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Diese Vorurteile halten viele von einer Psychotherapie ab – zu Recht?

Von Lydia Klöckner

Aktualisiert am 30.05.2021Lesedauer: 4 Min.
Junge Frau grübelt: Der Entschluss zur Psychotherapie ist nicht einfach. Aber in vielen Fällen lohnt sich der Schritt.
Junge Frau grübelt: Der Entschluss zur Psychotherapie ist nicht einfach. Aber in vielen Fällen lohnt sich der Schritt. (Quelle: Mixmike/getty-images-bilder)
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Menschen mit seelischen Problemen müssen oft große Hemmungen überwinden, ehe sie sich endlich zu einer Psychotherapie entschließen. Schuld daran sind auch Vorurteile und Ängste. Welche Bedenken sind unnötig und welche Risiken drohen tatsächlich?

Das Wichtigste im Ăśberblick


Wer sich das Bein bricht, bekommt einen Gips, und wer ein seelisches Problem hat, macht eine Psychotherapie: So einfach ist das. Theoretisch. Die Wirklichkeit sieht hierzulande leider so aus: Die meisten Psychotherapiepraxen haben keine Therapieplätze frei, die Wartelisten sind lang. Menschen, denen es psychisch schlecht geht, warten somit im Schnitt rund 20 Wochen, bis sie endlich Hilfe bekommen.


Depressionen: Zehn populäre Irrtümer

Irrtum Nr. 1: Zu viel Stress macht despressiv. Das kann man pauschal nicht sagen. Große Belastungen zum Beispiel im Job können eine Depression zwar verstärken, allerdings sind die Gründe dafür vielschichtiger. Oft ist die Neigung zur Depression biologisch bedingt und wird durch schlechte Erfahrungen, etwa in der Kindheit, verstärkt.
Irrtum Nr. 2: Wer depressiv ist, begeht Selbstmord: Das stimmt so nicht. Nicht jeder, der depressiv ist, ist potentiell suizid-gefährdet. Das hängt vom Schweregrad der Depression ab. Dennoch verändert die Depression das Denken des Betroffenen und die Sicht auf die Welt und sollte daher sehr ernst genommen werden.
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Und dieser Zeit geht meist schon ein langer Leidensweg voraus. Denn viele Betroffene scheuen sich davor, überhaupt bei einer Therapeutin oder einem Therapeuten anzurufen. Wir erklären, an welchen Bedenken etwas dran ist und welche verbreiteten Vorurteile Sie getrost vergessen können.

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"Dazu bräuchte ich ja eine ärztliche Überweisung."

Nein, Sie können direkt in einer Psychotherapiepraxis anrufen und einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren. Hat die Wunschpraxis keine Termine frei, helfen die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen weiter, telefonisch erreichbar unter der 116117.

Wer dort anruft, erhält in der Regel innerhalb von vier Wochen einen ersten Termin bei einer Therapeutin oder einem Therapeuten in der Nähe des Wohnorts. Das ist noch nicht der Beginn der Behandlung, sondern nur ein Vorgespräch. In diesem wird geklärt, ob eine Psychotherapie wirklich notwendig und hilfreich wäre.

Wenn ja, folgen als nächstes – und oft nach einer Wartezeit – die sogenannten probatorischen Sitzungen: Bis zu vier Sitzungen haben Sie Zeit, um herauszufinden, ob Sie mit der Therapeutin oder dem Therapeuten zurechtkommen oder nicht.

Erst wenn die Entscheidung getroffen ist, müssen Sie sich um einen Arzttermin kümmern. Die Hausärztin oder der Hausarzt klärt dann ab, ob bei den psychischen Beschwerden auch körperliche Erkrankungen eine Rolle spielen könnten. Die Befunde werden in einem Vordruck notiert, dem sogenannten Konsiliarbericht. Den benötigt die Therapeutin oder der Therapeut, um den Antrag bei der Krankenkasse zu stellen.

"DafĂĽr muss ich erst von den Drogen loskommen."

Früher war das so: Wer von Alkohol, Zigaretten, anderen Drogen oder Medikamenten abhängig war, musste vor Beginn der Therapie abstinent sein, also zunächst einen Entzug machen. 2011 wurde diese Regelung aber geändert. Heute ist Abstinenz keine zwingende Voraussetzung mehr, um sich in Behandlung begeben zu können. Laut der aktuellen Psychotherapie-Richtlinie muss "die Suchtmittelfreiheit beziehungsweise Abstinenz parallel zur ambulanten Psychotherapie bis zum Ende von maximal zehn Behandlungsstunden erreicht" sein.

"Ich will nicht auf die Couch."

Das müssen Sie auch nicht unbedingt. Es sei denn, Sie entscheiden sich für eine Psychoanalyse. Bei dieser Therapieform ist es besonders wichtig, dass Sie frei reden, ohne sich dabei durch den Anblick der Therapeutin oder des Therapeuten beeinflussen zu lassen. Darum sitzt diese oder dieser klassischerweise am Kopfende der Couch – außerhalb Ihres Blickfeldes.

Wem das widerstrebt, für den kommen drei andere Therapieformen in Betracht, die wie die Psychoanalyse von der Krankenkasse bezahlt werden, aber im Sitzen stattfinden, nämlich:

  • eine Verhaltenstherapie,
  • eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie oder
  • eine systemische Therapie.

Die Entscheidung für eine Therapieform sollte sich aber nicht allein danach richten, ob Sie lieber sitzen oder liegen. Wichtiger ist die Frage, welches Verfahren sich am besten für Ihre Probleme eignet. Und wie gut es zu Ihrer Persönlichkeit passt. Eine Einschätzung dazu wird Ihnen die Therapeutin oder der Therapeut in der Regel nach dem Erstgespräch oder nach den ersten Probesitzungen geben.

"Jede Woche Jammern? Nein, danke!"

In den Charts der Psychotherapie-Klischees rangiert die Taschentuchbox gleich hinter der Couch. Schließlich schwelgt man in einer Therapie hauptsächlich in düsteren Erinnerungen und bricht andauernd in Tränen aus, so das Vorurteil. Trauer, Wut und andere dunkle Gefühle haben auch durchaus ihren Platz in der Therapie – Freude, Erleichterung und Hoffnung aber auch. In einer Therapie wird keineswegs nur geschluchzt und bedauert, sondern auch geschmunzelt und gelacht.

Heitere Momente können die Genesung sogar fördern und ein Zeichen dafür sein, dass die Therapie gut läuft. Denn gemeinsames Lachen verbindet und zeugt von einer guten Therapeut-Patienten-Beziehung. Und diese Beziehung ist, so zeigen aktuelle Studien, für den Therapieerfolg von entscheidender Bedeutung – egal, ob bei einer Psychoanalyse, einer Verhaltenstherapie oder einer anderen Therapieform.

"Vielleicht wird dann alles noch schlimmer."

Schwierige Phasen und innere Konflikte sind während einer Therapie normal. Schließlich setzen Sie sich mit Ihren Problemen – und je nach Therapieform auch intensiv mit Ihrer Vergangenheit – auseinander, und das kann sehr belastend sein – aber auch erleichternd und mitunter sogar heiter, siehe oben.

Außerdem ist es möglich – und bestenfalls heilsam –, dass Sie sich im Laufe einer Therapie verändern. Das wiederum hat oft Auswirkungen auf wichtige Beziehungen. Streit mit dem Partner bis hin zur Trennung, Konflikte mit Eltern, Geschwistern und Freunden, Spannungen im Job: All das sind mögliche Folgen oder Begleiterscheinungen einer Psychotherapie.

Das heißt aber nicht, dass die Behandlung alles schlimmer macht. Im Gegenteil: Meist geht es bei einer Psychotherapie auch darum, dass Sie langfristig gesündere und stabilere Beziehungen zu anderen aufbauen können.

Mit welchen Risiken Sie rechnen müssen, sollte die Therapeutin oder der Therapeut Ihnen vor Beginn der Therapie erklären. Abhängig ist das unter anderem von der Erkrankung, den individuellen Umständen und auch von der Therapieform.

"Meine Beschwerden haben aber körperliche Ursachen."

Tatsächlich gibt es viele körperliche Erkrankungen, die zu psychischen Beschwerden führen können – und umgekehrt. Und zweifellos ist es wichtig, den körperlichen Ursachen einer Erkrankung auf den Grund zu gehen und diese behandeln zu lassen. Eine Psychotherapie kann aber trotzdem helfen.

Bewährt hat sie sich sogar bei Erkrankungen, die nach heutigem Wissensstand in erster Linie körperliche Auslöser haben. Das gilt etwa für das Reizdarmsyndrom und bestimmte Schmerzleiden. Bei vielen körperlichen Krankheiten ist es also eine Kombination aus medizinischen Mitteln und seelischer Unterstützung, die am besten wirkt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Wiebke Posmyk
Drogen

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