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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Was der Pap-Test verrÀt

Von Wiebke Posmyk

Aktualisiert am 20.01.2022Lesedauer: 4 Min.
FrauenÀrztin berÀt Patientin
Frauen ab 20 haben Anspruch auf einen regelmĂ€ĂŸigen Pap-Test zur FrĂŒherkennung von GebĂ€rmutterhalskrebs. (Quelle: peakSTOCK/getty-images-bilder)
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Ein Pap-Test kann Leben retten: Mit dem Test lassen sich mögliche Vorstufen von GebĂ€rmutterhalskrebs frĂŒhzeitig erkennen. Lesen Sie, was die Pap-Stufen bedeuten, wie der Test durchgefĂŒhrt wird und wann die Krankenkasse die Kosten ĂŒbernimmt.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ermittelt der Pap-Test?
  • Wie funktioniert der Pap-Test?
  • Pap-Stufen: Was bedeuten sie?
  • Pap-Test positiv: Was nun?
  • Pap-Test: Wer ĂŒbernimmt die Kosten?

Heute sterben deutlich weniger Frauen an GebĂ€rmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) als noch vor 30 Jahren. Das ist vor allem den verbesserten Möglichkeiten zur FrĂŒherkennung zu verdanken.

Eine große Rolle spielt dabei der Pap-Test. Er gibt Auskunft darĂŒber, ob und inwiefern Zellen am GebĂ€rmutterhals krankhaft verĂ€ndert sind. Die Untersuchung dauert insgesamt nur wenige Minuten und ist meist nicht schmerzhaft. cc-pixel

Der Pap-Test (auch: Papanicolaou-Test) ist nach seinem Erfinder George Papanicolaou benannt.

Was ermittelt der Pap-Test?

Der Pap-Test gibt Aufschluss darĂŒber, ob am GebĂ€rmutterhals ZellverĂ€nderungen vorliegen und wie stark sie sind. Starke ZellverĂ€nderungen erhöhen das Risiko, an GebĂ€rmutterhalskrebs zu erkranken – oder bereits erkrankt zu sein.

Der GebĂ€rmutterhals stellt die Verbindung zwischen GebĂ€rmutter und Scheide dar. VerĂ€nderungen am GebĂ€rmutterhals entstehen hĂ€ufig durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HP-Viren). Die Viren werden meist beim Geschlechtsverkehr ĂŒbertragen. Fast jede sexuell aktive Person steckt sich irgendwann einmal mit HP-Viren an.

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Im Rahmen der Infektion können am GebĂ€rmutterhalskrebs GewebeverĂ€nderungen entstehen. In den meisten FĂ€llen sind sie harmlos und bilden sich wieder zurĂŒck, wenn der Körper die Viren bekĂ€mpft hat. Bleibt die Infektion jedoch lĂ€nger bestehen, können sich die ZellverĂ€nderungen zu Krebsvorstufen und schließlich zu GebĂ€rmutterhalskrebs entwickeln.

Illustration von GewebeverÀnderungen durch HP-Viren
Humane Papillomviren gelten als Hauptrisikofaktor fĂŒr GebĂ€rmutterhalskrebs. (Quelle: ttsz/getty-images-bilder)

Gut zu wissen
Eine HP-Infektion gilt als Hauptrisikofaktor fĂŒr GebĂ€rmutterhalskrebs – aber nur ein kleiner Teil der infizierten Frauen erkrankt tatsĂ€chlich an einem Zervixkarzinom.

Wie funktioniert der Pap-Test?

Der Pap-Test wird meist im Rahmen der gynĂ€kologischen KrebsfrĂŒherkennung durchgefĂŒhrt. Dabei FĂŒr entnimmt die FrauenĂ€rztin oder der Frauenarzt eine kleine Zellprobe mithilfe eines sogenannten Abstrichs.

Die Ärztin oder der Arzt begutachtet zunĂ€chst die Ă€ußeren und inneren Bereiche der Scheide. Mit einem röhrenförmigen Untersuchungsinstrument, dem Spekulum, kann sie oder er den GebĂ€rmutterhals betrachten. Der eigentliche Zellabstrich dauert nur wenige Sekunden: Dabei werden mit einem Spatel oder einem BĂŒrstchen Zellen von Muttermund und GebĂ€rmutterhalskanal entnommen. Schmerzen bereitet der Abstrich meist nicht. Er kann sich jedoch etwas unangenehm anfĂŒhlen. Kurz danach kann es zu einer harmlosen, schwachen Blutung kommen, die innerhalb weniger Stunden von selbst aufhört.

Der Zellabstrich wird anschließend im Labor auf VerĂ€nderungen untersucht.

Utensilien fĂŒr einen Zellabstrich
FĂŒr den Pap-Test wird eine Zellprobe aus der GebĂ€rmutterschleimhaut entnommen. (Quelle: JodiJacobson/getty-images-bilder)

Pap-Stufen: Was bedeuten sie?

Je nachdem, wie stark mögliche ZellverÀnderungen sind, teilen Fachleute das Ergebnis des Pap-Tests in verschiedene Stufen/Klassen ein.

Befund Bedeutung
Pap 0 Das Ergebnis ist nicht eindeutig (etwa aufgrund eines Laborfehlers); daher sollte der Abstrich innerhalb von drei Monaten wiederholt werden.
Pap I unauffÀlliger Abstrich
Pap II-a unauffÀlliger Abstrich, jedoch war der Abstrich in vorangegangenen Untersuchungen schon einmal auffÀllig
Pap II minimale ZellverÀnderungen; kein Verdacht auf Krebs
Pap IIID1 eindeutige ZellverĂ€nderungen, die sich jedoch hĂ€ufig wieder zurĂŒckbilden; geringes Entartungsrisiko
Pap IIID2 mögliche Krebsvorstufen: starke ZellverÀnderungen mit erhöhtem Krebsrisiko
Pap III keine Krebszellen, jedoch unklare ZellverÀnderungen
Pap IV / Pap V starke ZellverÀnderungen; hohe Wahrscheinlichkeit, dass bereits eine Krebsvorstufe oder GebÀrmutterhalskrebs vorliegt

Pap-Test positiv: Was nun?

Wichtig zu wissen: Ist der Pap-Test positiv, ist dies – auch bei höheren Pap-Stufen – kein Beweis fĂŒr GebĂ€rmutterhalskrebs. Vielmehr ist das Ergebnis nur ein Hinweis darauf, dass mehr oder weniger starke ZellverĂ€nderungen vorliegen.

Je nachdem, um welche Stufe es sich handelt, kann ein erneuter Pap-Test in kĂŒrzeren ZeitabstĂ€nden nötig sein. Bei höheren Pap-Stufen wird die Ärztin oder der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen, um Krebs ausschließen oder diagnostizieren zu können. Dazu zĂ€hlt zum Beispiel ein HPV-Test: DafĂŒr wird ein Zellabstrich auf Humane Papillomviren untersucht. Vor allem, wenn sich bestimmte HP-Viren vom sogenannten Hochrisikotyp nachweisen lassen, könnte dies in Verbindung mit einer hohen Pap-Stufe auf GebĂ€rmutterhalskrebs hinweisen.

FĂŒr eine eindeutige Diagnose sind jedoch weitere Untersuchungen nötig. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel eine Scheidenspiegelung (Kolposkopie) und eine grĂ¶ĂŸere Gewebeprobe (Biopsie). Auch kann gegebenenfalls eine Konisation nötig sein: Dabei wird ein kegelförmiges GewebestĂŒck aus dem GebĂ€rmutterhals entfernt und untersucht.

Pap-Test: Wer ĂŒbernimmt die Kosten?

Der Pap-Test ist Teil der gynĂ€kologischen KrebsfrĂŒherkennung. Die Kosten ĂŒbernehmen die Krankenkassen fĂŒr Frauen ab 20 Jahren. Dabei gilt:

  • Frauen zwischen 20 und 34 haben einmal jĂ€hrlich Anspruch auf einen kostenlosen Pap-Test.
  • Frauen ab 35 können alle drei Jahre einen Pap-Test in Kombination mit einem HPV-Test machen lassen. Der Abstrich wird dann sowohl auf ZellverĂ€nderungen als auch auf HP-Viren untersucht.

Pap-Test fĂŒr ĂŒber 35-JĂ€hrige nur noch alle drei Jahre

Bis Ende 2019 hatten auch Frauen ĂŒber 35 Jahren Anspruch auf einen jĂ€hrlichen Pap-Test. Seit Anfang 2020 bezahlen die Krankenkassen nur noch alle drei Jahre einen solchen Test, dann allerdings in Kombination mit einem HPV-Test. Die Kombination aus HPV- und Pap-Test gilt bei etwas Ă€lteren Frauen als besonders zuverlĂ€ssige Methode zur Diagnose von GebĂ€rmutterhalskrebs. Daher gilt ein Untersuchungsabstand von drei Jahren als ausreichend sicher.

Bei Frauen unter 35 ist ein jĂ€hrlicher Pap-Test (ohne zusĂ€tzlichen HPV-Test) zur FrĂŒherkennung besser geeignet. Der Grund: Ein HPV-Test ist in dieser Altersgruppe nicht besonders aussagekrĂ€ftig – denn eine HP-Infektion bildet sich bei den meisten jungen Frauen von allein wieder zurĂŒck und fĂŒhrt nur selten zu bösartigen ZellverĂ€nderungen. Daher gilt der jĂ€hrliche Pap-Test in dieser Altersgruppe als aussagekrĂ€ftiger.

Wichtig zu wissen
UnabhĂ€ngig vom Pap-Test hat jede Frau ab 20 Jahren Anspruch auf eine jĂ€hrliche FrĂŒherkennungsuntersuchung. Dabei tastet die Ärztin oder der Arzt den Bereich GebĂ€rmutter von außen und innen ab. Zudem fragt sie oder er nach möglichen Beschwerden oder VerĂ€nderungen. Im Zuge der FrĂŒherkennung nimmt sie oder er auch einen Pap-Test vor – bei Frauen zwischen 20 und 34 jĂ€hrlich, bei Frauen ab 35 alle drei Jahre.

Pap-Test: Wann die Kosten nicht getragen werden

Frauen ĂŒber 35, die sich schon vor Ablauf der drei Jahre testen lassen möchten, mĂŒssen die Kosten selbst tragen. Es handelt sich dann um eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Die Kosten können von Praxis zu Praxis leicht variieren.

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Ausnahme: Bei auffĂ€lligen Beschwerden oder Befunden – etwa im Rahmen der jĂ€hrlichen KrebsfrĂŒherkennung – kann die Ärztin oder der Arzt zur AbklĂ€rung einen Pap-Test veranlassen. Die Kosten ĂŒbernimmt in diesem Fall die Krankenkasse.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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