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Wie Stress und falsche ErnÀhrung den Haaren schaden

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Frau hĂ€lt Haare nach dem BĂŒrsten in der Hand: Enorme ZugkrĂ€fte durch Frisuren oder aggressives BĂŒrsten beanspruchen die Haarwurzeln und können zu Haarausfall fĂŒhren.
Enorme ZugkrĂ€fte durch Frisuren oder aggressives BĂŒrsten beanspruchen die Haarwurzeln und können zu Haarausfall fĂŒhren. (Quelle: Doucefleur/getty-images-bilder)
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Der Schock ist groß: Plötzlich sind mehr Haare in der BĂŒrste und im Spiegel zeigen sich kahle Stellen. Haarausfall bei Frauen ist keine Seltenheit. Die weiblichen Haarwurzeln sind einer Vielzahl verschiedener EinflĂŒsse ausgesetzt, die Haarausfall begĂŒnstigen.

Das Wichtigste im Überblick


Haarverlust kann viele Ursachen haben. Neben genetischen Faktoren können Schwankungen im Hormonhaushalt, Eisenmangel und Stress verantwortlich sein. Sieben hĂ€ufige GrĂŒnde, warum Frauen die Haare ausfallen können.


Acht Ursachen fĂŒr Haarausfall bei Frauen

Frau fasst sich wegen Haarausfall an die: Durch eine erbliche Veranlagung entsteht eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenĂŒber mĂ€nnlichen Sexual-Hormonen. Wenn weniger der mĂ€nnliche Sexual-Hormone in weibliche umgewandelt werden, verringert sich der Anteil an weiblichen, haarwuchsfördernden Hormonen wie Östrogen. Dadurch kann es bei Frauen zu Haarverlust kommen.
Unter Stress leidende junge Frau sitz mit Laptop auf dem Sofa: Stress: Bei hoher Belastung verbraucht der Körper viel Energie und damit auch Mineralstoffe. Liegt ein Mangel vor, geht er an die körpereignen Reserven. Wenn dabei den Haarwurzeln wichtige NÀhrstoffe entzogen werden. Kann es zu Haarausfall kommen.
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Wann sprechen Mediziner von Haarausfall?

Haarausfall ist eine individuelle Sache. Ein tĂ€glicher Haarverlust von 50 bis 100 Haaren gilt als normal. Ob die Menge der verlorenen Haare aber tatsĂ€chlich als Haarausfall wahrgenommen wird, ist abhĂ€ngig vom individuellen Haarumsatz und vom persönlichen Empfinden. "Viele Frauen sind beunruhigt, wenn sie plötzlich mehr Haare in der BĂŒrste finden als gewohnt – auch wenn die tatsĂ€chliche Anzahl der verlorenen Haare nicht bedenklich ist. Haarausfall lĂ€sst sich nicht allein an der Zahl der ausgehenden Haare diagnostizieren. Es muss immer das subjektive Empfinden der betroffenen Frau berĂŒcksichtigt werden", sagt Dr. Uwe Schwichtenberg, Hautarzt aus Bremen und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V.

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Anlagebedingter Haarausfall

Anlagebedingter Haarausfall ist eine hĂ€ufige Ursache von weiblichem Haarausfall. Bei anlagebedingtem Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, handelt es sich um einen genetisch vorbestimmten Haarverlust. Ursache des Haarausfalls ist eine veranlagungsbedingt erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenĂŒber mĂ€nnlichen Sexualhormonen (Androgenen), die mit zunehmendem Alter verstĂ€rkt zum Tragen kommt. Anders als MĂ€nner mĂŒssen Frauen in der Regel keine Glatze befĂŒrchten. Dennoch kann der Haarausfall deutlich sichtbar sein.

Bei anlagebedingtem Haarausfall sind vor allem die Scheitelregion und der Haaransatz betroffen. Bei der androgenetischen Alopezie kann es sowohl zu einem ĂŒbermĂ€ĂŸigen Ausfall der Haare als auch zu einem gestörten beziehungsweise unzureichenden Nachwachsen normal ausfallender Haare kommen. "Etwa 20 Prozent der Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine androgenetische Alopezie. Der Haarverlust kann weniger oder stĂ€rker ausgeprĂ€gt sein", erklĂ€rt Schwichtenberg. "RĂŒckgĂ€ngig lĂ€sst sich der Haarausfall nicht machen. Die Haarfollikel, die bereits untergegangen sind, können kĂŒnftig keine neuen Haare mehr bilden."

Diffuser Haarausfall: oft heilbar

Eine weitere Form des weiblichen Haarausfalls ist der sogenannte diffuse Haarausfall. Das Gute an diffusem Haarausfall ist: Anders als bei anlagebedingtem Haarausfall reguliert sich das Haarwachstum nach einiger Zeit meist wieder. Der Haarausfall stoppt und neue Haare wachsen nach. "Diffuser Haarausfall zeigt sich oft drei bis neun Monate nach dem auslösenden Faktor", sagt Schwichtenberg. "Bei diffusem Haarausfall muss man immer einige Monate zurĂŒckrechnen, um der Ursache auf die Spur zu kommen. Grund ist der natĂŒrliche Haarzyklus, der die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase umfasst, in der sich das Haar aus dem Follikel löst."

Hormonelle Einflussfaktoren

Diffuser Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben, etwa Eisenmangel, Stress, saisonale EinflĂŒsse, eine MangelernĂ€hrung oder hormonelle Schwankungen. "Eine hormonelle Wechselsituation ist eine hĂ€ufige Ursache, wenn Frauen vermehrt Haare verlieren", weiß der Dermatologe. "So gehen vielen Frauen drei bis sechs Monate nach einer Schwangerschaft oft verstĂ€rkt Haare aus. Auch in den Wechseljahren kann es zu einem vorĂŒbergehend stĂ€rkeren Haarverlust kommen. Die Umstellung bei der Einnahme von hormonellen VerhĂŒtungsmitteln kann das Haarwachstum ebenfalls stören. Eine weitere Ursache von Haarausfall sind SchilddrĂŒsenerkrankungen."

Eisenmangel lÀsst die Haare ausfallen

Eisenmangel gehört ebenfalls zu den Auslösern fĂŒr weiblichen Haarausfall. Laut dem Haarexperten ist Eisenmangel die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr diffusen Haarausfall bei jungen Frauen. Viele Frauen haben einen Eisenmangel. Die monatlichen Blutungen fĂŒhren neben dem Blutverlust auch zu einem verstĂ€rkten Verlust von Eisen. Machen junge Frauen DiĂ€ten oder ernĂ€hren sie sich vegan, steigt das Risiko fĂŒr einen Eisenmangel. Auch wĂ€hrend der Schwangerschaft ist der tĂ€gliche Eisenbedarf erhöht. "Haben junge Frauen Haarausfall, sollte immer der Eisenspeicher im Körper kontrolliert werden. Liegt ein Eisenmangel vor, kann Eisen als Medikament dem Körper zugefĂŒhrt werden", sagt Schwichtenberg.

DiÀten entziehen den Haarwurzeln NÀhrstoffe

Strenge DiĂ€ten, eine MangelernĂ€hrung und schwere Magen-Darm-Infekte sowie LebensmittelunvertrĂ€glichkeiten sind weitere mögliche Ursachen fĂŒr Haarverlust. Fehlen dem Haarfollikel wichtige NĂ€hrstoffe, um die Haarwurzeln ausreichend zu versorgen, können sie sich lösen und ausfallen. Mit einer ausgewogenen ErnĂ€hrung mit vielen frischen Lebensmitteln können die Haare meist gut versorgt werden. "Es sind nicht einzelne NĂ€hrstoffe, welche das Haar besonders gut wachsen lassen. Es kommt auf eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen als Gesamtpaket an", so der Dermatologe.

Stress raubt Haaren die Kraft

Stress, psychische Belastung, Schlafmangel: Steht der Körper unter andauernder Belastung, kann das ebenfalls zu Haarausfall fĂŒhren. "Die Haare sind empfindlich und stressanfĂ€llig. Steht der Körper unter Dauerbelastung, zieht er die notwendigen Ressourcen dort ab, wo sie nicht so dringend gebraucht werden – und das ist unter anderem auf dem Kopf", erklĂ€rt der Dermatologe. Als weiteren Einflussfaktor vermuten Forscher einen erhöhten Kortisolspiegel als Haarausfallursache.

(Quelle: Privat)


Dr. med. Uwe Schwichtenberg ist Facharzt fĂŒr Dermatologie sowie Allergologie und leitender Arzt der Derma Nord Hautarztpraxen in Bremen. Er ist Mitglied des Bundesvorstandes des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD) sowie Redakteur und Experte auf www.haarerkrankungen.de.

Falsche Frisuren strapazieren die Haarwurzeln

Auch viele der weiblichen Frisur-Variationen setzen den Haaren zu. Besonders bei strengen, festen Frisuren wirken oft enorme ZugkrĂ€fte auf die Haarwurzeln. Wird der Zug zu stark, können sich die Haarwurzeln lösen. Frauen bemerken die sogenannte Traktionsalopezie hĂ€ufig am Haaransatz. Auch heißes Föhnen, hĂ€ufiges Waschen und die Verwendung von Haargelen und -sprays können dem Haar zusetzen: Es kann austrocknen und abbrechen. Dabei handelt es sich zwar nicht um klassischen Haarausfall, da nicht die Haarwurzeln betroffen sind. Doch das Haar wirkt strohig, splissig und oft sind kleine kurze Haare am Haaransatz sichtbar.

Saisonale EinflĂŒsse: "Fellwechsel" durch die Jahreszeiten

Auch saisonaler Haarausfall ist laut dem Experten möglich. Oft gehen im Herbst und Winter vermehrt Haare aus. Dies ist hĂ€ufig auf die intensive Sonnenstrahlung in den Sommermonaten zurĂŒckzufĂŒhren, die sich auf den Haarzyklus auswirkt. Es ist also nicht ungewöhnlich, wenn in den kalten Monaten etwas mehr Haare im Abflusssieb der Dusche sind als gewohnt. "HĂ€lt der Haarausfall an oder wird er schlimmer, sollten betroffene Frauen einen Dermatologen aufsuchen und die Ursache klĂ€ren lassen", rĂ€t Schwichtenberg.

Haarausfall behandeln

Diffuser Haarausfall lĂ€sst sich meist stoppen, wenn die Ursache behandelt wird, etwa die Eisenspeicher aufgefĂŒllt werden, SchilddrĂŒsenerkrankungen therapiert werden oder der Körper nach hormonellen Schwankungen wieder zur Ruhe kommt. Anders sieht das bei anlagebedingtem Haarausfall aus. "Bei anlagebedingtem Haarausfall kann man versuchen, den weiteren Haarausfall mit Hilfe von lokal aufzutragenden Medikamenten zu stoppen. Die Haare, die bereits untergegangen sind, wachsen nicht mehr nach. Je frĂŒher anlagebedingter Haarausfall erkannt und entsprechend therapiert wird, desto besser stehen die Chancen auf einen Haarerhalt", sagt Schwichtenberg. "Die Therapie ist eine Langzeittherapie. Werden die Medikamente abgesetzt, setzt auch der Haarausfall wieder ein."

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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