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Die häufigsten Ursachen für Fußkrämpfe – und was hilft

Muskelbeschwerden  

Die häufigsten Ursachen für Fußkrämpfe – und was hilft

Von Ann-Kathrin Landzettel

26.07.2021, 11:57 Uhr
Die häufigsten Ursachen für Fußkrämpfe – und was hilft. Eine junge Frau greift sich an den Fuß. Muskelkrämpfe sind äußerst schmerzhaft und können urplötzlich kommen. In den meisten Fällen sind die Ursachen harmlos.  (Quelle: Getty Images/bymuratdeniz)

Eine junge Frau greift sich an den Fuß. Muskelkrämpfe sind äußerst schmerzhaft und können urplötzlich kommen. In den meisten Fällen sind die Ursachen harmlos. (Quelle: bymuratdeniz/Getty Images)

Der Fuß wird plötzlich steif, die Zehen verbiegen sich und ein stechender Schmerz schießt in den Fuß: Krämpfe in Füßen und Zehen sind unangenehm, und treiben so manchen Betroffenen die Tränen in die Augen. Warum Füße und Zehen häufig verkrampfen und was gegen den Schmerz hilft.

Ein Muskelkrampf ist ein plötzliches, schmerzhaftes und unwillkürliches Zusammenziehen (Kontraktion) eines Teils oder der Gesamtheit eines Muskels oder einer Muskelgruppe, die mit einer tastbaren Verhärtung einhergeht. Muskelkrämpfe kennen die meisten in Form von Wadenkrämpfen oder Krämpfen in Füßen und Zehen. Insbesondere nächtliche Muskelkrämpfe sind häufig. Lesen Sie hier, was dahintersteckt und wie sich der Krampf wieder lösen lässt.

Krämpfe im Fuß: Wer ist häufig betroffen?

"Vielfach sind bereits junge Menschen von Krämpfen betroffen, aber die überwiegende Mehrzahl ist im fortgeschrittenen Alter", sagt Dr. Bernhard Dickreiter, leitender Facharzt für Physikalische Therapie und Rehabilitative Medizin der Gelenk-Klinik Gundelfingen.

Etwa 33 bis 50 Prozent der älteren Bevölkerung über 65 Lebensjahre leidet mindestens einmal pro Woche an Muskelkrämpfen. Muskelkrämpfe in Wade, Fuß und Zehen, die ohne ursächliche Störung in der Nacht auftreten, nennen Mediziner benigne idiopathische Krämpfe.

Krämpfe können aber auch während oder nach sportlicher Tätigkeit (trainingsassoziierter Muskelkrampf) auftreten. "Sportler sind sehr häufig betroffen, besonders nach sehr intensiven Belastungen. Aber auch nach körperlicher Anstrengung im Allgemeinen kommt es immer wieder zu Muskelkrämpfen, wenn eine Disposition zur Verkrampfung besteht", so der Experte.

 (Quelle: privat) (Quelle: privat)
Dr. Bernhard Dickreiter ist leitender Facharzt für Physikalische Therapie und Rehabilitative Medizin der Gelenk-Klinik Gundelfingen.

Krämpfe in den Füßen können auf Erkrankung hinweisen

Muskelkrämpfe, medizinisch Crampi, in Füßen und Zehen sind zwar schmerzhaft, meist aber harmlos. Eher selten deuten Fußkrämpfe auf Erkrankungen hin. "In nicht wenigen Fällen werden die Muskeln durch Fehlstellungen des Fußes, etwa den Platt- und Senkfuß, überlastet. Auch zu enges Schuhwerk kann Fußkrämpfe begünstigen", erklärt Dickreiter. "Da aber auch ernsthafte Beschwerden wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen hinter den Muskelkrämpfen stecken können, ist bei regelmäßigem Auftreten der Beschwerden eine ärztliche Untersuchung und Klärung der Ursache ratsam."

Weitere mögliche Muskelkrampfursachen sind:

  • Verspannungen der Muskulatur (durch zu viel oder zu wenig Bewegung)
  • Gelenkprobleme
  • Fehlbelastungen
  • Störungen im Mineralstoffhaushalt (Elektrolythaushalt)
  • Dehydration (ausgetrockneter Körper) in Folge von Durchfällen, Erbrechen oder starkem Schwitzen
  • bestimmte Medikamente, beispielsweise Blutdrucksenker, Diuretika (Entwässerungsmittel), manche Cholesterinsenker und einige Antidepressiva
  • Nervenstörungen, sogenannte Polyneuropathien
  • Schwangerschaften
  • Nierenerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Durchblutungsstörungen
  • Eisenmangel
  • Nervenschädigungen, etwa durch Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) verursacht
  • zunehmendes Alter (unter anderem begünstigt durch verkürzte Muskeln, Bewegungsmangel, Gelenkbeschwerden, Fehlbelastungen, Nährstoff- und Flüssigkeitsmangel)

Akuter Krampf im Fuß – was tun?

Häufig reißt ein Fußkrampf Betroffene völlig unerwartet aus dem Schlaf. Doch auch eine ungünstige Bewegung beim Sport kann die Verkrampfung verursachen. Um den stechenden Schmerz rasch zu lindern, rät Dickreiter, den betroffenen Muskel zu dehnen: "Dehnübungen der betreffenden Muskeln haben sich bewährt. Ziehen Sie beispielsweise im Sitzen die verkrampften Zehen mit einer Hand hin zum Körper, und/oder fördern Sie durch Ausstrichmassagen an den Zehen und Füßen den lymphatischen und venösen Abfluss." Oftmals kann auch vorsichtiges Gehen den akuten Krampf in Fuß und Zehen lindern.

Barfußlaufen stärkt die Füße

Laut dem Experten ist Barfußlaufen generell empfehlenswert, um Krämpfen in den Füßen vorzubeugen. Es kräftige sowohl die Fußmuskulatur als auch das Fußgewölbe. Ebenso fördere es die gesunde Zehenstellung und könne somit Schäden wie Senk- und Spreizfüße korrigieren beziehungsweise verhindern. Durchblutungsfördernde warme Basen-Fußbäder und Basen-Wickel wirkten ebenfalls entspannend auf die Muskulatur. Gegebenenfalls sei auch die Einnahme von Magnesium hilfreich.

Kann Magnesium Krämpfe in Fuß und Zehen lindern?

In den aktuellen Leitlinien wird die Einnahme von Magnesium empfohlen. Allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass die Wirksamkeit nicht ausreichend belegt ist. Ein Therapieversuch mit Magnesium soll aber aufgrund des günstigen Nebenwirkungsprofiles laut Leitlinie in jedem Falle unternommen werden, da Magnesium an der Muskelmembran zu einer Stabilisierung führt und Aktionspotenziale reduziert, die Kontraktionen im Muskel auslösen. So sei auch bei Schwangerschaften Magnesium möglicherweise wirksam.

Auch wenn die Wirkung von Magnesium wissenschaftlich bislang nicht bewiesen ist, berichten Patienten immer wieder, das Magnesium bei ihnen die Krampfhäufigkeit verringert. Chinin ist als Medikament zwar nachgewiesenermaßen wirksam, sollte den Neurologen zufolge wegen der (seltenen) schweren Nebenwirkungen, unter anderem von möglichen Störungen der Blutgerinnung, erst in zweiter Linie und nur bei schwerer Ausprägung der Krämpfe eingesetzt werden.

Fußkrämpfen vorbeugen: Das können Sie tun

Möchten Sie Verkrampfungen im Fuß und in den Zehen vorbeugen, können Sie folgende Tipps versuchen:

  • Achten Sie auf eine ausgewogene, vollwertige Ernährung. So versorgen Sie Ihren Körper mit wichtigen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen, die die Muskeln brauchen.
  • Essen Sie regelmäßig magnesiumreiche Lebensmittel, beispielsweise Bananen, Nüsse und Vollkornprodukte.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Proteinzufuhr. Die Referenzwerte der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegen bei 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag.
  • Trinken Sie ausreichend. Die DGE rät gesunden Erwachsenen, täglich 1,5 Liter zu trinken. Mineralwasser unterstützt die tägliche Mineralstoffzufuhr. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten die individuelle Trinkmenge mit ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Ärztin besprechen.
  • Kaffee kann entwässernd wirken und dadurch Krämpfe möglicherweise begünstigen. Trinken Sie bei wiederkehrenden Krämpfen etwas weniger Kaffee und schauen Sie, ob die Krämpfe nachlassen.
  • Trinken Sie Alkohol nur in Maßen. Alkohol wirkt sich negativ auf den Elektrolythaushalt und die Reizverarbeitung der Nerven aus.
  • Verzichten Sie auf Zigaretten. Die im Tabak enthaltenen Giftstoffe stören unter anderem die Durchblutung.
  • Bleiben Sie in Bewegung. Muskeln brauchen Training – auch für eine gute Versorgung mit Nährstoffen.
  • Wärmen Sie sich vor dem Sport gut auf und führen Sie vor und nach dem Sport sanfte Dehnübungen durch.
  • Lassen Sie bei Verdacht auf einen Nährstoffmangel ein Blutbild beim Arzt machen. Nehmen Sie Nahrungsergänzungen, etwa Magnesium, Kalzium und Kalium, nur nach Absprache ein.

Oftmals begünstigen Medikamente Krämpfe, etwa bestimmte Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder Diuretika. Sprechen Sie bei Verdacht mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Lassen Sie wiederkehrende Krämpfe in Beinen und Füßen immer ärztlich abklären.

Verwendete Quellen:


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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