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Corona-Infektion: An diesen Orten lauert das größte Risiko

Im Alltag vor SARS-CoV-2 schützen  

Corona-Infektion: An diesen Orten lauert das größte Risiko

Von Melanie Weiner

26.05.2020, 11:44 Uhr
 (Quelle: afp / )
Wie das Coronavirus übertragen wird – und wo keine Gefahr besteht

Das Coronavirus Sars-CoV-2 kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Welche Ansteckungswege besonders häufig sind und wo Sie keine Angst vor einer Übertragung haben müssen, zeigt diese Animation. (Quelle: afp)

Übertragungswege: Diese Animation zeigt, wo Sie sich mit Sars-CoV-2 anstecken können – und wo nicht. (Quelle: afp)


Im Flugzeug, in der Bahn, im Restaurant – überall, wo sich Menschen auf engem Raum befinden, kann sich das Coronavirus leicht ausbreiten. Eine Studie zeigt nun, welche Situationen besonders riskant sind.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird hauptsächlich über Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten und Niesen entstehen, übertragen. Die Forschungslage zu der Frage, an welchen Orten es sich besonders gut weiterverbreitet, ist noch nicht eindeutig. Es gibt allerdings erste Hinweise.

Die Virologin Dr. Muge Cevic von der britischen Universität St. Andrews hat weltweite Studien zum Coronavirus ausgewertet und die größten Infektionsherde herausgearbeitet. Demnach ist die Ansteckungsgefahr immer dann sehr hoch, wenn Menschen längere Zeit gemeinsam in einem geschlossenen Raum mit einem Infizierten verbringen. Denn ganz entscheidend dabei, ob sich eine Person mit dem Coronavirus ansteckt oder nicht, ist die Virusdosis – also die Menge an Viren, mit der sie in Kontakt kommt. Diese ist in Innenräumen ohne ausreichend Luftaustausch viel höher als im Freien.

Das bestätigt auch eine Studie aus China. Bei der Untersuchung wurden 2.147 Kontakte von 157 Covid-19-Patienten nachverfolgt. Dabei betrug die durchschnittliche Ansteckungsrate sechs Prozent. Die meisten Ansteckungen fanden in Innenräumen wie dem eigenen Haushalt, Transportmitteln oder Restaurants statt.

Ein Überblick über verschiedene Alltagssituationen und deren Infektionsrisiken:

Eigener Haushalt

Im eigenen Haushalt besteht der chinesischen Studie zufolge das größte Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Denn dort verbringen die Menschen intensiv Zeit miteinander. Wissenschaftler der Universität Hongkong haben herausgefunden, dass sich im Schnitt 22 Prozent aller Personen anstecken, die im selben Haushalt wie ein Infizierter leben. Innerhalb von Familien scheinen sich Ehepartner besonders häufig gegenseitig anzustecken. Entscheidend ist demnach die körperliche Nähe zueinander.

Bus, Bahn, Flugzeug

In öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen oder Bahnen treffen viele Menschen auf engem Raum zusammen. Laut den Studienautoren kommt es dort besonders häufig zu Übertragungen des Virus. Die Infektionsrate der Untersuchung in China lag bei durchschnittlich elf Prozent.

Schutzmaßnahmen wie Abstand halten und das Tragen einer Gesichtsmaske minimieren das Ansteckungsrisiko bei Aufenthalten in Innenräumen – sofern sich alle daran halten. Inzwischen gilt in sämtlichen Bundesländern im Nah- und Fernverkehr der Bahn eine Maskenpflicht.

Flugzeug: Hunderte Passagiere sitzen im Flieger eng nebeneinander. (Quelle: Getty Images/SolStock)Flugzeug: Hunderte Passagiere sitzen im Flieger eng nebeneinander. (Quelle: SolStock/Getty Images)

In Flugzeugen scheint die Gefahr einer Ansteckung in Zeiten der Corona-Pandemie besonders hoch. Passagiere aus aller Welt sitzen reihenweise eng beieinander – ohne den Mindestabstand einzuhalten. Eine Maskenpflicht an Bord soll die Infektionsgefahr durch Anhusten oder direkten Kontakt reduzieren.

Viele meinen, Klimaanlagen in Flugzeugen seien zusätzliche Virenschleudern, die das Coronavirus in der Luft verteilen. Doch nach Angaben des Flugzeugherstellers Airbus sorgt ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem in Passagiermaschinen für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Partikel wie das Coronavirus können nach Angaben von Airbus mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,97 Prozent aus der Luft entfernt werden.

Restaurants und Cafés

Zu den Orten, die das größte Ansteckungsrisiko bergen, zählen den Studienautoren zufolge auch Restaurants und Cafés, wo sich viele Menschen in Innenräumen aufhalten und gemeinsam essen. Beim Verzehr von Speisen und Getränken wird keine Maske getragen. Es ist daher umso wichtiger, dass die Räume gut durchlüftet werden, damit sich das Virus nicht verbreiten kann. Geringer dürfte das Risiko einer Ansteckung bei Lokalitäten im Freien wie Biergärten sein.

Supermärke und Geschäfte

Supermärkte und Geschäfte sind ebenfalls Orte mit einem leicht erhöhten Infektionsrisiko, weil sich dort Menschen auf engem Raum begegnen. Das Tragen einer Maske ist in Deutschland vorgeschrieben und soll die Ansteckungsgefahr minimieren. Im öffentlichen Raum sollte unbedingt der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

 Supermarkt: Beim Einkaufen gilt bundesweit seit Ende April eine Maskenpflicht. (Quelle: Getty Images/ArtMarie)Supermarkt: Beim Einkaufen gilt bundesweit seit Ende April eine Maskenpflicht. (Quelle: ArtMarie/Getty Images)

Freizeitaktivitäten

Joggen, Fahrrad fahren, Spazierengehen – bei Freizeitaktivitäten im Freien fällt das Infektionsrisiko deutlich niedriger aus. Denn Menschen begegnen sich dabei nur vorübergehend. Anders sieht es bei Fitnessstudios und Sporteinrichtungen in Innenräumen aus: Hier muss unbedingt auf die Hygieneregeln geachtet werden. Dazu zählt unter anderem das Desinfizieren von Geräten.

Arbeitsplatz

Auch am Arbeitsplatz kann die Ansteckungsgefahr erhöht sein. Besonders in Großraumbüros treffen viele Menschen in geschlossenen Räumen aufeinander. Für einen langfristigen Umgang mit dem Coronavirus sollten der Virologin zufolge bessere Lüftungskonzepte und Hygienestandards entwickelt werden.

Die Animation oben im Video zeigt, wo Sie sich mit Sars-CoV-2 anstecken können – und wo nicht, oder Sie klicken einfach hier.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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