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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wie Ă€ußert sich eine Depression konkret?

Von Andrea Goesch

Aktualisiert am 01.03.2022Lesedauer: 5 Min.
Depression: Menschen, die darunter leiden, sind oft antriebslos, verlieren das Interesse an Dingen und empfinden keine Freude mehr.
Depression: Menschen, die darunter leiden, sind oft antriebslos, verlieren das Interesse an Dingen und empfinden keine Freude mehr. (Quelle: cindygoff/getty-images-bilder)
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Jeder Mensch kennt Phasen, in denen er antriebslos, traurig und mutlos ist. VorĂŒbergehende Stimmungstiefs gehören zum Leben dazu und sind nicht weiter besorgniserregend. Anders sieht es bei einer Depression aus. Sie ist eine ernste Erkrankung, die erhebliches Leiden bei den Betroffenen verursacht und tödlich enden kann.

Das Wichtigste im Überblick


Wie Ă€ußert sich eine Depression konkret? Wie verlĂ€uft sie und welche Therapien helfen? Lesen Sie hier alles Wichtige darĂŒber.


Acht Fakten zu Depressionen

Eine Depression Ă€ußert sich meist darin, dass der Patient sich niedergeschlagen fĂŒhlt. Betroffene Personen sind nicht in der Lage, angemessen auf die Bedingungen, unter denen sie leben, zu reagieren. Der ĂŒberwiegende Teil der Depressionen wird durch Ă€ußere EinflĂŒsse auf den Menschen ausgelöst. Diese Einflussfaktoren können alltĂ€glicher Stress, Leistungsdruck, aber auch SchicksalsschlĂ€ge wie eine Trennung oder der Todesfall eines Familienmitglieds oder einer nahestehenden Person sein.
Symptome einer Depression können sich vielfĂ€ltig Ă€ußern: Betroffene berichten ĂŒber Schlafstörungen, innere Unruhe, Magenprobleme, Niedergeschlagenheit und innere Leere. HĂ€ufig fĂŒhlen sich depressive Personen nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu meistern. Sie ziehen sich zurĂŒck und brechen den Kontakt mit ihren Mitmenschen ab.
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Definition: Wie erkenne ich ob ich depressiv bin?

Aus medizinischer Sicht ist die Depression eine psychische Erkrankung, die das Denken, FĂŒhlen und Handeln der Betroffenen beeinflusst. Sie kann sich sich in zahlreichen Beschwerden Ă€ußern. Hierzu gehören Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Interessenverlust, aber auch körperliche Symptome wie Schlaflosigkeit, Appetitstörungen und SchmerzzustĂ€nde.

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  • Selbsttest: Depressionen Test – Sind Sie betroffen?

Ein Großteil der Betroffenen spielt mit Selbstmordgedanken. 10 bis 15% aller Patienten mit wiederkehrenden, schwer ausgeprĂ€gten depressiven Phasen sterben durch Suizid. Daher ist es wichtig, dass eine Depression frĂŒhzeitig behandelt wird.

Verlaufsformen einer Depression

Der Verlauf einer Depression ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. GrundsÀtzlich wird in drei Formen unterschieden:

  • unipolare Depressionen
  • bipolare Depressionen
  • Dysthymie

Von einer unipolaren Depression sprechen Mediziner, wenn depressive Episoden immer wiederkehren, aber keine manischen Phasen auftreten. Als "manisch" werden Phasen bezeichnet, in denen die Betroffenen plötzlich grundlos in eine ĂŒbermĂ€ĂŸig positive Stimmung verfallen, voller Tatendrang sind und einen ĂŒbertriebenen Optimismus zeigen.

Wechseln sich depressive und ĂŒberschwĂ€ngliche Episoden ab, liegt eine bipolaren Depression oder bipolare Störung vor. Sie kommt bei Menschen mit Depressionen in etwa 20 Prozent der FĂ€lle vor. Bei einer Dysthymie dagegen sind depressive Symptome konstant und ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum (mindestens zwei Jahre) vorhanden, allerdings meist weniger stark ausgeprĂ€gt.

Verbreitung: Wie viele Menschen sind depressiv?

Laut Informationen der Deutschen Depressionshilfe erkranken etwa 5,3 Millionen Deutsche zwischen 18 und 79 Jahren im Laufe eines Jahres an einer unipolaren Depression oder anhaltenden depressiven Störung. Die Krankheit kann jeden treffen, unabhĂ€ngig von Alter, Geschlecht und sozialem Status. Der Erkrankungsgipfel ist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Insgesamt erkrankt etwa jeder fĂŒnfte BĂŒrger im Laufe seines Lebens an einer Depression. Frauen sind etwa doppelt so hĂ€ufig betroffen wie MĂ€nner.

Symptome: Die vielen Gesichter einer Depression

Eine Depression ist aufgrund ihrer vielfĂ€ltigen und oft unspezifischen Symptome eine sehr komplexe Erkrankung mit großen individuellen Unterschieden. Nach dem internationalen Klassifikationssystem ICD-10 wird in drei klassische Hauptsymptome unterschieden:

  • Verlust von Interesse und Freude
  • depressive Stimmung
  • verminderter Antrieb
Ein Mann liegt wach im Bett: Schlafstörungen sind typische Begleiterscheinungen von Depressionen.
Ein Mann liegt wach im Bett: Schlafstörungen sind typische Begleiterscheinungen von Depressionen. (Quelle: Motortion/getty-images-bilder)

Folgende Nebensymptome treten hÀufig in Verbindung mit einer Depression auf:

  • Konzentrations- und AufmerksamkeitsschwĂ€che
  • SchuldgefĂŒhle, Selbstzweifel und SelbstvorwĂŒrfe
  • verminderter Appetit
  • negative und pessimistische Zukunftssicht
  • vermindertes SelbstwertgefĂŒhl und Selbstvertrauen;
  • Suizidgedanken / -handlungen
  • Schlafstörungen

Als körperliche Beschwerden können auch Schmerzen, DruckgefĂŒhle auf der Brust oder Atembeschwerden auftreten – in manchen FĂ€llen können diese sogar im Vordergrund stehen. Generell können auch Phasen der Hormonumstellung, insbesondere bei Frauen in den Wechseljahren oder nach einer Schwangerschaft, von depressiven Störungen begleitet werden.

Diagnose: So stellt der Arzt eine Depression fest

Wenn ĂŒber einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen mindestens zwei der drei oben genannten Hauptsymptome und zusĂ€tzlich mindestens zwei Nebensymptome vorliegen, wird die Diagnose Depression gestellt. Je nachdem, welche Beschwerden sich Ă€ußern und wie stark diese sind, wird zwischen leichter, mittelstarker und schwerer Depression unterschieden.

Da Depressionen oft gemeinsam mit einer anderen seelischen Erkrankung wie Essstörungen oder Panik- und Angststörungen auftreten, ist eine sorgfÀltige Diagnose wichtig. Denn die Behandlung kann nur dann erfolgreich sein, wenn auch die möglichen Begleiterkrankungen gezielt behandelt werden.

Ursachen: Was sind die Auslöser einer Depression?

Wie eine Depression entsteht, ist bis heute noch nicht vollstÀndig geklÀrt. Experten gehen jedoch davon aus, das eine Depressionen nicht nur eine Ursache hat, sondern mehrere Faktoren zusammen kommen. Dabei spielen biologische, genetische und psychosoziale Aspekte eine Rolle. Daraus ergeben sich auch bestimmte Risikofaktoren als Auslöser:

  • erbliche Veranlagung: Studien haben gezeigt, dass das Risiko, an einer Depression zu erkranken, höher ist, wenn enge Familienangehörige bereits erkrankt sind.
  • weibliches Geschlecht: Frauen erkranken etwa doppelt so hĂ€ufig an einer Depression wie MĂ€nner. Experten vermuten, dass hormonelle Schwankungen die Ursache sein könnten, beispielsweise vor der Menstruation und nach einer Schwangerschaft (Wochenbettdepression).
  • Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn: Es gibt Hinweise darauf, dass ein gestörter Botenstoffwechsel im Gehirn fĂŒr eine Depression mitverantwortlich sein könnten und den Austausch zwischen den Nervenzellen beeintrĂ€chtigen. Das wiederum beeinflusst GefĂŒhle und Gedanken negativ.
  • körperliche Erkrankungen: Schwere Erkrankungen wie Krebs, aber auch SchilddrĂŒsenerkrankungen, Hormonstörungen und chronische Erkrankungen wie Diabetes und schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehen mit einem erhöhten Risiko fĂŒr Depressionen einher.
  • Stress und chronische Belastung: Stress bedeutet in der Regel immer einen Verlust an LebensqualitĂ€t. Das macht Betroffene auf Dauer anfĂ€llig fĂŒr Depressionen.
  • Verlusterfahrungen: Auch der Tod eines Angehörigen oder eine Trennung können in die Depression fĂŒhren.
  • Trauma-Erfahrungen: Psychisch stark belastende Erlebnisse wie Missbrauch, hĂ€usliche Gewalt oder Kriegserlebnisse machen ebenfalls anfĂ€llig fĂŒr Depressionen.
  • Persönlichkeitsfaktoren: Menschen, die zu negativen Denkmustern neigen und ein geringes SelbstwertgefĂŒhl oder ein negatives Selbstbild haben, sind anfĂ€lliger fĂŒr Depressionen.
  • Einsamkeit: Menschen ohne Familie und Partner haben ein höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken,.
  • Medikamente: Bestimmte Arzneimittel – darunter auch Betablocker, Schmerzmittel und die Antibabypille – können ebenfalls Depressionen begĂŒnstigen.

Suizidrisiko: Wie gefÀhrdet sind depressive Menschen?

Etwa zehn bis fĂŒnfzehn Prozent der Menschen mit Depressionen nehmen sich das Leben. FĂŒr Patienten mit einer chronischen oder sehr schweren Depression ist diese Gefahr besonders hoch.

Laut EinschÀtzung der Deutschen Depressionshilfe gehören Depressionen zu den Krankheiten, die hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschÀtzt werden und verweist dabei auf die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes. Etwa 90 Prozent der Suizide erfolge vor dem Hintergrund einer psychiatrischen Erkrankung und am hÀufigsten einer unzureichend behandelten Depression.

Behandlung einer Depression: Ist eine Depression heilbar?

Den meisten Menschen, die unter einer Depression leiden, kann aber durch eine konsequente, professionelle Behandlung gut geholfen werden. Die Therapie ermöglicht es, depressive Episoden zu durchbrechen oder vollkommen abklingen zu lassen. Heilung ist also möglich.

Nach den nationalen Versorgungslinien sind Medikamente (Antidepressiva) und Psychotherapie die wichtigsten SÀulen bei der Behandlung einer Depression. Beide Therapieformen können je nach Schweregrad der Depression auch miteinander kombiniert werden.

Antidepressiva enthalten Wirkstoffe, die auf das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn einwirken und bei den meisten Patienten zum Abklingen der Depression fĂŒhren. Bis eine Besserung eintritt, dauert es allerdings etwa zwei Wochen. Die Psychotherapie dient dazu, die Depression und ihre Begleiterscheinungen durch GesprĂ€che zu behandeln und mögliche Traumatisierungen aufzulösen.

ErgÀnzend zu den genannten Therapiearten können auch alternative Behandlungsmethoden wie Wachtherapie, Lichttherapie oder Hirnstimulationen eingesetzt werden.

Verdacht auf eine Depression? Hier finden Sie Hilfe

Bei Verdacht auf eine Depression ist professionelle Hilfe wichtig. Nicht nur die Betroffenen, auch die Angehörigen brauchen UnterstĂŒtzung:

Das Servicetelefon der Krankenkasse kann ebenfalls eine erste Anlaufstelle sein, um sich ĂŒber mögliche Hilfsangebote zu informieren. Auch der Hausarzt ist ein wichtiger Kontakt. VerbĂ€nde und Gesellschaften bieten ebenfalls Hilfe an.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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