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Knochenkrebs: Frühe Diagnose entscheidend | Symptome & Behandlung

Frühe Diagnose entscheidend  

Symptome von Knochenkrebs werden oft fehlgedeutet

Von Andrea Goesch

14.09.2020, 14:17 Uhr
Knochenkrebs: Frühe Diagnose entscheidend | Symptome & Behandlung. Ein Stethoskop liegt auf einem Röntgenbild: Die meisten Knochentumore werden mithilfe bildgebender Verfahren diagnostiziert.  (Quelle: Getty Images/KLH49)

Ein Stethoskop liegt auf einem Röntgenbild: Die meisten Knochentumore werden mithilfe bildgebender Verfahren diagnostiziert. (Quelle: KLH49/Getty Images)

Schmerzen in den Knochen können viele Ursachen haben. Bei Kindern stecken oft Wachstumsschmerzen dahinter, bei älteren Menschen dagegen Rheuma oder Arthrose. An Knochenkrebs denken die wenigsten, zumal dieser eher selten vorkommt. Daher geht bis zur Diagnose oft wertvolle Zeit verloren.

Tumorarten: Die häufigsten Formen von Knochenkrebs

Nach Auskunft der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken in Deutschland jährlich etwa 800 Patienten an Knochenkrebs, Männer sind etwas häufiger betroffen.

Im Vergleich zu anderen Krebsarten ist das wenig. Ihre Seltenheit macht Knochentumore jedoch besonders gefährlich, denn sie werden oft spät entdeckt. Das wiederum wirkt sich negativ auf ihre Prognose aus.

Bösartige Knochentumore (Osteosarkome) können in verschiedenen Formen auftreten. Die häufigsten Arten von primären Tumoren sind:

  • das Osteosarkom: Dieser Tumor geht von der Knochenmatrix aus und macht etwa 40 Prozent aller Fälle von Knochenkrebs aus. Die Erkrankung trifft hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene. 
  • das Chondrosarkom: Diese Tumorart entwickelt sich aus dem Knorpelgewebe. Es ist mit einem Anteil von etwa 20 Prozent die zweithäufigste Art von Knochenkrebs. Das Chondrisarkom betrifft hauptsächlich Menschen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. 
  • die Ewing-Sarkome: Sie bilden sich bevorzugt im Knochengewebe, können aber auch im Weichteilgewebe mit oder ohne Beteiligung des Knochengewebes ihren Ursprung haben. Sie machen etwa acht Prozent aller Knochenkrebs-Fälle aus.

Neben den genannten primären Knochentumoren gibt es noch die sekundären Knochentumore, besser bekannt als Knochenmetastasen. Dabei handelt es sich um Tochtergeschwülste von Tumoren, die ihren Ursprung an anderen Körperstellen haben. Vor allem bei Lungenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs, Nierenkrebs und Schilddrüsenkrebs kommt es im fortgeschrittenen Stadium oft zu Absiedlungen solcher Tumorzellen im Knochen.

Symptome: Anzeichen für Knochenkrebs

Je nach Lage und Größe und Art des Tumors können unterschiedliche Beschwerden kommen. Ein typisches Symptom von Knochenkrebs sind Schmerzen, egal ob es sich um Metastasen oder einen primären Tumor handelt. Häufig treten auch Schwellungen auf. Wenn sich diese im Bereich der Gelenke befinden, schränkt das meist die Beweglichkeit spürbar ein.

Handelt es sich um ein Osteosarkom, sind in der Regel die langen Röhrenknochen von Armen und Beinen betroffen. Besonders häufig liegt der Tumor über oder unter dem Kniegelenk sowie am oberen Ende des Oberarmknochens. Hier reichen oft schon kleine Belastungen aus, um einen Knochenbruch auszulösen. 

Chondrosarkome dagegen sind oft im Bereich des Beckens, am Oberschenkelknochen und am Schultergürtel zu finden. Typische Symptome sind hier vor allem Schmerzen und eine deutliche Schwellung.

Bei der Gruppe der Ewing-Sarkome finden sich Symptome wie Schmerzen, Schwellungen, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Mit Fortschreiten der Erkrankung kommen außerdem noch Gewichtsverlust und Müdigkeit hinzu. Die häufigsten Lokalisationen sind die langen Röhrenknochen der Beine und das Becken.

Ursachen: Wie kommt es zu Knochenkrebs?

Warum sich bei manchen Menschen ein Knochentumor bildet, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Experten gehen allerdings davon aus, dass es sowohl bei gutartigen als auch bösartigen Tumoren eine erbliche Veranlagung gibt. Ein wichtiger Risikofaktor ist auch die ionisierende Strahlung, die bei Röntgenuntersuchungen freigesetzt wird. 

Das Ewing-Sarkom und das Osteosarkom treten häufiger bei Patienten auf, die in ihrer Kindheit eine Chemotherapie oder eine Strahlenbehandlung hatten. Beim Ewing-Sarkom kommt hinzu, dass bei den Betroffenen häufig bestimmte Translokationen (Verschiebungen innerhalb eines bestimmten Chromosoms) an speziellen Chromosomen auftreten. 

Bei Osteosarkomen ist auffällig, dass diese meist in der Kindheit und Jugend auftreten. Daher vermuten Mediziner, dass diese Form von Knochenkrebs in Verbindung mit dem Wachstum stehen. Erbliche Faktoren oder Veranlagungen spielen vermutlich auch eine Rolle. Auch chronische Krankheiten im Bereich der Knochen wie beispielsweise Morbus Paget könnten die Entstehung eines Osteosarkoms begünstigen. 

Diagnose von bösartigen Knochentumoren

Bei einem Verdacht auf Knochenkrebs lässt der Arzt im ersten Schritt ein Röntgenbild anfertigen. Knochentumoren zeigen beim Durchleuchten typische Muster im Knochen. Ist der Befund auffällig, folgen in der Regel weitere bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Computertomografie (CT).

Wenn Hinweise auf Knochenmetastasen vorliegen, gibt eine Knochenszintigraphie Informationen über das Ausmaß der Erkrankung. Bei diesem Verfahren wird eine radioaktiv markierte Substanz eingesetzt, mit deren Hilfe der Knochenstoffwechsel dargestellt werden kann. Ist dieser erhöht, kann das ein Hinweis auf einen Knochentumor sein. 

Die endgültige Gewissheit darüber, ob ein Knochentumor bösartig ist, bringt erst eine Biopsie (Gewebeentnahme), die von einem Pathologen untersucht wird. Anhand des feingeweblichen Untersuchungsergebnisses entscheidet der Arzt über die weitere Behandlung. Die Deutsche Krebsgesellschaft weist darauf hin, dass eine Biopsie nur von einem tumorerfahrenen Operateur durchgeführt werden sollte, idealerweise in der selben Klinik, in der auch die Operation geplant ist.

Magnetresonanztomografische Darstellung des Knies: Die rote Einfärbung zeigt ein ausgeprägtes Sarkom.  (Quelle: Getty Images/semnic)Magnetresonanztomografische Darstellung des Knies: Die rote Einfärbung zeigt ein ausgeprägtes Sarkom. (Quelle: semnic/Getty Images)

Behandlung: Ablauf der Knochenkrebs-Therapie 

Gutartige Knochentumore bleiben meist unbehandelt und werden nur entfernt, wenn sie zu lokalen Problemen, zum Beispiel Brüchen oder Schmerzen führen. Die Behandlung von primär bösartigen Knochentumoren, die grundsätzlich in einem Knochentumorzentrum durchgeführt werden sollte, setzt sich aus drei Elementen zusammen:

  1. Chemotherapie
  2. Operation
  3. Strahlentherapie

Welche Therapieformen in welcher Reihenfolge eingesetzt werden, ist abhängig von der Art des Tumors. Beim stark metastasierenden Osteosarkom beginnt die Behandlung häufig mit einer Chemotherapie. Ziel ist es, den Tumor hierdurch zu verkleinern und Tumorzellen, die eventuell bereits gestreut haben, zu vernichten. Im zweiten Schritt wird der Knochentumor operativ entfernt, in über 80 Prozent der Fälle gelingt dies, ohne Körperteile wie Arme oder Beine zu entfernen. Im Anschluss an die OP findet oft eine weitere Chemotherapie statt. 

Ein Chondrosarkom dagegen wird fast immer nur operativ behandelt. Die Behandlung der Ewing-Sarkome, die dazu neigen, Metastasen in Lunge und Knochen zu bilden, beginnt mit einer Chemotherapie. Anschließend kommen eine Operation und/oder eine Strahlentherapie zum Einsatz. Nach deren Abschluss folgt eine weitere Chemotherapie.

Bei Knochenmetastasen gibt es eine Reihe von Behandlungsoptionen. In den meisten Fällen geht es darum, Beschwerden wie Schmerzen zu lindern und Komplikationen wie Knochenbrüche zu verhindern. Welche Therapien in Frage kommen, hängt stark davon ab, um welche Tumorart es sich handelt, wie ausgedehnt der Knochenbefall ist, welche Beschwerden er verursacht und wie der Gesundheitszustand des Patienten ist. Die wichtigsten Behandlungsmethoden sind die Bestrahlung, die Hormontherapie, die Bisphosphonat-Therapie, die Antikörper-Therapie und chirurgische Eingriffe.

Prognose: Ist Knochenkrebs heilbar?

Die Heilungschancen bei Knochenkrebs hängen von vielen Faktoren ab: von der Art und Lage des Tumors, aber auch vom Zeitpunkt der Diagnose. Daher ist es unmöglich, allgemeine Aussagen zu treffen. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass die Prognosen günstiger sind, wenn der Tumor durch eine Operation vollständig entfernt werden kann, auf Bestrahlung und Chemotherapie gut anspricht und vor allem früh entdeckt wurde. Einen Knochenkrebs im Endstadium können Ärzte zwar noch behandeln, aber nicht mehr heilen. 

Wenn ein Knochentumor in den Armen oder Beinen sitzt, sind die Heilungschancen grundsätzlich besser als bei Tumoren im Rumpfbereich. Bei Knochenmetastasen ist entscheidend, wo sie liegen und ob sie vollständig entfernt werden können. Schwer zu erreichen sind Metastasen im Schädel und an der Wirbelsäule oder in den Knochen des Brustkorbs. Daher sind hier die Prognosen schlechter.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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