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Corona-Infektion mit Omikron: Ist ein milder Verlauf wirklich mild?


Was ist eigentlich ein "leichter Verlauf"?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 19.04.2022Lesedauer: 4 Min.
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Kopf- und Gliederschmerzen (Symbolfoto): Auch bei einem leichten Corona-Verlauf kann es Ihnen sehr schlecht gehen.
Kopf- und Gliederschmerzen (Symbolfoto): Auch bei einem leichten Corona-Verlauf kann es Ihnen sehr schlecht gehen. (Quelle: Ute Grabowsky/photothek/imago-images-bilder)
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Die Corona-Variante Omikron führt eher zu leichten Verläufen. Doch was bedeutet das – droht auch bei einem milden Verlauf ein Krankenhausaufenthalt?

Das Wichtigste im Überblick


  • Coronavirus: Verlaufsstufen der WHO
  • Verlaufsstufen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  • Symptome laut Robert Koch-Institut

Nicht jeder, der positiv auf das Coronavirus getestet wird, erkrankt auch schwer daran. Während der eine gar keine Symptome entwickelt, muss der andere auf der Intensivstation behandelt werden oder stirbt sogar. Warum das so ist, gehört zu den großen Fragen der Pandemie.


Omikron-Symptome: Das sind die ersten Anzeichen

Müdigkeit: Omikron-Infizierte berichten auch über Erschöpfung und starke Müdigkeit.
Halskratzen: Zu den häufigsten Omikron-Symptomen gehören auch Halsschmerzen.
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Der Berliner Virologe Christian Drosten hält mildere Krankheitsverläufe bei der Corona-Variante Omikron bereits seit einigen Wochen für "sehr wahrscheinlich". Dazu gebe es immer mehr Daten, sagte Drosten. Pro 1.000 nachgewiesenen Corona-Fällen müssten nach seiner Einschätzung weniger Menschen in einem Krankenhaus behandelt werden. So sei das Risiko für Ungeimpfte, nach einer Infektion in eine Klinik zu müssen, bei Omikron nur etwa drei Viertel so hoch wie bei Delta.

Auch Studien zeigen, dass Omikron möglicherweise die Lunge verschont und zu einem milden Verlauf von Covid-19 führt. Auch bei der Wirkung der Corona-Impfungen taucht die Erklärung immer wieder auf: Sie verhindern zwar nicht sicher eine Infektion, dafür allerdings meist einen schweren Verlauf. Doch wie unterscheiden sich die Verläufe überhaupt, wann gilt die Krankheit als "leicht", wann als "schwer"?

Coronavirus: Verlaufsstufen der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits zu Beginn der Pandemie 2020 eine Skala für den klinischen Verlauf von Covid-19 erstellt. Demnach gibt es neun Stufen:

  1. Uninfiziert: Keine klinischen oder virologischen Anzeichen einer Covid-Infektion (Stufe 0)
  2. Ambulant: Eine Infektion, die den Patienten entweder gar nicht oder nur leicht in seinen Aktivitäten einschränkt (Stufe 1 bis 2)
  3. Hospitalisiert – milder Verlauf: Unter diese zwei Stufen fallen Patienten, die zwar im Krankenhaus sind, aber keine Sauerstofftherapie benötigen – aber auch solche, die über eine Maske oder eine Nasenbrille beatmet werden müssen. (Stufe 3 bis 4)
  4. Hospitalisiert – schwerer Verlauf: Unter den schweren Verlauf fallen laut WHO gleich drei Stufen: Nicht-invasiv beatmete Patienten oder solche mit einer High-Flow-Sauerstofftherapie (Stufe 5); Patienten, die intubiert werden müssen und eine mechanische Beatmung erhalten (Stufe 6) und schließlich Patienten, die künstlich beatmet werden und zusätzlich organische Unterstützung, beispielsweise durch eine künstliche Lunge (ECMO-Therapie), erhalten. (Stufe 7)
  5. Tod: Als letzte Stufe gibt die WHO schließlich den Tod durch eine Covid-Infektion an.

Später, im November 2021, hat die WHO diese Erkrankungsstufen bei Covid-19 noch einmal konkretisiert und nicht mehr nur die Behandlungsnotwendigkeiten, sondern auch Symptome in die Skala aufgenommen. Demnach gibt es den milden, den schweren und den kritischen Verlauf der Krankheit.

  • Kritischer Verlauf: Bei einem kritischen Verlauf kann es zum akuten Atemnotsyndrom kommen, aber auch zu einer Sepsis, zu einem septischen Schock oder zu anderen Komplikationen, die in der Regel lebensverlängernde Maßnahmen erfordern. Dazu zählt auch die künstliche Beatmung.
  • Schwerer Verlauf: Zu einem schweren Verlauf kommt es laut WHO dann, wenn beispielsweise die Sauerstoffsättigung im Blut unter 90 Prozent der Raumluft fällt, wenn es zu Zeichen von Atemnot oder anderen gefährlichen Symptomen kommt – beispielsweise der Unfähigkeit, Nahrung zu sich zu nehmen, Lethargie, Bewusstlosigkeit oder Anzeichen einer Lungenentzündung.
  • Milder Verlauf: Auf dieser Skala wertet die WHO all die Verläufe als milden oder auch "nicht-schweren" Verlauf, bei denen der Patient keines der Symptome des schweren oder kritischen Verlaufs zeigt.

Zusammengefasst bedeuten beide Skalen der WHO, dass auch ein milder Verlauf zu schweren Symptomen oder sogar zum Krankenhausaufenthalt führen kann. Erst dann, wenn ein Patient beispielsweise Unterstützung beim Atmen benötigt, wird der Verlauf als schwerer eingestuft.

Allerdings kann die Corona-Erkrankung auch ohne Atemnot bereits sehr unangenehm für den Betroffenen werden und sich wie eine schwere Grippe anfühlen – trotzdem wird dann noch von einem milden Verlauf gesprochen.

Verlaufsstufen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat ebenfalls eine Grafik zum Verlauf von Covid-19 erstellt. Darin wird nicht zwischen leichtem und schwerem Verlauf unterschieden, sondern danach, wann ein Aufenthalt im Krankenhaus oder auf der Intensivstation notwendig wird.

Als erste Stufe wird von der Bundeszentrale ein Verlauf ohne Symptome angegeben, nach etwa 14 Tagen gilt ein solcher Patient dann als nicht mehr ansteckend. "Milde bis moderate" Symptome, mit denen ein Krankenhausaufenthalt noch nicht notwendig wird, sind laut BZgA:

  • Fieber
  • trockener Husten
  • Abgeschlagenheit
  • Geruchs- und Geschmacksveränderungen
  • deutliches Krankheitsgefühl
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Durchfall
  • Schnupfen

Diese Symptome dauern in der Regel etwa zwei Wochen an. Nehmen die Symptome zu und gibt es über zwei bis drei Tage zusätzlich Atembeschwerden, folgt demnach etwa acht bis elf Tage nach Krankheitsbeginn der Krankenhausaufenthalt.

Wird die Zufuhr von Sauerstoff notwendig und benötigt der Patient eine künstliche Beatmung oder sogar die Unterstützung anderer Körperfunktionen oder Organe, kann schließlich die Verlegung auf die Intensivstation notwendig werden. Nach 7 bis 14 Tagen auf der Intensivstation folgt dann die Verlegung auf die Normalstation – es kann allerdings auch zum Tod des Covid-Patienten kommen. Als genesen gilt ein solcher Patient in der Regel etwa 7 bis 14 Tage nach der Verlegung auf die Normalstation. Der gesamte Krankheitsverlauf kann sich so über mehrere Wochen oder sogar Monate hinziehen.

Und auch bei dieser Aufschlüsselung wird deutlich: Auch ein leichter Verlauf kann sich wie eine Grippe anfühlen, "milde Symptome" können auch hohes Fieber über mehrere Tage oder sogar zwei Wochen bedeuten. Auch der Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn sowie Kopf- und Gliederschmerzen gelten als "milde bis moderate Symptome" von Covid-19.

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Symptome laut Robert Koch-Institut

Ähnliches zeigt auch die Erfassung der Covid-19-Symptome des Robert Koch-Instituts (RKI). Demnach leiden 42 Prozent aller Covid-Patienten unter Husten, 26 Prozent bekommen Fieber, 31 Prozent zusätzlich Schnupfen und etwa jeder Fünfte erleidet eine Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns.

"Der Krankheitsverlauf variiert stark in Symptomatik und Schwere, es können symptomlose Infektionen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod auftreten. Insgesamt sind 1,8 Prozent aller Personen, für die bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen in Deutschland übermittelt wurden, im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben", erklärt das RKI.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • WHO-Papier zum Coronavirus
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Verlauf der Erkrankung Covid-19
  • Robert Koch-Institut
  • Nachrichtenagentur Reuters
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