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Zehn Dinge, die sich vor Corona niemand vorstellen konnte

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 05.03.2022Lesedauer: 6 Min.
Einkaufen mit FFP2-Maske (Symbolbild): Mittlerweile ist es eher ungewohnt, sich ohne Maske zu bewegen.
Einkaufen mit FFP2-Maske (Symbolbild): Mittlerweile ist es eher ungewohnt, sich ohne Maske zu bewegen. (Quelle: Rolf Poss/imago-images-bilder)
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Im März 2020 gab es den ersten Corona-Lockdown in Deutschland. Was dann folgte und bis heute andauert, hätte wohl keiner erwartet. t-online hat die kuriosesten Fakten für Sie gesammelt.

Das Wichtigste im Überblick


Rund zwei Jahre ist es her, dass die Corona-Pandemie das Leben der Menschen auf der gesamten Welt verändert hat. In Deutschland kam das Coronavirus mit dem ersten offiziell bestätigten Fall am 27. Januar 2020 an, im März folgte schließlich der erste Lockdown.


FFP2-Masken: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

In Bayern sind FFP2-Masken Pflicht in ÖPNV und Einzelhandel. In anderen Bundesländern werden sie neben OP-Masken empfohlen. Beachten Sie also die bei Ihnen geltende Regel.
FFP2-Masken schützen besser als Einweg- und Stoffmasken vor dem Coronavirus. Achten Sie beim Kauf auf die Angaben auf der Verpackung. Bei qualitativ hochwertigen Produkten befindet sich dort eine Kombination aus CE-Kennzeichnung und vier Zahlen.
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Seitdem sind Dinge wie eine Sieben-Tage-Inzidenz, Maskenpflicht oder Lockdown zum Alltag geworden. t-online hat zehn der wohl eindrücklichsten Veränderungen für Sie gesammelt.

1. Maskenpflicht: Von der "Alltagsmaske" zum FFP2-Schutz

Gesichtsmasken kannten die meisten Menschen vor der Corona-Pandemie nur von Ärzten, aus Krankenhäusern oder anderen Ländern wie beispielsweise China. Mittlerweile weiß wohl fast jeder, wie er eine Maske näht, wie in die hübsche Stoffmaske ein zusätzlicher Filter eingebaut werden kann und wo er jetzt nur noch mit einer FFP2-Maske oder einer medizinischen Maske Zutritt hat.

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Einkaufen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Bahnhöfe, Restaurants, Kinos besuchen: All das ist mittlerweile ohne Maske nicht mehr denkbar. Aber erinnern Sie sich noch an das komische Gefühl vom Anfang, und hätten Sie sich vor zwei Jahren vorstellen können, dass sich bald in jeder Tasche, jeder Jacke, jedem Auto Masken "für den Fall der Fälle" wiederfinden?

Alltagsmasken (Symbolbild): Mit den Masken aus Stoff begann die Maskenpflicht in Deutschland.
Alltagsmasken (Symbolbild): Mit den Masken aus Stoff begann die Maskenpflicht in Deutschland. (Quelle: Seeliger/imago-images-bilder)

2. Ausverkauft: Von Klopapier bis Schnelltest

Hätten Sie sich je vorstellen können, dass Sie einmal Supermarkt um Supermarkt abklappern, um eine Packung Toilettenpapier oder Nudeln zu ergattern? Vor allem zu Beginn der Pandemie brach bei einigen die Angst aus, Supermärkte könnten – wie so vieles im Lockdown – geschlossen werden und wichtige Lebensmittel knapp werden. Und dann wurden sie wirklich knapp, weil sich viele riesige Vorräte zulegten.

Doch nachdem die Phase des "Lebensmittel- und Toilettenpapier-Mangels" vorüber war, folgte die Maskenpflicht: Stoff, Näh-Utensilien und Gummibänder sowie fertige (medizinische) Masken wurden zur zweiten Mangelware in der Pandemie. Und auch Desinfektionsmittel war so gut wie nirgends mehr zu finden.

Und schließlich folgte der Run auf Corona-Selbsttests: Zunächst wurden die Tests nur online und dann in einigen ausgewählten Geschäften angeboten – und waren sofort ausverkauft. Mittlerweile werden sie nahezu überall angeboten, vielerorts zu Schnäppchenpreisen.

Ausverkauft (Symbolbild): Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde vor allem Toilettenpapier zur Mangelware.
Ausverkauft (Symbolbild): Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde vor allem Toilettenpapier zur Mangelware. (Quelle: Reichwein/imago-images-bilder)

3. Digitalisierung: Corona-Warn-App, Homeoffice, Online-Therapie

Vor der Corona-Pandemie hinkte nicht nur Deutschland bei der Digitalisierung ziemlich hinterher. QR-Codes wurden kaum genutzt, Homeoffice gab es nur in Ausnahmefällen, bei Start-ups oder einzelnen Unternehmen und auch sonst gab es wenige digitale Lösungen.

Doch mit dem ersten Lockdown kam ein Umdenken: Während jeder, bei dem es irgendwie möglich war, im Homeoffice arbeitete, mussten auch Konferenzen online stattfinden, Präsentationen wurden in Zoom-Calls abgehalten, als Einladung zum Bewerbungsgespräch gab es Skype-Links.

Und auch außerhalb des beruflichen Lebens hat sich einiges gewandelt: Die meisten Menschen haben mittlerweile ihre Impf- und Testnachweise digitalisiert auf dem Smartphone, in nahezu allen Freizeiteinrichtungen wird ein QR-Code zur Kontaktnachverfolgung genutzt, Speisekarten gibt es in vielen Restaurants nur noch digital, Ärzte bieten digitale Sprechstunden an, Psychologen therapieren im Videocall.

4. Schlangestehen: Vorm Supermarkt, am Testcenter, im Impfzentrum

Auch wenn es den Deutschen schon vor der Pandemie nachgesagt wurde: Mit dem Coronavirus kam das Schlangestehen ganz neu in Mode. Denn durch Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen kommt es sogar vor, dass Supermärkte zu voll sind und sich Schlangen am Eingang bilden. Dort wiederum stehen Security-Mitarbeiter, die Maskenpflicht und Einkaufswagen- oder Korbpflicht kontrollieren. All das wäre vor der Pandemie undenkbar gewesen.

Noch strenger wurde es zwischenzeitlich im Einzelhandel: Vor dem Modegeschäft, dem Dekoladen oder Kaufhaus bilden sich lange Schlagen, jeder muss auf seinen Impfnachweis kontrolliert werden, die maximale Zugangszahl darf nicht überschritten werden. Teilweise gilt: Einer geht, dann darf ein anderer hinein.

Schlangestehen beim Shopping (Symbolfoto): In der Pandemie mussten die Deutschen sich häufig in Geduld üben.
Schlangestehen beim Shopping (Symbolfoto): In der Pandemie mussten die Deutschen sich häufig in Geduld üben. (Quelle: Ralph Peters/imago-images-bilder)

Und wer nun noch nicht genug vom Schlangestehen hatte, der benötigt vielleicht noch eine Corona-Impfung oder einen tagesaktuellen Test: Trotz Terminvergabe heißt es auch hier an vielen Stellen warten.

5. Begriffe: Wer kannte vorher Inzidenz, R-Wert oder mRNA?

Mit der Pandemie hat sich auch unsere Sprache gewandelt. Und das beginnt nicht erst bei komplizierteren Begriffen wie Inzidenz oder mRNA-Impfung. Allein der Begriff der Pandemie war zuvor recht unbekannt in seiner Definition. Ähnlich sieht es beim Lockdown oder der Quarantäne aus. Viele kannten zwar die Begriffe, wirklich etwas darunter vorstellen konnte man sich jedoch nicht. Ähnlich sah es bei der Reisewarnung oder Risikogebieten aus.

Noch unbekannter waren schließlich Begriffe wie die Inzidenz, der R-Wert, exponentielles Wachstum, Inkubationszeit, Aerosole oder die Letalitätsrate. Auch das Wort "Vakzin" für einen Impfstoff war vorher wohl recht unbekannt. Wenn Ihnen einige der Worte auch heute noch unbekannt sind, finden Sie hier ein passendes Lexikon zu Corona-Begriffen.

6. (Kein) Publikum: So hat sich die Show-Welt verändert

Mit dem ersten Lockdown begann die Krise der Sport-, Unterhaltungs- und Kulturszene. Sportveranstaltungen, Fernsehshows, Theaterstücke, Kinofilme, Konzerte, Ausstellungen, Messen und vieles mehr wurden abgesagt oder mussten ohne Publikum stattfinden.

Fernsehsender wiederholten alte Sendungen und fanden schließlich neue Lösungen: Statt des sonst jubelnden Publikums gibt es in vielen Shows nun Pappaufsteller. Oder es gelten strenge Zugangsregeln für einige wenige Besucher. Ähnlich sieht es bei einigen Sportveranstaltungen aus. Damit neue Filme oder Serien gedreht werden können, begeben sich ganze Filmcrews in Quarantäne.

Handballspiel mit Pappaufstellern (Symbolbild): In der Corona-Krise musste sich die Veranstaltungsbranche einiges einfallen lassen.
Handballspiel mit Pappaufstellern (Symbolbild): In der Corona-Krise musste sich die Veranstaltungsbranche einiges einfallen lassen. (Quelle: Philipp Szyza/imago-images-bilder)
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Theaterstücke wurden teilweise online vermarktet, auch Comedian, Musiker oder Autoren behalfen sich beispielsweise mit YouTube-Clips von Auftritten oder Lesungen. Vorher hätte sich wohl keiner vorstellen können, dass eine ganze Branche derart brach liegt – und das über Monate.

7. Corona-Tests: Plötzlich Stäbchen in der Nase

Vor der Pandemie kannten die meisten vermutlich nur Schwangerschaftstests oder auch Bluttests auf verschiedene Krankheiten oder Mangelerscheinungen. Mittlerweile sind Corona-Schnelltests, PCR-Test und Selbsttests unser Alltag.

Kaum einer sträubt sich noch, sich regelmäßig selbst mit einem Stäbchen in der Nase zu testen oder diese Aufgabe einem Fremden zu überlassen. Medizinische Laien wie Restaurantbesitzer oder Studenten werten die Tests nach einer kurzen Ausbildung zum "Corona-Tester" aus, das (negative) Ergebnis verschafft ein wenig Sicherheit und mehr Freiheiten.

8. Corona-Impfungen: Jetzt ist jeder Experte

Wissen Sie, von welcher Firma Ihre Masern-Impfung ist? Oder ob die Impfung gegen Windpocken ein Totimpfstoff war? Kennen Sie den Namen des Impfstoffs, der Sie gegen Keuchhusten immunisiert hat? Nein? Aber sicher wissen Sie, ob Sie das Vakzin von Biontech, Moderna, Astrazeneca oder Johnson & Johnson als Corona-Impfung bekommen haben.

Und wahrscheinlich wissen Sie auch um die Unterschiede in der Funktion der einzelnen Impfstoffe. Und wenn Sie genau aufgepasst haben, sagen Ihnen auch die Namen Comirnaty (Biontech), Janssen (Johnson & Johnson), Spikevax (Moderna) oder Vaxzevria (Astrazeneca) etwas.

Wahrscheinlich haben sich noch nie so viele Menschen eingehend mit einem Impfstoff, seiner Wirkung, seiner Zusammensetzung befasst, wie in der Corona-Pandemie. Und wahrscheinlich hätten sich viele vorher nicht vorstellen können, dass sie mal den Unterschied zwischen mRNA-, Vektor- und Totimpfstoffen kennen.

9. Impf- und Testzentren: Warten für mehr Sicherheit

Wer vor der Corona-Pandemie eine Impfung bekam, ging dafür in der Regel zum Haus- oder Facharzt, legte sein Impfheft vor und erhielt die Spritze. Bei Reiseimpfungen ging es zusätzlich beispielsweise ins Tropeninstitut. Doch so etwas wie Impfzentren war für viele sicher undenkbar.

Ungewöhnliche Impfaktion im historischen Airbus A300 (Symbolbild): Für eine hohe Impfquote gab es viele kreative Ideen.
Ungewöhnliche Impfaktion im historischen Airbus A300 (Symbolbild): Für eine hohe Impfquote gab es viele kreative Ideen. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

So schnell wie die Corona-Impfungen entwickelt wurden, so schnell sollten sie auch möglichst viele Menschen vor Covid-19 schützen. Also wurden in zahlreichen Städten Impfzentren aufgebaut, Impfbusse und mobile Impfteams unterstützen ebenfalls bei den Impfungen, die die Haus- und Fachärzte allein nicht leisten könnten.

Ähnlich beeindruckend: die Infrastruktur der Testzentren. Mit den kostenlosen Corona-Schnelltests entstanden in Apotheken, umgeplanten Restaurants, bei zahlreichen Arbeitgebern, in Containern oder auch Turnhallen Testzentren.

10. Ende der Reisefreiheit: Reisewarnung, Einreiseverbot, Quarantäne, Risikogebiete

Vor der Corona-Pandemie konnte jeder Deutsche nahezu problemlos überall hinreisen. Natürlich gab es immer auch Reisewarnungen wegen politischer Unsicherheiten oder anderer Gefahren im Ausland. Doch eine weltweite Reisewarnung, wie sie zu Beginn der Pandemie ausgesprochen wurde – das war für viele unvorstellbar.

Wer kurz vorher noch verreist war, musste offiziell zurückgeholt werden, unzählige Urlauber waren überall auf der Welt gestrandet, an den nächsten Urlaub war schon gar nicht zu denken. Und während die Grenzen ins Ausland geschlossen wurden, gab es zeitweise sogar innerhalb Deutschlands Beherbergungsverbote. Wer also den Strandurlaub in der Ferne gegen die Ostsee tauschen wollte, stand ebenfalls schlecht da.

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Und selbst jetzt, da viele Länder ihre Grenzen langsam wieder geöffnet haben, gilt es für Touristen einiges zu beachten: Vielerorts werden negative Corona-Tests, eine vollständige Impfung oder sogar eine Quarantäne zur Auflage für die Einreise gemacht. Bei der Rückkehr aus Risikogebieten muss schließlich in Deutschland eine Quarantäne angetreten werden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
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