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Welche Hausmittel helfen wirklich bei Kopfschmerzen?

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 02.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Tasse Kaffee mit einer halben Zitrone: Viele Kopfschmerzgeplagte schwören auf Kaffee mit Zitrone. Einen Versuch ist die ungewöhnliche Kombi wert.
Viele Kopfschmerzgeplagte schwören auf Kaffee mit Zitrone. Einen Versuch ist die ungewöhnliche Kombi wert. (Quelle: Ramann/getty-images-bilder)
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Kopfschmerzen können äußerst unangenehm sein. Um nicht gleich zu Medikamenten zu greifen, suchen viele nach sanften Behandlungsmöglichkeiten, die lindernd wirken und keine Nebenwirkungen verursachen. Welche Hausmittel gegen das Pochen und Ziehen im Kopf helfen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Pfefferminzöl
  • Kaffee mit Zitrone
  • Wasser
  • Kälte
  • Weidenrinde

Ob bei Erkältung, Überanstrengung oder bei Wetterumschwung: Kopfschmerzen hat jeder mal. In den meisten Fällen ist der Griff zur Schmerztabelle unnötig. Für den alltäglichen Kopfschmerz, wie ihn die meisten Menschen kennen, gibt es einfache Hausmittel, die Linderung verschaffen. Welche das sind und wann Sie besser einen Arzt aufsuchen sollten.


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Pfefferminzöl

Pfefferminzöl ist ein wichtiger Bestandteil der Pflanzenheilkunde und in der Aromatherapie. Betroffene berichten immer wieder, dass ein paar Tropfen Pfefferminzöl, eingerieben auf die Schläfen, den Schmerz im Kopf lindern können. Experten gehen davon aus, dass bei lokaler Anwendung von Pfefferminzöl auf der Haut Kälte- und Druckrezeptoren erregt werden – in hohen Konzentrationen auch Wärme- und Schmerzrezeptoren. Menthol entfaltet Studien zufolge zudem eine lokal anästhesierende Wirkung. So konnte beispielsweise in einer Studie der Kieler Universitätsklinik für Neurologie vor mehreren Jahren mit Pfefferminzöl im Vergleich zum Placebo bereits nach 15 Minuten eine signifikante Reduktion der Kopfschmerzen erzielt werden.

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"Bei Spannungskopfschmerzen kann Pfefferminzöl gut helfen. Die Wirksamkeit des Öls ist in kontrollierten Studien auf seine Wirksamkeit hin untersucht. Es wird auf die Schläfen aufgetragen", sagt Dr. Charly Gaul, Generalsekretär und Pressesprecher der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG). "Zum Teil wird auch für Migränepatienten Pfefferminzöl bei leichten Attacken empfohlen. Viele empfinden jedoch aufgrund der Geruchsempfindlichkeit Pfefferminzöl in der Migräneattacke nicht als hilfreich. Hier müssen die Betroffenen ausprobieren, was ihnen guttut." Bei Allergien oder Atembeschwerden wie Asthma ist Vorsicht geboten. Dann sollten Betroffene vor der Anwendung des ätherischen Öls Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Kaffee mit Zitrone

Kaffee wirkt aufgrund des enthaltenen Koffeins anregend und blutdruckstabilisierend. Zudem kann Kaffee wacher machen, denn Koffein verdrängt kurzzeitig den körpereigenen Botenstoff Adenosin, der Müdigkeit verursacht. Zitrone ist reich an Vitamin C und hat entzündungshemmende und immunstärkende Eigenschaften. Es ist somit nicht abwegig, dass Kaffee mit Zitrone zu einem Hausmittel gegen Kopfschmerzen geworden ist. Betroffene können den Trick durchaus ausprobieren – auch wenn der Geschmack gewöhnungsbedürftig sein dürfte. Eine Wirkgarantie gibt es aber nicht: "Wissenschaftliche Untersuchungen dazu liegen nicht vor, jeder kann selbst prüfen, ob ihm das bei leichten Kopfschmerzattacken hilft", sagt Gaul. "Es gibt durchaus Kopfschmerzpatienten, die bei Kaffee einen lindernden Effekt spüren."

Wasser

Weitaus effektiver als Kaffee mit Zitrone könnte ein großes Glas Wasser bei akuten Kopfschmerzen sein. Vor allem Spannungskopfschmerzen können auf eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr zurückzuführen sein. Es ist also ein Versuch wert. Aber: Das vermehrte Trinken von Wasser kann Kopfschmerzen vermutlich nicht vorbeugen helfen. Medizinische Studien fehlen bislang. Doch auch hier gilt: Ausprobieren, ob es guttut. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt pro Tag eine Trinkmenge von rund 1,5 Litern.

"Wissenschaftliche Untersuchungen zu dieser Frage gibt es nur wenig. Aus den Berichten vieler Betroffenen kann abgeleitet werden, dass eine ausreichende, regelmäßige Flüssigkeitszufuhr Kopfschmerzpatienten durchaus helfen kann", sagt Gaul. "Letztlich ist das ausreichende Trinken auch für andere Körperfunktionen, beispielsweise die Nierendurchblutung, von Bedeutung. Ob es gegen die Häufigkeit von Spannungskopfschmerzen oder Migräneattacken hilft, kann jeder Patient bei sich selbst beobachten."

(Quelle: Privat)


Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul ist Generalsekretär und Pressesprecher der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG). Der zertifizierter DMKG Kopf- und Gesichtsschmerzexperte sowie Facharzt für Neurologie und Spezielle Schmerztherapie ist am Kopfschmerzzentrum Frankfurt am Main tätig.

Kälte

Kälte kann bei Spannungskopfschmerzen ein weiteres Hausmittel sein, das einen Versuch wert ist. Hier kann ein Kühlpad, eingewickelt in ein Handtuch, auf die betroffene Stelle am Kopf gehalten oder im Bereich der Schulter-Nacken-Muskulatur angewendet werden. Durch Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen. Das Schmerzempfinden nimmt ab. Achtung: Zu lange sollte man die Kälteanwendung nicht durchführen. Haben Betroffene das Gefühl, dass es unangenehm ist oder sich der Kopfschmerz verstärkt, sollte die Anwendung unterbrochen werden. Eine Alternative kann es sein, kühles Wasser über die Handgelenke laufen zu lassen oder die Unterarme in kühles Wasser zu legen. Diese Art der Kälteanwendung ist auf den Pfarrer Sebastian Anton Kneipp zurückzuführen, der die Wasserkur entdeckte.

"Physikalische Therapie und Badetherapie haben eine lange Tradition in der Behandlung von Kopfschmerzen. Auch hierzu liegen kaum wissenschaftliche Untersuchungen vor. Bei der Migräne kommt es jedoch häufig zur vegetativen Instabilität mit Blässe und Kreislaufregulationsstörung, sodass solche durchblutungsfördernden Maßnahmen durchaus hilfreich sein können", so der Kopfschmerzexperte.

Weidenrinde

Extrakte der Weidenrinde als Alternative zu Schmerzmitteln – eine Möglichkeit? Es ist durchaus möglich, dass beispielsweise Weidenrindentee Kopfschmerzen lindern kann. Der Wirkstoff der Weidenrinde ist die Salicylsäure. Aber: "In der Arzneimittelzubereitung als Acetylsalicylsäure wissen wir die genaue Dosierung, kennen Wirkmechanismen und Nebenwirkungen sehr gut", sagt Gaul. "Zudem ist Acetylsalicylsäure üblicherweise besser verträglich als Salicylsäure als Reinstoff."

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Bei Weidenrindentee ist es schwieriger, Dosierung und Wirkung abzuschätzen. Die Weidenrinde enthält unter Umständen keine ausreichende Menge, um die Kopfschmerzen tatsächlich wirksam zu behandeln. "Patienten, die mit Weidenrindenextrakt gut zurechtkommen, können dies durchaus anwenden – sollten zuvor aber Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten, um unerwünschten Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vorzubeugen. Generell sollten Betroffene bei wiederkehrenden Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen und die Ursache klären lassen."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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