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Ist Sport bei Herzerkrankungen gefÀhrlich oder gesund?

Von dpa
Aktualisiert am 28.12.2021Lesedauer: 2 Min.
Sport: Kardiologen sind sich sicher, dass Sport selbst bei Herzerkrankungen ungefÀhrlich ist.
Sport: Kardiologen sind sich sicher, dass Sport selbst bei Herzerkrankungen ungefÀhrlich ist. (Quelle: gradyreese/getty-images-bilder)
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Soll man sein Herz durch Sport herausfordern? Menschen mit Herzerkrankungen sind oft verunsichert, wenn es um sportliche BetĂ€tigung geht. Doch es gibt offizielle Sport-Leitlinien fĂŒr Herzkranke.

Sportliche AktivitĂ€ten sind nach Angaben von Kardiologen fĂŒr Menschen mit Herzerkrankungen nicht nur gesund, sondern in fast allen FĂ€llen ein Muss. "RegelmĂ€ĂŸiges Training verhindert nicht nur das Auftreten von Krankheiten, sondern reduziert das Risiko eines zu frĂŒhen Tods bei Menschen mit vorangeschrittenen Herzerkrankungen", erklĂ€rte Antonio Pelliccia vom Institut fĂŒr Sport und Medizin in Rom.

Pelliccia und weitere Fachleute haben in einer Arbeitsgruppe in der "European Society of Cardiology" (ESC) Leitlinien fĂŒr sportliche AktivitĂ€ten bei herzkranken Menschen zusammengetragen.

Das besagen die Leitlinien

Herzkranke Menschen sollen demnach mindestens 150 Minuten in der Woche trainieren und moderates Training vorziehen. Krafttraining mit leichten Gewichten sei fĂŒr Menschen mit Übergewicht, Bluthochdruck oder/und Diabetes ein passendes Trainingskonzept. ZusĂ€tzlich sollten sie ihre Ausdauer trainieren – also beispielsweise Radfahren, Laufen und Schwimmen.

Bernhard Schwaab, PrĂ€sident der Deutschen Gesellschaft fĂŒr PrĂ€vention und Rehabilitation von Herz- Kreislauferkrankungen, sagte dazu: "Bewegung ist fĂŒr fast alle Formen von Herzerkrankungen gesund. Diese Empfehlungen werden von allen Fachgesellschaften uneingeschrĂ€nkt befĂŒrwortet".

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Zwar habe die ESC die Leitlinien das erste Mal zusammengetragen, die Inhalte sind Schwaab zufolge aber nicht neu. "Dass die grĂ¶ĂŸte Fachgesellschaft sich dieses Themas annimmt zeigt aber, welche Bedeutung das fĂŒr die kardiologische Wissenschaft hat", so Schwaab.

Herzstillstand durch Sport? – unwahrscheinlich

Die Sorge, dass sportliche AktivitĂ€ten einen ungesunden Faktor haben könnten, verneinen sowohl Schwaab, als auch die ESC-Experten: "Die Wahrscheinlichkeit, dass eine sportliche Übung einen Herzstillstand oder einen Herzinfarkt auslöst, ist extrem niedrig", sagte Sanjay Sharma, Sportkardiologe an der St. George's UniversitĂ€t in London und ESC-Mitglied laut einer Mitteilung.

Auch wenn bei manchen Erkrankten Vorsicht geboten sei – wie beispielsweise bei Herzschrittmachern – so habe regelmĂ€ĂŸiges Training viel mehr Vorteile als Nachteile. Wenn aber ein Patient ĂŒber 15 Minuten einen Schmerz in der Brust fĂŒhle, so mĂŒsse sofort ein Krankenwagen gerufen werden.

Vor dem Training besser mit Arzt sprechen

Zudem sollten Menschen, die blutverdĂŒnnende Medikamente zu sich nehmen, Kontaktsport vermeiden, um das Risiko einer Blutung zu verringern. Das ESC empfiehlt sehr unsportlichen Menschen mit einer fortgeschrittenen Herzkrankheit vor Trainingsbeginn einen Arzt aufzusuchen, um gemeinsam einen Plan aufzustellen. Schwaab sieht das Ă€hnlich: "Bewegungstherapie sollte genauso individuell verschrieben werden wie ein Medikament."

Die Art der Bewegung sei sekundĂ€r. "Hauptsache, die Menschen bewegen sich ĂŒberhaupt", so Schwaab. Wichtig sei, dass die Patienten eine Sportart finden, an der sie Spaß haben und die sie langfristig ausfĂŒhren wollen. Wenn kranke Menschen trainieren, dann sei vor allem die richtige IntensitĂ€t entscheidend, damit das Herz nicht ĂŒberlastet wird. "Laufen ohne zu schnaufen."

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Die "European Society of Cardiology" ist eigenen Angaben nach die grĂ¶ĂŸte kardiologische Gesellschaft weltweit. Expertinnen und Experten aus 150 LĂ€ndern kommen demnach in der Gesellschaft zusammen, um die Herz-Kreislauf-Medizin voranzutreiben.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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