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Ja, die Redaktion hat f√ľr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wann ein EKG sinnvoll ist und was es √ľber das Herz verr√§t

mp , Nica Trappe

Aktualisiert am 21.02.2022Lesedauer: 5 Min.
Elektroden f√ľr ein EKG anlegen
Das EKG dient dazu, die Funktion des Herzens zu √ľberpr√ľfen. (Quelle: undefined undefined/getty-images-bilder)
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Ob bei Herzbeschwerden oder als Fr√ľherkennungsuntersuchung: Das EKG ist in der Herzdiagnostik unverzichtbar. Wir erkl√§ren, wie die Untersuchung abl√§uft und was das Ergebnis bedeutet.

Das Wichtigste im √úberblick


  • Was ist ein EKG?
  • Was wird mit einem EKG gemessen?
  • Wann bekommt man ein EKG?
  • Wie wird ein EKG durchgef√ľhrt?
  • Was bedeuten die Wellen beim EKG?
  • Erkennt das EKG einen Herzinfarkt?
  • Was wird bei einem Belastungs-EKG gemacht?
  • Was kann man im EKG nicht sehen?

Mit einem EKG k√∂nnen √Ąrztinnen und √Ąrzte die Gesundheit des Herzens √ľberpr√ľfen und Erkrankungen fr√ľhzeitig erkennen. Daher z√§hlt die Elektrokardiografie zu den wichtigsten medizinischen Diagnoseverfahren f√ľr Herzerkrankungen.

Was ist ein EKG?

Die Elektrokardiografie ist eine schmerzfreie Herzuntersuchung. Dabei zeichnet ein spezielles Ger√§t, der Elektrokardiograf, mithilfe von Elektroden auf der Haut die elektrischen Aktivit√§ten im Bereich des Herzens auf. Das Ergebnis, die sogenannte Herzspannungskurve, ist das Elektrokardiogramm ‚Äď abgek√ľrzt EKG.

Bei einem regelm√§√üigen Herzschlag hat diese Herzspannungskurve ein typisches zacken- und wellenf√∂rmiges Muster. Ist das Herz nicht gesund, kann die Kurve im EKG entsprechende Ver√§nderungen zeigen. Diese lassen R√ľckschl√ľsse auf die Art der urs√§chlichen St√∂rung zu ‚Äď etwa auf verengte Herzkranzgef√§√üe, einen Herzinfarkt oder Herzrhythmusst√∂rungen.

Was wird mit einem EKG gemessen?

An verschiedenen Stellen an Brust, Armen und Beinen leiten die Elektroden des Elektrokardiografen die Spannung ab und setzen die Messungen miteinander in Verbindung. Die EKG-Spannungskurve, die sich daraus ergibt, verr√§t der Kardiologin oder dem Kardiologen viel √ľber die Struktur und Funktion des untersuchten Herzens.

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Der Hintergrund: Unser Herz gliedert sich in eine linke und eine rechte Hälfte, die jeweils aus einer Herzkammer (Ventrikel) und einem kleineren Vorhof (Atrium) bestehen. Über große Arterien und Venen sind diese Strukturen mit dem Blutkreislauf verbunden. Nur wenn sich die Muskelfasern all dieser Bereiche in der richtigen Intensität und Reihenfolge zusammenziehen (kontrahieren) und wieder entspannen, pumpt das Herz optimal. Um das zu koordinieren, kommt der elektrische Impuls ins Spiel.

Der Impuls entsteht im Sinusknoten, dem Taktgeber des Herzens. Dieser befindet sich in der Wand des rechten Vorhofs. Von hier aus breitet sich das elektrische Signal wellenf√∂rmig √ľber die Herzvorh√∂fe aus. Damit auch die gr√∂√üeren Herzkammern sich zusammenziehen, muss das Signal durch den Atrioventrikularknoten (AV-Knoten) am Boden des rechten Vorhofs.

Der AV-Knoten verz√∂gert die Weiterleitung kurz und bremst sie bei zu hoher Frequenz auch aus ‚Äď er ist sozusagen der T√ľrsteher zum Schutz der Herzkammern. Danach breitet sich das Signal schnell √ľber das His-B√ľndel und die Kammerschenkel in alle Bereiche der Herzkammern aus. So ziehen sie sich koordiniert zusammen und pumpen das Blut kraftvoll in die Arterien.

Wann bekommt man ein EKG?

Wenn etwas mit dem Herzen nicht stimmt ‚Äď etwa bei einem Herzinfarkt, Herzrhythmusst√∂rungen oder einer Herzmuskelentz√ľndung ‚Äď, schl√§gt sich das auch auf die Erregungsleitung des Herzens nieder. Das l√§sst sich anhand eines EKGs gut feststellen. Das EKG geh√∂rt daher zu den Routineuntersuchungen bei Verdacht auf eine akute oder chronische Herzkrankheit, zum Beispiel bei:

  • Schmerzen im Brustbereich
  • unklaren Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Herzrhythmusst√∂rungen
  • Herzinfarkt
  • koronarer Herzkrankheit

Auch zur Verlaufskontrolle von Herzerkrankungen oder bei der Nachsorge infolge einer Operation schreibt das medizinische Fachpersonal bei Bedarf ein EKG. Es kommt bei Bedarf grundsätzlich in jedem Lebensalter zum Einsatz, vom kleinen Baby bis zu hochbetagten Menschen.

Wie wird ein EKG durchgef√ľhrt?

Um die elektrischen Impulse des Herzens zu messen, muss man zun√§chst das EKG anlegen ‚Äď also auf der Haut der Untersuchungsperson verschiedene Elektroden befestigen. Diese haben kleine Saugn√§pfe und sind mithilfe von Kabeln mit dem EKG-Ger√§t verbunden. An diesen Stellen leitet das Ger√§t die Herzstr√∂me ab, indem es die elektrische Spannung misst und miteinander in Verbindung setzt.

Hierf√ľr gibt es verschiedene Methoden und Kabelsysteme. Am h√§ufigsten kommt das 12-Kanal-EKG zum Einsatz. Dabei befestigt das medizinische Fachpersonal jeweils eine Elektrode an den Arm- und Fu√ügelenken sowie sechs an ganz bestimmten Stellen am Brustkorb. Jede Elektrode hat eine andere Farbe und somit einen bestimmten Platz. Haare an diesen Stellen werden gegebenenfalls rasiert.

Die Untersuchung geht schnell und ist nicht schmerzhaft. Normalerweise liegt die Untersuchungsperson w√§hrend der Ableitung f√ľr einige Minuten ruhig auf dem R√ľcken. F√ľr ein Ruhe-EKG ist es ratsam, m√∂glichst wenig zu sprechen. Bei besonderen Fragestellungen gibt ein Belastungs-EKG Aufschluss.

Manchmal kommt auch ein Langzeit-EKG zum Einsatz, bei dem die Betroffenen √ľber einen l√§ngeren Zeitraum (meist 24 Stunden) die ganze Zeit ein kleines EKG-Ger√§t bei sich tragen. Dieses zeichnet die Herzspannungskurve elektronisch auf und speichert sie bis zur Auswertung. Das ist zum Beispiel bei Verdacht auf Herzrhythmusst√∂rungen wie Vorhofflimmern sinnvoll, die oft nicht genau w√§hrend der Untersuchung auftreten.

Was bedeuten die Wellen beim EKG?

Das Ergebnis der Untersuchung druckt der Elektrokardiograf auf ein spezielles fein kariertes Papier, wo das gemessene Erregungspotenzial auf einer Zeitachse dargestellt ist. So entsteht die EKG-Kurve mit ihren charakteristischen Wellen und Zacken. Sie sind nach Einthoven mit verschiedenen Buchstaben bezeichnet (p, q, r, s, t, u).

Die erste Welle in der Kurve ist die P-Welle, welche die Kontraktion der Herzvorh√∂fe kennzeichnet. Die drei auff√§lligen Zacken in der Mitte der Kurve sind der QRS-Komplex. Hier kontrahieren die beiden gro√üen Herzkammern und somit auch die meisten Muskelfasern in k√ľrzester Zeit. Mit der darauffolgenden T-Welle bildet sich die Erregung wieder zur√ľck (Repolarisation), woraufhin sich im Anschluss wieder ein neues Signal bildet. Manchmal folgt der T-Welle eine kleine U-Welle, deren Funktion Fachleute unterschiedlich deuten.

Erkennt das EKG einen Herzinfarkt?

Bei verschiedenen Herzerkrankungen ist die EKG-Kurve häufig verändert. Diese Veränderungen sind ausgesprochen vielschichtig und oft nicht eindeutig. So gehört ein EKG zwar zu den Standard-Diagnoseverfahren bei Verdacht auf einen Herzinfarkt. Jedoch fallen Infarkte oft unterschiedlich schwer aus und treten in verschiedenen Bereichen des Herzens auf; daher unterscheiden sich auch die Spuren im EKG.

Ein typisches Anzeichen in der EKG-Kurve beim Herzinfarkt wäre eine Veränderung im Bereich der sogenannten ST-Strecke, die zwischen QRS-Komplex und T-Welle liegt. Normalerweise verläuft diese Strecke horizontal auf der Grundlinie (isoelektrische Linie). Bestimmte charakteristische Hebungen in diesem Abschnitt lassen die Kardiologin oder den Kardiologen rasch an einen Infarkt denken (ST-Hebungs-Myokardinfarkt, STEMI).

Es gibt jedoch auch Herzinfarkte mit abweichenden Bildern in der EKG-Kurve (nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt, NSTEMI). Daher geh√∂ren zur Diagnostik eines Herzinfarkts neben dem EKG auch das Abfragen der genauen Symptome (Anamnese), weitere Diagnoseverfahren wie eine √úberpr√ľfung des Troponin-Werts im Blut ‚Äď und ein erfahrenes √§rztliches Auge.

Was wird bei einem Belastungs-EKG gemacht?

F√ľr ein Belastungs-EKG kommt eine besondere Form der Elektrokardiografie zum Einsatz. Hierbei leitet der Echokardiograf die elektrischen Herzaktionen unter ganz bestimmten Belastungsbedingungen ab, also w√§hrend einer kontrollierten k√∂rperlichen Bet√§tigung: Die Untersuchungsperson tritt zum Beispiel auf einem Fahrradergometer in die Pedale oder bewegt sich auf einem Laufband. Zus√§tzlich zu den EKG-Elektroden bekommt die Person eine Blutdruckmanschette an den Oberarm, um auch Puls und Blutdruck in Echtzeit aufzuzeichnen.

Mann mit angelegtem EKG auf Fahrradergometer
Bei einem Belastungs-EKG misst man die Herzströme während einer körperlichen Anstrengung. (Quelle: Tashi-Delek/getty-images-bilder)
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Nun stellt das untersuchende Personal auf dem Ergometer oder Laufband verschiedene Belastungsphasen ein, die sich zumeist langsam bis zur maximalen Herzfrequenz steigern und danach wieder abnehmen. Es braucht also ein wenig Anstrengung ‚Äď nach circa 15 Minuten ist es aber auch geschafft und es folgt eine kurze Nachbeobachtung.

Ein Belastungs-EKG wird durchgef√ľhrt, um die Anpassung des Herzens bei erh√∂htem Sauerstoffbedarf zu beobachten. Das ist zum Beispiel bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) aufschlussreich, bei der das Ruhe-EKG h√§ufig unauff√§llig bleibt.

Was kann man im EKG nicht sehen?

Obwohl die Elektrokardiografie zu den wichtigsten kardiologischen Diagnoseverfahren gehört, hat die Aussagekraft des EKGs auch seine Grenzen. Bestimmte Formen von angeborenen Herzfehlern (etwa an den Herzklappen) lassen sich im EKG nicht erkennen; hier ist ein Ultraschall des Herzens (Echokardiografie) aufschlussreicher. Auch eine Herzschwäche schlägt sich nicht immer im EKG nieder, und manche Herzrhythmusstörungen sehen mitunter einem vor Aufregung schnell klopfenden Herzen in der EKG-Kurve zum Verwechseln ähnlich.

Somit ist das EKG nur einer von mehreren Bausteinen bei der Diagnostik von Herzerkrankungen ‚Äď wenn auch oft ein entscheidender.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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