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Plötzlichem Herztod geht oft ein stummer Infarkt voraus

Aktuelle Studie  

Plötzlichem Herztod geht oft stummer Infarkt voraus

16.07.2019, 15:48 Uhr
Plötzlichem Herztod geht oft ein stummer Infarkt voraus. Herzinfarkt: Finnische Forscher entdeckten, dass ein Großteil der untersuchten Fälle an plötzlichem Herzversagen aufgrund einer koronaren Herzkrankheit starben – ohne von der Erkrankung zu wissen.  (Quelle: Getty Images/Wildpixel)

Herzinfarkt: Finnische Forscher entdeckten, dass ein Großteil der untersuchten Fälle an plötzlichem Herzversagen aufgrund einer koronaren Herzkrankheit starben – ohne von der Erkrankung zu wissen. (Quelle: Wildpixel/Getty Images)

Eine Gruppe finnischer Forscher hat herausgefunden, dass fast der Hälfte der plötzlichen Herztode ein unbemerkter Infarkt vorausgeht. Es gibt einige Risikoanzeichen für die Erkrankung. 

Einem plötzlichen Herztod geht oft ein unbemerkter Infarkt voraus. Das hat eine finnische Studie herausgefunden, die die Autopsieberichte und Krankengeschichten von 5.869 Patienten ausgewertet hat. 

Stille Infarkte geschehen unbemerkt

Die Forscher entdeckten, dass rund 70 Prozent der untersuchten Fälle an plötzlichem Herzversagen aufgrund einer koronaren Herzkrankheit starben – ohne von der Erkrankung zu wissen. 

Wiederum rund 42,4 Prozent dieser Fälle zeigten bei der Autopsie Anzeichen unbemerkter, sogenannter stiller, Herzinfarkte. Hinweis darauf gibt Narbengewebe auf dem Herzmuskel – das aber erst nach dem Tod der Patienten entdeckt wurde.

Ansonsten blieben die stillen Infarkte aber unbemerkt. Dabei erhöhen sie das Risiko für einen plötzlichen Herztod und Herzversagen bei Patienten. Akute Myokardinfarkte sind, wenn sie erkannt werden, hingegen mittlerweile gut behandelbar. 

Ungewöhnliche EKGs bei stillen Infarkten

Die finnische Untersuchung zeigt, dass Patienten, die stille Infarkte erlitten hatten und an plötzlichem Herztod gestorben sind 

  • im Durchschnitt älter und
  • eher männlich waren,
  • ein höheres Herzgewicht aufwiesen und
  • eher Diabetiker waren als Menschen in der Kontrollgruppe. 

Die Forscher fanden außerdem heraus, dass EKGs von Patienten, die stille Infarkte erlitten hatten, öfter Unregelmäßigkeiten aufwiesen. Die Studienautoren empfehlen deshalb, Hochrisikopatienten mit EKGs zu untersuchen und bei Auffälligkeiten MRTs und Echokardiografie zur Abklärung von Herzerkrankungen einzusetzen. 

Wie die Forscher Daten erhoben 

In der Studie verglichen die Forscher Autopsieberichte, klinische Merkmale und EKG-Werte von Patienten der Finnish Genetic Study of Arrhythmic Events (Fingesture). Der Großteil der untersuchten Personen war männlich und Mitte sechzig. Das Forscherteam hatte Zugang zu Krankenakten, EKGs und Fragebögen von Angehörigen der Verstorbenen. 



Die große Menge an Patientendaten ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass in Finnland Autopsien bei allen unerwarteten Todesfällen verpflichtend durchgeführt werden. Experten weisen darauf hin, dass durch die lange Studiendauer und wechselnde Pathologen Daten jedoch verzerrt sein könnten. 

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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