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Schlaganfall: Welche Warnzeichen Betroffene ernst nehmen müssen


Auf den ersten folgt oft ein zweiter  

Wie lässt sich der zweite Schlaganfall vermeiden?

26.10.2020, 10:46 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online

Schlaganfall: Welche Warnzeichen Betroffene ernst nehmen müssen. Schlaganfall: Es ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. (Quelle: Getty Images/peterschreiber.media)

Schlaganfall: Es ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. (Quelle: peterschreiber.media/Getty Images)

Fast 270.000 Deutsche erleiden jährlich einen Schlaganfall. Etwa 200.000 davon sind erstmalige Schlaganfälle. Doch nach dem ersten folgt oft ein zweiter Infarkt im Gehirn. Wir erklären, wie der zweite Schlaganfall verhindert werden kann und welche Warnzeichen Betroffene ernst nehmen müssen.

Ein Schlaganfall betrifft vor allem ältere Menschen. Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zufolge sind fast 80 Prozent aller Betroffenen älter als 60 Jahre. Doch auch jüngere Menschen und sogar Kinder können einen Schlaganfall erleiden. 

Schlaganfall: lebensbedrohliche Durchblutungsstörung im Gehirn

Die schlagartig einsetzende Durchblutungsstörung im Gehirn ist in den meisten Fällen durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) oder einen Verschluss einer Hirnarterie durch eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) verursacht. Die plötzliche Unterversorgung des Gehirns hat für die Betroffenen weitreichende Folgen:

Die fünf häufigsten Symptome für einen Schlaganfall

Jede Minute zählt, um die schlimmsten Folgen zu verhindern. Das sind die fünf häufigsten Symptome für einen Schlaganfall.

Warnsignale: Das sind die fünf häufigsten Symptome für einen Schlaganfall. (Quelle: t-online.de)


  • Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Jeder fünfte Betroffene stirbt in den ersten Wochen an den Folgen.
  • Bis zu 40 Prozent der Schlaganfall-Patienten versterben innerhalb eines Jahres.
  • Rund 64 Prozent der überlebenden Patienten sind auf Pflege und/oder Therapie angewiesen. 15 Prozent davon müssen in Pflegeeinrichtungen versorgt werden.
  • Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen in Deutschland.

Nach dem ersten folgt oft ein zweiter Schlaganfall

Bereits beim ersten Schlaganfall ist das Risiko groß, dass körperliche Einschränkungen und Behinderungen zurückbleiben. Viele finden nur unter größer Anstrengung den Weg zurück in einen halbwegs normalen Alltag.

Umso schlimmere Auswirkungen hat es, wenn der Schlaganfall ein zweites Mal auftritt. Und das ist gar nicht so selten der Fall. Das Schlaganfallrisiko liegt bei Menschen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, um ein Vielfaches höher als bei Menschen ohne Schlaganfall. Selbst mit einer wirksamen Vorbeugung erleiden noch etwa fünf Prozent einen erneuten Hirninfarkt.

Zweiten Schlaganfall vorbeugen: Blutgerinnung hemmen

Bei einem Schlaganfall hängt die Überlebenschance stark davon ab, wie rasch der Patient auf eine Spezialstation für die Behandlung von Schlaganfällen (Stroke Unit) kommt und notfallmedizinisch behandelt wird. Es kommen Medikamente zum Einsatz, welche das Blutgerinnsel auflösen. Diese werden entweder als venöse Infusion verabreicht oder über einen Katheter direkt vor Ort eingespritzt. Mit Hilfe des Katheters ist es zudem möglich, das Gerinnsel zu entfernen.

Ist das gelungen, gilt es, einem zweiten Herzinfarkt vorzubeugen. Im Rahmen der Sekundärprävention helfen Medikamente, welche die Blutgerinnung hemmen, einem erneuten Gefäßverschluss vorzubeugen. Umgangssprachlich werden diese Medikamente als Blutverdünner bezeichnet. Diese muss der Patient nach dem Schlaganfall dauerhaft einnehmen. Blutdrucksenkende Medikamente sowie Cholesterinsenker begleiten die medikamentöse Schlaganfalltherapie meist ebenfalls.

Zweiten Schlaganfall verhindern: Aufs Herz schauen

Nach dem ersten Schlaganfall ist es wichtig, die Ursache herauszufinden. Dabei ist der Blick auf das Herz unverzichtbar. Die gefährlichen Blutgerinnsel haben immer wieder im Herzen ihren Ursprung. Das Risiko, dass sich ein Thrombus im Herzen bildet, der über den Blutstrom ins Gehirn getragen wird, ist besonders bei Herzrhythmusstörungen erhöht.

Beim Vorhofflimmern beispielsweise fließt das Blut langsamer als sonst durch das Herz. Je länger die Verweildauer des Blutes im linken Vorhof ist, desto größer ist die Gefahr, dass Blutblättchen zusammenklumpen. Eine gut behandelte Herzerkrankung senkt das Risiko für einen Schlaganfall.

Zweiten Schlaganfall vorbeugen durch gesunden Lebensstil

Ein gesunder Lebensstil ist nach dem Schlaganfall ebenfalls von großer Bedeutung, um dem zweiten Hirninfarkt vorzubeugen. Dazu gehört eine gesunde und ausgewogene Ernährung, die den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sollten reichlich auf den Teller kommen; fett- und zuckerhaltige Lebensmittel hingegen nur in Maßen.

Eine gesunde Ernährung hilft zudem, Übergewicht zu verhindern. Übergewicht ist ein bedeutender Risikofaktor für einen Schlaganfall. Auch Bewegung spielt eine bedeutende Rolle bei der Prävention eines zweiten Schlaganfalls. Die körperliche Aktivität sollte an die Leistungsfähigkeit des Patienten angepasst und unter therapeutischer Betreuung erfolgen. Auf Zigaretten und Alkohol sollten Schlaganfall-Patienten ganz verzichten.

Gute Diabetes-Therapie hilft, Schlaganfall-Risiko zu senken

Liegt ein Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 (Zuckerkrankheit) vor, ist es wichtig, dass dieser gut eingestellt ist. Laut der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) haben Diabetiker ein zwei- bis dreifach erhöhtes Schlaganfall-Risiko.

Transitorisch ischämische Attacke (TIA): kleiner Schlaganfall vor dem großen

Als kleinen Schlaganfall bezeichnen Mediziner die sogenannte Transitorisch ischämische Attacke, kurz TIA. Diese tritt meist wenige Tage bis Wochen vor dem "echten" Schlaganfall auf. Allerdings werden die Warnzeichen der TIA von vielen Betroffenen nicht ernst genommen – weil sie wieder verschwinden. Die Symptome der TIA ähneln stark denen eines Schlaganfalls, lassen aber nach wenigen Minuten meist wieder nach. Gehen Sie auf jeden Fall zum Arzt. 

Bei Symptomen eines Schlaganfalls, die nicht nachlassen, sollten Sie immer den Notarzt unter der 112 rufen:

  • Lähmungen der rechten oder linken Körperseite. Beispiel: Sie können einen Arm nicht mehr heben.
  • Gefühlsstörungen der rechten oder linken Körperseite. Beispiel: Sie verspüren Taubheitsgefühle und Kribbeln.
  • Koordinationsstörungen. Beispiel: Sie haben Schwierigkeiten zu greifen oder zu schreiben.
  • Sprachstörungen. Beispiel: Sie haben Schwierigkeiten zu sprechen oder andere zu verstehen.
  • Sehstörungen. Beispiel: Sie nehmen Doppelbilder wahr oder haben Gesichtsausfälle.
  • Hängender Mundwinkel auf einer Gesichtsseite
  • Gangunsicherheit, Schwindel
  • Bewusstlosigkeit

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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