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Osteoporose kann auch Jüngere treffen

Nicht nur alte Knochen brechen  

Knochenschwund trifft auch jüngere Menschen

10.03.2020, 11:00 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Osteoporose kann auch Jüngere treffen. Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule können infolge einer Osteoporose auftreten. (Quelle: Getty Images/DKart)

Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule können infolge einer Osteoporose auftreten. (Quelle: DKart/Getty Images)

Bei Osteoporose denken die meisten an ältere Menschen, die Knochenbrüchen wie einen Oberschenkelhalsbruch erlitten haben. Doch die Abnahme der Knochendichte ist kein reines Altersphänomen. Auch jüngere Menschen können davon betroffen sein. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Knochendichte wird bereits ab Mitte 30 weniger

Bei jedem Menschen nimmt mit zunehmendem Alter die Knochendichte ab. Nach Auskunft des Netzwerks Osteoporose e.V. verlieren die Knochen bereits ab einem Alter von 35 Jahren verlieren die Knochen stetig an Substanz. Von Osteoporose sprechen Mediziner jedoch dann, wenn der Verlust der Knochenstabilität besonders rasch voranschreitet und das Risiko für Knochenbrüche höher ist als im Normalfall.

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Vor allem für ältere Menschen stellen Knochenbrüche ein Risiko da, da sie im Alter schlechter heilen und häufig zu einem Verlust der Mobilität und Selbstständigkeit führen. In Deutschland sind Schätzungen zufolge bis zu sechs Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Warum Osteoporose oft Frauen trifft 

Besonders Frauen haben aufgrund des Östrogenmangels nach den Wechseljahren ein erhöhtes Risiko für Osteoporose. Mit sinkendem Östrogenspiegel wird auch der knochenschützende Effekt des Sexualhormons weniger. Bei Männern spielen Veränderungen im Hormonhaushalt ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung einer Osteoporose – allerdings erst in späteren Jahren, da sich der Hormonabfall bei ihnen langsamer vollzieht.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. leiden ab dem 50. Lebensjahr rund 30 Prozent aller Frauen und zehn Prozent aller Mränner an dieser Knochenerkrankung.

Gründe für Osteoporose in jungem Alter

Auch wenn ein höheres Alter der wichtigste Risikofaktor für Osteoporose ist: Jüngere Menschen können ebenso poröse Knochen bekommen, allerdings viel seltener. Meist handelt es sich um eine sogenannte sekundäre Osteoporose. Dann ist der Knochenschwund die Folge einer anderen Grunderkrankung. In etwa fünf Prozent der Fälle liegt eine sekundäre Osteoporosen zugrunde. Der damit verbundene Knochenabbau wird bei Jüngeren unter anderem begünstigt durch:

  • eine dauerhafte Einnahme von Kortison, Asthmamedikamenten oder Schilddrüsenhormonen
  • Hormonstörungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Cushing Syndrom
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Niereninsuffizienz (vermehrte Kalziumausscheidung über die Nieren)
  • chronische Entzündungen wie rheumatoide Arthritis und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • vererbbare Bindegewebserkrankungen wie Osteogenesis imperfecta
  • Fehlernährung
  • ein zu niedriges Körpergewicht (Magersucht)
  • exzessiven Sport

Risikofaktoren: Untergewicht und exzessiver Sport

Experten zufolge ist die vermeintlich gesunde Kombination aus Sport und Schlanksein ein Risikofaktor für die Entstehung einer Osteoporose in jungen Jahren – nämlich dann, wenn ein gesundes Maß überschritten wird. Exzessiver Sport und ein zu niedriges Körpergewicht sind vor allem bei jungen Frauen anzutreffen.

Es spielen verschiedene Faktoren zusammen: Ein Body-Mass-Index (BMI) von unter 20 gilt als riskant für die Knochenstabilität, da Untergewicht ungünstig auf den Knochenstoffwechsel wirkt. Bei einer zu geringen Nahrungsaufnahme fehlen wichtige Nährstoffe, die für den Knochenaufbau unverzichtbar sind, vor allem Kalzium und Vitamin D. Exzessiver Sport ist für die Knochenstruktur eine Belastung.

Schwangerschaftsosteoporose: Kalziumverlust geht auf die Knochen

Jüngere Frauen können auch in der Schwangerschaft eine Osteoporose entwickeln. In Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht nur der Knochenstoffwechsel der Frau verändert. Während der Schwangerschaft kommt es zu einem Verlust von Kalzium aus den mütterlichen Knochen, da das Kind für seine Entwicklung den Mineralstoff braucht.

Für die Knochenbildung des Fötus werden dem mütterlichen Skelett während der Schwangerschaft etwa 30 Gramm Kalzium entzogen. Während der Stillzeit nimmt das Neugeborene täglich bis zu 150 Milligramm Kalzium über die Muttermilch auf.

Schätzungen zufolge bekommt eine von 250.000 Frauen im Rahmen der Schwangerschaft eine Osteoporose. Die betroffenen Frauen haben mitunter starke Schmerzen, die meist im letzten Schwangerschaftsdrittel, nach der Geburt oder während der Milchbildungsphase auftreten. Oft sind es Wirbeleinbrüche, welche die starken Schmerzen verursachen. Doch auch eine Oberschenkelfraktur kann auf eine Schwangerschaftsosteoporose hindeuten. Eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D während der Schwangerschaft und in der Stillzeit ist daher wichtig.

Osteoporose in jungen Jahren erkennen

Liegen Grunderkrankungen vor, welche eine sekundäre Osteoporose begünstigt, sollte bei jüngeren Menschen nicht nur die zugrundeliegende Krankheit behandelt werden. Auch die Knochengesundheit sollte im Blick behalten werden, um  einem möglichen Abbau der Knochensubstanz frühzeitig entgegenzusteuern.

So können beispielsweise Kalziumpräparate und eine Vitamin-D-Prophylaxe helfen, das Osteoporose-Risiko zu senken.

Bei sehr schlanken Frauen ist das Ausbleiben der Periode ein Hinweis auf eine Störung im Hormonstoffwechsel, der auch Auswirkungen auf die Knochen hat. Auch vermehrte Knochenbrüche in jungen Jahren deuten auf Knochenschwund hin.

Sind in der Familie Osteoporose-Fälle bekannt und plagen chronische Rückenschmerzen, sollte man ebenfalls hellhörig werden und frühzeitig einen Arzt aufsuchen.


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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