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Die hĂ€ufigsten Ursachen fĂŒr FußkrĂ€mpfe – und was hilft

Von Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 22.06.2022Lesedauer: 4 Min.
Eine junge Frau greift sich an den Fuß. MuskelkrĂ€mpfe sind Ă€ußerst schmerzhaft und können urplötzlich kommen. In den meisten FĂ€llen sind die Ursachen harmlos.
Eine junge Frau greift sich an den Fuß. MuskelkrĂ€mpfe sind Ă€ußerst schmerzhaft und können urplötzlich kommen. In den meisten FĂ€llen sind die Ursachen harmlos. (Quelle: bymuratdeniz/getty-images-bilder)
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Der Fuß wird plötzlich steif, die Zehen verbiegen sich und ein stechender Schmerz schießt in den Fuß: KrĂ€mpfe in FĂŒĂŸen und Zehen sind unangenehm, und treiben so manchen Betroffenen die TrĂ€nen in die Augen. Warum FĂŒĂŸe und Zehen hĂ€ufig verkrampfen und was gegen den Schmerz hilft.

Ein Muskelkrampf ist ein plötzliches, schmerzhaftes und unwillkĂŒrliches Zusammenziehen (Kontraktion) eines Teils oder der Gesamtheit eines Muskels oder einer Muskelgruppe, die mit einer tastbaren VerhĂ€rtung einhergeht. MuskelkrĂ€mpfe kennen die meisten in Form von WadenkrĂ€mpfen oder KrĂ€mpfen in FĂŒĂŸen und Zehen. Insbesondere nĂ€chtliche MuskelkrĂ€mpfe sind hĂ€ufig. Lesen Sie hier, was dahintersteckt und wie sich der Krampf wieder lösen lĂ€sst.


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KrĂ€mpfe im Fuß: Wer ist hĂ€ufig betroffen?

"Vielfach sind bereits junge Menschen von KrĂ€mpfen betroffen, aber die ĂŒberwiegende Mehrzahl ist im fortgeschrittenen Alter", sagt Dr. Bernhard Dickreiter, leitender Facharzt fĂŒr Physikalische Therapie und Rehabilitative Medizin der Gelenk-Klinik Gundelfingen.

Etwa 33 bis 50 Prozent der Ă€lteren Bevölkerung ĂŒber 65 Lebensjahre leidet mindestens einmal pro Woche an MuskelkrĂ€mpfen. MuskelkrĂ€mpfe in Wade, Fuß und Zehen, die ohne ursĂ€chliche Störung in der Nacht auftreten, nennen Mediziner benigne idiopathische KrĂ€mpfe.

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KrÀmpfe können aber auch wÀhrend oder nach sportlicher TÀtigkeit (trainingsassoziierter Muskelkrampf) auftreten. "Sportler sind sehr hÀufig betroffen, besonders nach sehr intensiven Belastungen. Aber auch nach körperlicher Anstrengung im Allgemeinen kommt es immer wieder zu MuskelkrÀmpfen, wenn eine Disposition zur Verkrampfung besteht", so der Experte.

(Quelle: privat)


Dr. Bernhard Dickreiter ist leitender Facharzt fĂŒr Physikalische Therapie und Rehabilitative Medizin der Gelenk-Klinik Gundelfingen.

KrĂ€mpfe in den FĂŒĂŸen können auf Erkrankung hinweisen

MuskelkrĂ€mpfe, medizinisch Crampi, in FĂŒĂŸen und Zehen sind zwar schmerzhaft, meist aber harmlos. Eher selten deuten FußkrĂ€mpfe auf Erkrankungen hin. "In nicht wenigen FĂ€llen werden die Muskeln durch Fehlstellungen des Fußes, etwa den Platt- und Senkfuß, ĂŒberlastet. Auch zu enges Schuhwerk kann FußkrĂ€mpfe begĂŒnstigen", erklĂ€rt Dickreiter. "Da aber auch ernsthafte Beschwerden wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen hinter den MuskelkrĂ€mpfen stecken können, ist bei regelmĂ€ĂŸigem Auftreten der Beschwerden eine Ă€rztliche Untersuchung und KlĂ€rung der Ursache ratsam."

Weitere mögliche Muskelkrampfursachen sind:

  • Verspannungen der Muskulatur (durch zu viel oder zu wenig Bewegung)
  • Gelenkprobleme
  • Fehlbelastungen
  • Störungen im Mineralstoffhaushalt (Elektrolythaushalt)
  • Dehydration (ausgetrockneter Körper) in Folge von DurchfĂ€llen, Erbrechen oder starkem Schwitzen
  • bestimmte Medikamente, beispielsweise Blutdrucksenker, Diuretika (EntwĂ€sserungsmittel), manche Cholesterinsenker und einige Antidepressiva
  • Nervenstörungen, sogenannte Polyneuropathien
  • Schwangerschaften
  • Nierenerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • SchilddrĂŒsenĂŒberfunktion
  • Durchblutungsstörungen
  • Eisenmangel
  • NervenschĂ€digungen, etwa durch Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) verursacht
  • zunehmendes Alter (unter anderem begĂŒnstigt durch verkĂŒrzte Muskeln, Bewegungsmangel, Gelenkbeschwerden, Fehlbelastungen, NĂ€hrstoff- und FlĂŒssigkeitsmangel)

Akuter Krampf im Fuß – was tun?

HĂ€ufig reißt ein Fußkrampf Betroffene völlig unerwartet aus dem Schlaf. Doch auch eine ungĂŒnstige Bewegung beim Sport kann die Verkrampfung verursachen. Um den stechenden Schmerz rasch zu lindern, rĂ€t Dickreiter, den betroffenen Muskel zu dehnen: "DehnĂŒbungen der betreffenden Muskeln haben sich bewĂ€hrt. Ziehen Sie beispielsweise im Sitzen die verkrampften Zehen mit einer Hand hin zum Körper, und/oder fördern Sie durch Ausstrichmassagen an den Zehen und FĂŒĂŸen den lymphatischen und venösen Abfluss." Oftmals kann auch vorsichtiges Gehen den akuten Krampf in Fuß und Zehen lindern.

Barfußlaufen stĂ€rkt die FĂŒĂŸe

Laut dem Experten ist Barfußlaufen generell empfehlenswert, um KrĂ€mpfen in den FĂŒĂŸen vorzubeugen. Es krĂ€ftige sowohl die Fußmuskulatur als auch das Fußgewölbe. Ebenso fördere es die gesunde Zehenstellung und könne somit SchĂ€den wie Senk- und SpreizfĂŒĂŸe korrigieren beziehungsweise verhindern. Durchblutungsfördernde warme Basen-FußbĂ€der und Basen-Wickel wirkten ebenfalls entspannend auf die Muskulatur. Gegebenenfalls sei auch die Einnahme von Magnesium hilfreich.

Kann Magnesium KrĂ€mpfe in Fuß und Zehen lindern?

In den aktuellen Leitlinien wird die Einnahme von Magnesium empfohlen. Allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass die Wirksamkeit nicht ausreichend belegt ist. Ein Therapieversuch mit Magnesium soll aber aufgrund des gĂŒnstigen Nebenwirkungsprofiles laut Leitlinie in jedem Falle unternommen werden, da Magnesium an der Muskelmembran zu einer Stabilisierung fĂŒhrt und Aktionspotenziale reduziert, die Kontraktionen im Muskel auslösen. So sei auch bei Schwangerschaften Magnesium möglicherweise wirksam.

Auch wenn die Wirkung von Magnesium wissenschaftlich bislang nicht bewiesen ist, berichten Patienten immer wieder, das Magnesium bei ihnen die KrampfhĂ€ufigkeit verringert. Chinin ist als Medikament zwar nachgewiesenermaßen wirksam, sollte den Neurologen zufolge wegen der (seltenen) schweren Nebenwirkungen, unter anderem von möglichen Störungen der Blutgerinnung, erst in zweiter Linie und nur bei schwerer AusprĂ€gung der KrĂ€mpfe eingesetzt werden.

FußkrĂ€mpfen vorbeugen: Das können Sie tun

Möchten Sie Verkrampfungen im Fuß und in den Zehen vorbeugen, können Sie folgende Tipps versuchen:

  • Achten Sie auf eine ausgewogene, vollwertige ErnĂ€hrung. So versorgen Sie Ihren Körper mit wichtigen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen, die die Muskeln brauchen.
  • Essen Sie regelmĂ€ĂŸig magnesiumreiche Lebensmittel, beispielsweise Bananen, NĂŒsse und Vollkornprodukte.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Proteinzufuhr. Die Referenzwerte der Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) liegen bei 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag.
  • Trinken Sie ausreichend. Die DGE rĂ€t gesunden Erwachsenen, tĂ€glich 1,5 Liter zu trinken. Mineralwasser unterstĂŒtzt die tĂ€gliche Mineralstoffzufuhr. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten die individuelle Trinkmenge mit ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Ärztin besprechen.
  • Kaffee kann entwĂ€ssernd wirken und dadurch KrĂ€mpfe möglicherweise begĂŒnstigen. Trinken Sie bei wiederkehrenden KrĂ€mpfen etwas weniger Kaffee und schauen Sie, ob die KrĂ€mpfe nachlassen.
  • Trinken Sie Alkohol nur in Maßen. Alkohol wirkt sich negativ auf den Elektrolythaushalt und die Reizverarbeitung der Nerven aus.
  • Verzichten Sie auf Zigaretten. Die im Tabak enthaltenen Giftstoffe stören unter anderem die Durchblutung.
  • Bleiben Sie in Bewegung. Muskeln brauchen Training – auch fĂŒr eine gute Versorgung mit NĂ€hrstoffen.
  • WĂ€rmen Sie sich vor dem Sport gut auf und fĂŒhren Sie vor und nach dem Sport sanfte DehnĂŒbungen durch.
  • Lassen Sie bei Verdacht auf einen NĂ€hrstoffmangel ein Blutbild beim Arzt machen. Nehmen Sie NahrungsergĂ€nzungen, etwa Magnesium, Kalzium und Kalium, nur nach Absprache ein.

Oftmals begĂŒnstigen Medikamente KrĂ€mpfe, etwa bestimmte Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder Diuretika. Sprechen Sie bei Verdacht mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Lassen Sie wiederkehrende KrĂ€mpfe in Beinen und FĂŒĂŸen immer Ă€rztlich abklĂ€ren.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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