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Herzschwäche oder Venenprobleme: Geschwollene Füße müssen nicht sein

Ernst nehmen  

So gefährlich können geschwollene Füße sein

29.08.2021, 11:39 Uhr | dpa

Herzschwäche oder Venenprobleme: Geschwollene Füße müssen nicht sein. Geschwollene Beine und Füße (Symbolfoto): Manchmal können auch gefährliche Krankheiten dahinter stecken. (Quelle: imago images/Science Photo Library)

Geschwollene Beine und Füße (Symbolfoto): Manchmal können auch gefährliche Krankheiten dahinter stecken. (Quelle: Science Photo Library/imago images)

Ohje, die Schuhe passen auf einmal nicht mehr, weil die Füße so dick sind. Oft sind auch die Beine angeschwollen. Vor allem Senioren haben damit zu kämpfen. Was ist der Grund?

Viele ältere Menschen, aber immer häufiger auch junge Personen leiden unter geschwollenen Beinen und Füßen. Die Gründe dafür sollten ernstgenommen werden. Eine Antwort liegt in der schwindenden Leistungsfähigkeit der Adern. Mit zunehmendem Alter lässt die Venenfunktion in den Beinen nach. Das führe zu chronischer Venenschwäche, sagt Prof. Wulf Ito, Chefarzt des Herz- und Gefäßzentrums Oberallgäu-Kempten in Immenstadt (Bayern).

Venenschwäche, auch venöse Insuffizienz genannt, bedeutet: Der Transport des Blutes aus den Beinen zum Herzen hinauf – gegen die Schwerkraft – funktioniert nicht mehr reibungslos. Es kommt zu einem Blutstau in den Beinen. Durch das in den Venen angestaute Blut fließt vermehrt Flüssigkeit in umliegendes Gewebe. Ödeme bilden sich.

Aber: Die Schwellungen können noch andere Auslöser haben. "Die genaue Ursache gehört in jedem Fall abgeklärt", sagt Ito.

Prof. Wulf Ito ist gewählter Präsident der Deutschen Gesellschaft für Angiologie/Gesellschaft für Gefäßmedizin (DGA).

Organprobleme als möglicher Grund

Geschwollene Beine könnten auch ein Hinweis auf eine chronische Herzschwäche sein, erklärt er. Neben Wassereinlagerungen, die für die Ödeme sorgen, nehmen Patienten in dem Fall oft unerklärlich und schnell an Gewicht zu und haben mit Atemnot zu kämpfen.

Nieren- oder Lebererkrankungen sowie eine Schilddrüsenunterfunktion kommen ebenfalls als mögliche Ursache in Frage.

Was gegen geschwollene Füße hilft

Von der Diagnose hängt ab, wie die Therapie der geschwollenen Füße und Beine aussieht. Womöglich werden Medikamente verschrieben und der Rat gegeben, auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Das bedeutet in der Regel: ausgewogen ernähren und viel bewegen.

Betroffene bekommen oft auch Kompressionsstrümpfe verordnet. "Sie bewirken, dass sich die Venen in den Beinen zusammenpressen", erklärt Ito. Das hilft ihnen dabei, Blut effektiver zum Herzen zu leiten. Weil dadurch weniger Flüssigkeit ins Gewebe austritt, lassen die Schwellungen an Beinen und Knöcheln nach.

Wippen und Dehnen im Alltag gegen geschwollene Füße

Empfehlenswert ist, die Beine so oft wie möglich hochzulegen. Das erleichtere den Venen ihre Arbeit, sagt René Gräber, Heilpraktiker in Preetz (Schleswig-Holstein). Ein weiterer Tipp von ihm: Wer viel am Schreibtisch sitzt, sollte öfters mit den Füßen wippen.

Die Venen profitieren zudem von Dehnübungen mehrmals täglich. Eine einfache Übung: Man stellt sich aufrecht hin und hält sich an einem Stuhl fest. Jetzt streckt man ein Bein nach hinten in die Luft und drückt das Knie durch. Mit beiden Beinen mehrmals wiederholen.

Lymphdrainage als Ansatz

Massagen sind ein weiteres Mittel gegen die Probleme. Mit sanften Bewegungen wird die angestaute Flüssigkeit in Richtung Lymphdrüsen geleitet und damit die Zirkulation aktiviert. "In der Naturheilkunde gibt es zudem homöopathische Komplexmittel, die gezielt auf das Lymphsystem wirken und es in Gang setzen", sagt Gräber.

Gefäßmediziner Wulf Ito bringt noch Kneipp-Anwendungen ins Spiel. Diese erwiesen sich oft als wirksam gegen Schwellungen an Beinen und Füßen. Häufig reicht es schon, die Füße ins kalte Wasser zu stellen.

Vorsicht bei diesen Anzeichen für einen Notfall

Keinesfalls sollte man geschwollene Füße und Beine auf die leichte Schulter nehmen. Schwillt ein Bein plötzlich an und geht dies einher mit Atemnot, Brustschmerzen und Herzrasen, sollte umgehend der Notruf 112 getätigt werden.

Auslöser für die Beschwerden ist dann womöglich eine Lungenembolie, die mit einer Venenthrombose einhergeht. In so einem Fall ist umgehend ärztliche Hilfe nötig.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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