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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Ohren zu nach Flug – was hilft?

Von Geraldine Nagel

05.08.2022Lesedauer: 4 Min.
Ein Mann hält sich im Flugzeug beide Ohren zu.
Fallen beim Fliegen die Ohren zu, bessert sich das meist rasch von selbst. Manchmal bleibt das Druckgefühl aber auch danach noch bestehen. (Quelle: vitapix/getty-images-bilder)
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Viele kennen es von Flugreisen: Beim Starten und Landen fallen die Ohren kurz zu. Was hilft, wenn der Druck auf den Ohren nach dem Flug nicht weggeht?

Das Wichtigste im Überblick


  • Warum fallen bei Flugreisen die Ohren zu?
  • Ohren bei und nach dem Flug zu: Was hilft?
  • Ohren zu nach Flug: Tipps zum Vorbeugen

Fallen die Ohren während einer Flugreise zu, liegt das an den raschen Druckveränderungen beim Starten und Landen. Denn dabei überwindet das Flugzeug in kurzer Zeit große Höhenunterschiede. Das kann sich – bei manchen mehr, bei manchen weniger stark – in den Ohren bemerkbar machen: Sie fallen zu und es entsteht ein teils unangenehmes Druckgefühl.

  • Druck auf den Ohren: Was sind die Ursachen?
  • Endlich wegbekommen: Was gegen Ohrendruck hilft

Vor allem beim Landeanflug verspüren viele Reisende den störenden Druck auf den Ohren. Möglicherweise verändert sich sogar die Hörwahrnehmung, sodass sich alles dumpfer anhört. Auch Ohrenschmerzen können die Flugbeschwerden begleiten. In den meisten Fällen bessert sich das Druckgefühl jedoch kurz nach der Landung von selbst und die Ohren gehen wieder auf.

Warum fallen bei Flugreisen die Ohren zu?

Vielen Flugreisenden fallen sowohl beim Starten als auch beim Landen die Ohren zu – beim Landeanflug sind die Beschwerden aber meist schlimmer. Das hat damit zu tun, dass sich beim Starten ein Überdruck und beim Landen ein Unterdruck im Ohr bildet.

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Druck auf den Ohren entsteht prinzipiell, wenn zwischen dem Druck im Mittelohr (oder genauer in der dort gelegenen Paukenhöhle) und dem Außendruck ein Unterschied besteht. Betroffene haben dann das Gefühl, dass die Ohren zufallen.

Die luftgefüllte Paukenhöhle liegt direkt hinter dem Trommelfell und ist über die schlauchartige Ohrtrompete mit dem Nasenrachenraum verbunden. Zwar ist die Ohrtrompete die meiste Zeit verschlossen, sie kann sich aber kurz öffnen, um Luft einzulassen und damit den Druck auszugleichen.

Anatomie des Ohrs
Die Ohrtrompete (auch eustachische Röhre oder Tuba auditiva genannt) verbindet das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum. (Quelle: Sakurra/getty-images-bilder)

Landeanflug für die Ohren oft unangenehmer

Steigt das Flugzeug in höhere Luftschichten auf, nimmt der Druck bis zum Erreichen der Reiseflughöhe von etwa 10.000 Metern stetig ab. Parallel dazu wird der Kabinendruck etwas angeglichen und entspricht schließlich einem Aufenthalt in etwa 2.400 Meter Höhe. Beim Steigflug entsteht im Ohr Überdruck: Die Luft dehnt sich im Mittelohr aus und wölbt das Trommelfell nach außen. Das ist weniger unangenehm für die Ohren als beim Sinkflug, da sich der Überdruck passiv über die Ohrtrompete ausgleichen lässt.

Beim Sinkflug aus höheren Luftschichten hingegen nehmen der Druck in Richtung Bodennähe und auch der Kabinendruck rasch zu. Dabei entsteht im Mittelohr ein Unterdruck, der das Trommelfell nach innen wölbt. Das kann sich als störendes Druckgefühl bemerkbar machen und zudem manchmal Ohrenschmerzen bereiten. Der Druckausgleich muss jetzt aktiv über die umliegenden Muskeln erfolgen, etwa über Schlucken oder Gähnen.

Ist der Druckunterschied zwischen Mittelohr und Außendruck jedoch sehr groß, kann das einen Druckausgleich unter Umständen erst einmal unmöglich machen, da sich die Ohrtrompete nicht mehr selbstständig öffnen kann. Dann treten meist auch starke Ohrenschmerzen auf.

Bestimmte Faktoren können Druckausgleich beim Flug stören

Der Druckausgleich über die Ohrtrompete kann unter bestimmten Bedingungen erschwert sein, wie etwa bei:

  • einer zugeschwollenen oder verlegten Ohrtrompete durch Infekte wie einer Erkältung mit Schnupfen oder entzündetem Rachen, einer Nasennebenhöhlenentzündung oder Allergien wie Heuschnupfen
  • einer anatomisch gesehen schmaleren Ohrtrompete

Ohren bei und nach dem Flug zu: Was hilft?

Sind die Ohren während des Flugs oder kurz danach noch zugefallen, lässt sich der Druckausgleich im Ohr oft herbeiführen, indem Betroffene gähnen, schlucken, kauen oder den Mund weit aufmachen. Denn das sind Bewegungen, bei denen sich die Ohrtrompete jedes Mal kurz öffnet. Manche machen sich diesen Umstand zunutze und kauen beim Starten oder Landen beispielsweise Kaugummi oder lutschen ein Bonbon. Helfen kann es zudem, ein paar Schlucke zu trinken.

Gut zu wissen
Insbesondere Babys und Kleinkinder leiden beim Fliegen stärker unter Druck auf den Ohren. Denn bei ihnen ist die Ohrtrompete noch nicht ausgewachsen und entsprechend kürzer und schmaler. Dadurch fallen ihnen im Flugzeug leichter die Ohren zu.

Um den Druckausgleich zu erleichtern, kann es deshalb helfen, Babys während des Startens und insbesondere während des Landens zu stillen oder ein Fläschchen zu geben. Auch ein Schnuller kann den Druckausgleich erleichtern. Kleinere Kinder können währenddessen etwas trinken oder (je nach Alter) ein Bonbon lutschen.

Druckausgleich mittels Valsalva-Manöver

Sind trotz dieser Maßnahmen die Ohren bei oder nach dem Flug weiterhin zu, hilft möglicherweise das Valsalva-Manöver: Dazu atmen Betroffene tief ein, halten sich die Nase zu und atmen bei verschlossenem Mund und angespanntem Bauch mit nicht zu großem Druck in die Nase aus.

So kann es gelingen, Luft über den Nasenrachenraum in die Ohrtrompete zu pressen und einen Druckausgleich zu erzeugen. Öffnet sich die Ohrtrompete dabei und lässt Luft hinein, ist häufig ein Knacken oder Ploppen zu hören.

Manchen Flugreisenden helfen abschwellende Nasensprays oder -tropfen

Sind die Ohren auch nach dem Flug noch zu und der Druck auf den Ohren bleibt trotz Maßnahmen wie Kauen, Gähnen oder dem Valsalva-Manöver bestehen, kann unter Umständen abschwellendes Nasenspray (etwa mit dem Wirkstoff Xylometazolin) helfen.

Besser als Nasenspray eignen sich unter Umständen abschwellende Nasentropfen, wenn dabei der Kopf leicht schräg nach hinten zum betroffenen Ohr geneigt wird. So kann die Flüssigkeit den Eingang der Ohrtrompete im Nasenrachenraum noch eher erreichen. Abschwellende Nasensprays- oder tropfen sollten jedoch immer nur kurzzeitig, möglichst nicht länger als eine Woche, angewendet werden. Andernfalls besteht die Gefahr einer Abhängigkeit.

Wie gut abschwellende Nasentropfen oder -sprays auf Flugreisen vorbeugend oder gegen bestehenden Druck auf den Ohren tatsächlich helfen, ist wissenschaftlich allerdings nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich sind sie vor allem dann sinnvoll, wenn die Ohrtrompete zum Zeitpunkt des Flugs durch Infekte oder Allergien zugeschwollen sein könnte. Bei ansonsten Gesunden ist die Wirkung im Grunde unklar. Studien zufolge spielt möglicherweise auch der Placebo-Effekt eine Rolle.

Wichtiger Hinweis
Sind trotz aller Bemühungen einige Tage nach dem Flug die Ohren immer noch zu oder treten starke Ohrenschmerzen auf, sollten Betroffene die Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Ohren zu nach Flug: Tipps zum Vorbeugen

Wer häufiger darunter leidet, dass die Ohren bei oder nach dem Flug zu sind, kann einige Dinge tun. Folgende Maßnahmen können dabei helfen, Ohrendruck vorzubeugen:

  • Für den Start und insbesondere den Landeanflug Kaugummis, Bonbons oder Getränke bereithalten.
  • Vor allem beim Landeanflug alle paar Minuten das Valsalva-Manöver ausführen.
  • Für Allergiker: Während der Pollensaison rechtzeitig vor dem Flug etwaige Allergiemittel einnehmen (etwa Tabletten mit Cetirizin).
  • Wer leicht während des Flugs einschläft: Darauf achten, beim Starten und vor allem rechtzeitig vor dem Landeanflug wach zu bleiben, um frühzeitig etwas für einen Druckausgleich tun zu können. Auch Babys und kleine Kinder sollten währenddessen möglichst wach sein.
  • Gegebenenfalls etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Start und vor dem Landeanflug abschwellendes Nasenspray (oder besser noch Nasentropfen) verwenden.

Wichtiger Hinweis
Abschwellende Nasensprays oder -tropfen sollten Betroffene insbesondere bei bestehenden Erkältungskrankheiten, entzündeten Nasennebenhöhlen, akuten Allergiebeschwerden oder bei einer Mittelohrentzündung rechtzeitig vor dem Flug und vor allem vor Beginn des Sinkflugs anwenden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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