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Morbus Bechterew – sieben häufige Begleiterkrankungen


Morbus Bechterew – sieben häufige Begleiterkrankungen

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

18.09.2019Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Patient mit Schmerzen in der Hüfte: Ein lang anhaltender und tief sitzender Rückenschmerz ist ein typisches Symptom von Morbus Bechterew.
Patient mit Schmerzen in der Hüfte: Ein lang anhaltender und tief sitzender Rückenschmerz ist ein typisches Symptom von Morbus Bechterew. (Quelle: Pornpak Khunatorn/getty-images-bilder)
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Morbus Bechterew ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die hauptsächlich die Wirbelsäule betrifft. Viele Patienten wissen nicht, dass oftmals Begleiterscheinungen auftreten, die ebenfalls eine Behandlung erfordern.

Das Wichtigste im Überblick


  • 1. Entzündungen der Organe
  • 2. Osteoporose
  • 3. Fibromyalgie
  • 4. Augenentzündungen
  • 5. Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • 6. Krebserkrankungen
  • 7. Ängste und Depressionen

Morbus Bechterew – auch axiale Spondyloarthritis genannt – bezeichnet eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, die aber auch die übrigen Gelenke im Körper befallen kann. Sie zählt zu den Autoimmunerkrankungen und kann im schlimmsten Fall zu einer Versteifung und Verkrümmung der gesamten Wirbelsäule führen. Laut dem Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband bricht die Erkrankung meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren aus.


Morbus Bechterew: Typische Symptome

Morbus Bechterew kündigt sich häufig durch Rückenschmerzen im Lendenbereich an. Sie kommen meist in der Nacht.
viele Morbus-Bechterew-Kranke klagen über einen steifen Rücken, wenn sie morgens aufstehen. die Beschwerden bessern sich durch Bewegung.
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Erste Anzeichen von Morbus Bechterew sind starke Gelenk- und Rückenschmerzen. Mit der Krankheitsdauer steigt auch das Risiko für Begleiterkrankungen. Betroffene klagen verstärkt über Symptome am Darm, den Augen und Schmerzen in Gelenken und Knochen. Der genaue Zusammenhang zwischen Morbus Bechterew und den Folgeerkrankungen ist nicht bekannt. Sie hängen allerdings mit einem fehlregulierten Immunsystem zusammen, das körpereigene Strukturen angreift und so Entzündungen verursacht.

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Sieben häufige Begleiterkrankungen im Überblick

1. Entzündungen der Organe

Morbus Bechterew ist nicht nur auf die Wirbelsäule beschränkt – auch andere Organbereiche können im Krankheitsverlauf von Entzündungen betroffen sein. Dazu zählen meist Lunge, Herz, Nieren und Nervensystem. Auch die entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa treten verstärkt auf.

Bei Morbus Crohn kommt es zu einer Entzündungsreaktion im Bereich des Magen-Darm-Trakts, die sich oft durch chronische Durchfälle, Unterbauchschmerzen und Gewichtsverlust äußert. Colitis ulcerosa befällt hingegen nur den Dickdarm. Typische Symptome der Krankheit sind blutige Durchfälle, Fieber und krampfartige Unterbauchschmerzen.

2. Osteoporose

Mehr als jeder dritte Morbus-Bechterew-Patient leidet zusätzlich auch an Osteoporose. Bei der Knochenstoffwechselerkrankung kommt es zum Abbau der Knochensubstanz. Oft ist von Knochenschwund die Rede.

Im Zusammenhang mit Morbus Bechterew kann es zu schmerzhaften Wirbelbrüchen an der versteiften Wirbelsäule kommen. Mittels Computertomografie erkennt der Arzt solche Frakturen. Osteoporose-Patienten sind in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt, sollten aber dennoch einer regelmäßigen körperlichen Aktivität nachgehen. Um den Knochenabbau zu hemmen und so die Gefahr von Knochenbrüchen zu senken, kann eine medikamentöse Therapie helfen.

3. Fibromyalgie

Viele Morbus-Bechterew-Patienten entwickeln eine Fibromyalgie – wörtlich übersetzt "Faser-Muskel-Schmerz" – als Folgeerkrankung. Das Fibromyalgiesyndrom geht mit generalisierten und starken Schmerzen einher. Die Deutsche Schmerzgesellschaft nennt Rücken, Arme und Beine als häufigste betroffene Körperregionen. Außerdem können Schlafstörungen, vermehrte Erschöpfung und Schwellungen an den Händen und Füßen auftreten.

Fibromyalgie ist weder eine entzündlich-rheumatische Erkrankung noch eine Erkrankung der Muskeln und Gelenke. Mediziner vermuten, dass eine funktionelle Störung der Schmerzverarbeitung im Gehirn dahintersteckt. Die genaue Ursache der Krankheit ist bislang unklar. Die meisten Patienten mit Fibromyalgie sind Frauen.

4. Augenentzündungen

An rheumatischen Erkrankungen sind oft auch die Augen beteiligt. Als Begleiterkrankungen von Morbus Bechterew können daher die Entzündungen Iritis und Uveitis am Auge entstehen. Beide schränken das Sehvermögen des Patienten ein.

Die Iritis ist eine entzündliche Erkrankung der Iris – auch Regenbogenhaut genannt. Rund 40 Prozent der Morbus-Bechterew-Patienten erleiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine solche Regenbogenhautentzündung. Deren charakteristisches Symptom sind gerötete Augen und Schmerzen, vor allem bei Helligkeitsunterschieden.

Entzündetes Auge: Dahinter kann die Erkrankung Uveitis stecken. Sie betrifft verschiedene Bereiche des inneren Auges.
Entzündetes Auge: Dahinter kann die Erkrankung Uveitis stecken. Sie betrifft verschiedene Bereiche des inneren Auges. (Quelle: Andrei310/getty-images-bilder)

Mit Uveitis werden eine Reihe von Entzündungen im Inneren des Auges bezeichnet, an denen die Gefäßhaut beteiligt ist. Zur Uvea, der Gefäßhaut des Auges, gehören die Regenbogenhaut, der Strahlenkörper und die Aderhaut am Augenhintergrund. Rote Augen, Lichtempfindlichkeit, Druckgefühl und vermehrter Tränenfluss deuten auf eine Uveitis hin.

In Verbindung mit Morbus Bechterew betrifft sie normalerweise nur ein Auge und dauert meist nicht länger als drei Monate. Die Uveitis neigt jedoch zur Wiederkehr. Wird die Erkrankung chronisch, kann sie im schlimmsten Fall zur Erblindung führen. Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew rät daher, rote Augen niemals als harmlos anzusehen. Ein Besuch beim Arzt kann klären, ob eine ernste Ursache hinter der Augenentzündung steckt und gegebenenfalls eine Behandlung mit Kortison oder Antibiotika verordnen.

5. Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Spondyloarthritis-Patienten besitzen ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Die chronische Entzündung beeinflusst den gesamten Körper und kann so auch das Herz und die Gefäße schädigen. Zusätzliche klassische Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder erhöhte Blutfettwerte sollten daher rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind für Risikopatienten eine wichtige Maßnahme.

6. Krebserkrankungen

Krebs hat viele Ursachen – eine davon ist ein Ungleichgewicht im Immunsystem. Der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew zufolge ist bei einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung vor allem das Risiko für Knochenkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs und Blutkrebs erhöht.

7. Ängste und Depressionen

Viele Patienten mit chronischen Krankheiten leiden unter Ängsten und Depressionen. Die durch Schmerzen eingeschränkte Beweglichkeit führt zu einer reduzierten Lebensqualität, die wiederum die Psyche der Morbus-Bechterow-Patienten belastet. Frauen sind in diesem Zusammenhang häufiger von psychischen Erkrankungen betroffen. Mögliche Anzeichen für eine Depression sind ständige Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Reizbarkeit oder auch Schlafstörungen.

All diese Begleiterkrankungen können bei Morbus Bechterew auftreten. Je eher die Symptome erkannt werden, desto eher kann eine Behandlung eingeleitet werden. Patienten sollten daher regelmäßige Besuche beim Arzt wahrnehmen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V.
  • Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband
  • Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.
  • Eigene Recherche
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