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Künstliche Fingernägel begünstigen Nagelpilz

Gefährlicher Beauty-Trend  

Künstliche Fingernägel begünstigen ansteckende Krankheit

05.07.2019, 13:31 Uhr | ag, t-online.de

Künstliche Fingernägel begünstigen Nagelpilz. Shellac und Acryl verleihen Fingernägeln ein gepflegtes Aussehen. Doch ist der Lack ab, gibt es mitunter ein böses Erwachen.  (Quelle: Getty Images/ Flufi)

Shellac und Acryl verleihen Fingernägeln ein gepflegtes Aussehen. Doch ist der Lack ab, gibt es mitunter ein böses Erwachen. (Quelle: Flufi/Getty Images)

Nagelstudios haben regen Zulauf. Besonders beliebt sind Shellac und Gel-Lacke, die bis zu vier Wochen Doch sie können Infektionskrankheiten wie Nagelpilz begünstigen oder Allergien auslösen. Daher rät die Techniker Krankenkasse (TK): "Finger weg von künstlichen Nägeln." 

Eine Nagelmodellage birgt immer ein gewisses Infektionsrisiko. Denn zwischen Natur- und Kunststoffnagel bilden sich schnell Ritzen und Hohlräume. Durch sie können  Bakterien und Pilze den Nagel befallen und Schäden hervorrufen.

Die unsichtbare Gefahr unter der Lackschicht

Die angeraute und aufgeweichte Hornhautstruktur bietet für eindringende Keime und Pilze einen idealen Nährboden. Nach außen hin ist eine Infektion nicht erkennbar. Daher bleibt der Nagelpilz zunächst unentdeckt und kann sich ungehindert ausbreiten. Es fällt nicht auf, dass sich der natürliche Nagel verfärbt und seine Struktur ändert. Der Pilzbefall wird erst dann offensichtlich, wenn die Nägel wieder abgenommen werden oder Schmerzen und Rötungen auftreten.

Kunstnägel schaden den Fingernägeln noch auf andere Art. Sie verhindern, dass Sauerstoff an an den Nagel gelangt und führen zu einer Verdünnung der Hornschicht. Wenn die Kunstnägel befestigt und ausgehärtet werden, entstehen zusätzlich Dämpfe, die eine Kontaktallergie, eine sogenannte Acrylat-Allergie, auslösen können. Diese führt manchmal zu Schwellungen und Hautausschlägen im Gesicht und an den Händen. 

Nagelpilz ist ansteckend

Ein Nagelpilz ist unangenehm und seine Behandlung langwierig. Darüber hinaus besteht immer das Risiko, andere Menschen anzustecken. "Menschen, die in Berufen arbeiten, in denen Händehygiene wichtig ist, zum Beispiel Küchen-, Pflege-, und medizinisches Personal, sollten von künstlichen Fingernägeln Abstand nehmen", rät die TK. Die Gefahr von Keimbesiedelung durch die Verletzung des Nagels sei höher als mit Naturnägeln.

Auslöser für die Infektion ist meist der Pilz Trichopyton. Seine Sporen sind besonders hartnäckig und verbreiten sich schnell. Wäschestücke, die mit dem Pilz in Kontakt kommen, sollten mit 90 Grad Celsius gewaschen werden. Denn sie überleben noch bei 60 Grad Celsius. 

Wie erkennt man einen Nagelpilz?

Von der verdickten Nagelplatte bis zu ersten leichten gelb-weißlichen Verfärbungen kann der Nagelpilz zahlreiche Ausprägungen annehmen. Schreitet die Infektion fort, intensivieren sich die Verfärbungen. Beim Schneiden der Nägel bröseln die Schnittstellen auseinander. Auch die Nagelhaut kann betroffen sein und Rötungen ausweisen. Kommt es zu nachfolgenden Hautinfektionen, geschädigtem Gewebe, Juckreiz und Abgeschlagenheit ist es höchste Zeit für den Gang zum Arzt.

Ist der Pilz bereits in die Nagelmatrix, die Wachstumszone des Nagels, vorgedrungen, wird auch der nachwachsende Nagel umgehend infiziert. Ein Herauswachsen des Pilzes ist dann nicht mehr möglich. In diesem Fall müssen spezielle Tabletten eingenommen werden. Doch auch dann kann die Behandlung bis zu einem Jahr dauern. Bleibt Nagelpilz unbehandelt, kann sich der Nagel mit der Zeit zersetzen und abbröseln.

Die richtige Wahl des Nagelstudios 

In Nagelstudios besteht immer die Gefahr, sich eine Pilzinfektion zu holen. Durch Schleifstäube, die bei der Bearbeitung der Nägel freigesetzt werden, können sich Pilzsporen leicht verbreiten. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Werkzeuge zwischen den Kunden nicht oder nur unzureichend gründlich desinfiziert werden. 

Wer dennoch nicht auf Kunstnägel verzichten will, sollte ein Nagelstudio auswählen, in dem Hygiene großgeschrieben ist. Vor einer Modellage sollten immer die Hände desinfiziert werden, die Arbeitsmaterialien und Werkzeuge sollten ebenfalls desinfiziert sein und der Arbeitsplatz sollte vor und nach der Arbeit sorgfältig gereinigt werden.


Verwendete Quellen:
  • Techniker Krankenkasse
  • Eigene Recherchen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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