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Sekunden-Herztod: So können Sie sich schützen


Der leise Killer  

Sekunden-Herztod: So können Sie sich schützen

31.10.2019, 15:45 Uhr | t-online.de , ag

Sekunden-Herztod: So können Sie sich schützen. Allein in Deutschland erleiden rund 60.000 Menschen pro Jahr einen plötzlichen Herztod. (Quelle: Getty Images/wildpixel)

Allein in Deutschland erleiden rund 60.000 Menschen pro Jahr einen plötzlichen Herztod. (Quelle: wildpixel/Getty Images)

Alle fünf Minuten bricht in Deutschland ein Mensch zusammen, weil sein Herz plötzlich und unerwartet aufhört zu schlagen. Doch auch wenn es so scheint: Aus heiterem Himmel kommt der plötzliche Herztod nie. Meist liegt eine koronare Herzkrankheit zugrunde, die nicht behandelt wurde. Früherkennung könnte in vielen Fällen Leben retten.

Jedes Jahr sterben rund 65.000 Menschen in Deutschland am plötzlichen Herztod. "Besonders gefährdet sind Menschen mit einer Herzkranzgefäßerkrankung, die vorher nicht bekannt sein musste“, sagt Professor Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. 

"Plötzlicher Herztod, wie kann ich mich davor schützen?" ist daher die zentrale Frage der diesjährigen "Herzwochen", die vom 1. bis 30. November mit mehr als 1.000 Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet stattfinden. Hier informieren die Experten der Deutschen Herzstiftung, wie es zu bedrohlichen Herzkrankheiten kommt, die den Herztod verursachen können, welche Warnzeichen es gibt und wie sich Betroffene schützen können.

Wie kommt es zum plötzlichen Herztod?

Dem Herzstillstand geht in der Regel eine plötzlich einsetzende Herzrhythmusstörung, auch Kammerflimmern genannt, voraus. Sie führt innerhalb weniger Sekunden zum Kreislaufkollaps: Das Herz hört auf zu schlagen und der Blutdruck sinkt auf Null. Nach etwa vier Sekunden spürt der Patient eine Leere im Kopf, nach acht Sekunden tritt die Bewusstlosigkeit ein. Bis die Atmung aussetzt, vergehen zwei bis drei Minuten, nach etwa zehn Minuten tritt der Tod ein. 

"Der plötzliche Herztod ist in aller Regel kein schicksalhaftes Ereignis, vor dem es kein Entkommen gibt, sondern Komplikation einer langjährigen Herzkranzgefäßerkrankung, auch koronare Herzkrankheit genannt", sagt Andresen. Die beste Vorbeugemaßnahme sei es, sich vor dieser zu schützen.

Risikogruppen: Wer besonders gefährdet ist

Bei Patienten jenseits der 40 spielt die koronare Herzkrankheit (KHK) die größte Rolle beim plötzlichen Herztod. Expertenschätzungen zufolge haben rund sechs Millionen Menschen in Deutschland eine KHK, die wiederum durch Bluthochdruck, Diabetes und schlechte Cholesterinwerte verursacht ist.

Die KHK ist eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels aufgrund von Einengungen der Herzkranzgefäße, die zum Herzinfarkt und auch zu einer Herzschwäche führen können. Durchblutungsstörungen führen zu Vernarbungen in der Herzmuskulatur, die schwere Herzrhythmusstörungen begünstigen. Besonders häufig ist die Herzschwäche (Herzinsuffizienz), meist infolge einer KHK oder auch einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis). Weitere seltenere Ursachen für den plötzlichen Herztod sind Herzklappenerkrankungen und angeborene Herzfehler sowie ein hoher Blutdruck.

Auch jüngere Menschen kann es treffen 

Wenn auch die KHK die bedeutendste Ursache für einen plötzlichen Herztod ist, dürfen seltenere Erkrankungen ebenfalls nicht übersehen werden. Auch bei jüngeren Patienten vor dem 40. Lebensjahr kann es zum plötzlichen Herztod kommen. Die Ursachen sind Herzmuskelentzündungen, angeborene Herzfehler sowie genetisch bedingte Herzerkrankungen. Auch Drogenkonsum zählt zu den Ursachen für plötzlichen Herztod in diesem Lebensabschnitt. Tückisch bei den genannten Herzerkrankungen ist, dass sie lange ohne Beschwerden verlaufen können.

Herzerkrankungen früh erkennen und behandeln

Die beste Strategie gegen den plötzlichen Herztod lautet: Herzerkrankungen und ihre Risikofaktoren frühzeitig erkennen und behandeln. „Dazu raten wir Männern und Frauen ab 40 Jahren – bei familiärer Vorbelastung früher – zur Früherkennung durch regelmäßige Check-ups beim Hausarzt“, sagt Andresen. Bei diagnostizierter Herzerkrankung sollten regelmäßige Kontrollen beim Kardiologen oder Internisten erfolgen. Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EMAH) sollten ihr Herz regelmäßig von einem EMAH-Spezialisten kontrollieren lassen. 

Generell sollten Betroffene bei den folgenden Warnzeichen zum Kardiologen. Er kann untersuchen, ob eine Herzrhythmusstörung als Folge einer KHK oder einer anderen Herzerkrankung vorliegt, die behandlungsbedürftig ist:

  • Brustschmerzen (Angina pectoris) und/oder Luftnot
  • Herzrasen mit Einschränkung der Belastbarkeit
  • hartnäckiges Herzstolpern
  • kurze Bewusstlosigkeiten
  • Schwindelanfälle, drohende Bewusstlosigkeiten

Liegen Herzinfarkt-Symptome vor, sollten Betroffene unverzüglich einen Notarzt (112) alarmieren. Typische Warnzeichen sind plötzlich einsetzende starke Schmerzen, die länger als fünf Minuten anhalten, sich in Ruhe nicht bessern und von kaltem Schweiß, Blässe, Übelkeit, Atemnot, Unruhe und Angst begleitet werden. Auch wenn die Schmerzen überwiegend im Brustkorb, speziell hinter dem Brustbein, auftreten und in Schultern, Rücken, Oberbauch und Kiefer ausstrahlen, deutet das auf einen Infarkt hin. 

Was tun beim Herzstillstand?

Bei einem plötzlichen Herzstillstand haben Patienten nur eine Chance zu überleben: Wenn Beobachter vor Ort sind, die sofort den Notarzt anrufen und anschließend Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen. Laut Auskunft der Herzstiftung werden Herzstillstände immerhin in 60 bis 70 Prozent der Fälle als solche erkannt und der Rettungsdienst alarmiert. Aus Angst, etwas falsch zu machen, verzichtet die Mehrheit jedoch auf Wiederbelebungsmaßnahmen.

Das führt dazu, dass viele Patienten sterben, die man grundsätzlich hätte retten können. Denn bis der Notarzt kommt, vergehen im Durchschnitt acht bis neun Minuten. Die Herzstiftung fordert daher, dass jeder Erwachsene in der Lage sein sollte, einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen und die notwendigen Schritte der Erstversorgung der Person einzuleiten. Eine einmalige Unterweisung, zum Beispiel im Rahmen einer Führerscheinprüfung sei hierzu nicht ausreichend.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen der "Herzwochen" finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen Herzstiftung. Hier kann auch der kostenlose Ratgeber „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen: Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“ heruntergeladen werden.

Verwendete Quellen:

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