fall zu einer Thrombose führen. Wenn Hämorrhoiden stark und häufig bluten, kann auf Dauer sogar eine anhaltende Blutarmut entstehen, die mit Symptomen wie Müdigkeit und Schwindel einhergeht. Die meisten Blutungen während des Stuhlgangs sind jedoch ungefährlich. Dennoch sollten Sie die Symptome immer mit einem Arzt besprechen.

Hämorrhoiden-Blutung stoppen

Um die Blutung bei Hämorrhoiden zu stoppen, können spezielle Salben und Cremes, welche die Blutgefäße zusammenziehen, angewendet werden. Auch Aloe Vera hilft sehr gut bei der Wundheilung. Bei blutenden Hämorrhoiden ist es außerdem wichtig kein herkömmliches Toilettenpapier beim Stuhlgang zu verwenden. Denn dieses kann Folgendes auslösen: Die Hämorrhoiden bluten stark, wenn nicht sogar stärker als zuvor.

Stattdessen sollten Sie feuchtes Toilettenpapier benutzen und beim Abputzen besser sanft tupfen statt abwischen. Außerdem reinigt feuchtes Toilettenpapier den After gründlicher und senkt im Falle eines Hämorrhoidalleidens das Infektionsrisiko. Ein weiterer Tipp gegen die Blutungen ist Kälte. Wickeln Sie eine Kompresse mit einem Eisbeutel auf den Analbereich für höchstens zehn Minuten. Die Kälte zieht die Blutgefäße zusammen und verhindert, dass die Gefäßpolster zu bluten anfangen. 

Blutende Hämorrhoiden behandeln

Um blutende Hämorrhoiden richtig zu behandeln, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, der eine ausführliche Diagnose erstellt. Er wird klären, ob der Patient blutverdünnende Medikamente einnimmt oder Anzeichen einer krankhaften Blutungsneigung, wie häufig auftretende blaue Flecken oder Nasenbluten, hat. Für die Behandlung kommen meist Salben mit Adstringenzien, das sind blutstillende, entzündungshemmende und antibakterielle Wirkstoffe, zur Anwendung. Doch auch Sitzbäder, Zäpfchen oder einfache Hausmittel können die Beschwerden und Schmerzen des Hämorrhoidalleidens lindern. Sollte keiner dieser Behandlungsmethoden anschlagen, muss eine operative Behandlung der Hämorrhoiden in Betracht gezogen werden. 

Wovon die Dauer der Blutung abhängt 

Hämorrhoiden lösen Blutungen vor allem während des Stuhlgangs oder durch äußere Reize aus. In der Regel reguliert der Körper die Wundheilung bei blutenden Hämorrhoiden von alleine, so dass die Blutung mit der Zeit von selbst weggeht. Solange die Hämorrhoiden jedoch nicht verschwunden sind, werden immer wieder Blutungen auftreten. Daher sollten betroffene die Beschwerden so früh wie möglich mit einem Arzt abklären. Generell gilt: Je härter der Stuhl ist, desto stärker ist die Blutung. Sie sollten deshalb auf eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten und beim Stuhlgang nicht zu stark pressen. Blutet der Patient ohne bestimmten Grund am After, stecken meist andere Ursachen dahinter. Hier sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. 

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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