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Kurzdarmsyndrom: Welche Symptome typisch sind und was helfen kann


Mögliche Folge einer Darmoperation
Kurzdarmsyndrom – was das ist und welche Symptome typisch sind


Aktualisiert am 05.04.2024Lesedauer: 4 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Eine Frau hält sich den Bauch.Vergrößern des Bildes
Das Kurzdarmsyndrom geht meist mit verschiedenen Symptomen einher, unter anderem mit Durchfall. (Quelle: dragana991/getty-images-bilder)

Ein Kurzdarmsyndrom entsteht, wenn ein größerer Teil des Dünndarms entfernt wurde. Nach der OP treten verschiedene Symptome auf – vor allem Durchfall.

Der Darm besteht aus mehreren Teilen, die bei der Verdauung unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Der Dünndarm ist insbesondere für die Verwertung der Nahrung zuständig. Von hier aus gelangen also lebenswichtige Nährstoffe – Kohlenhydrate, Aminosäuren, Fette, Vitamine und Mineralstoffe – in den Körper.

Bei bestimmten Erkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn kann es notwendig sein, dass ein größerer Abschnitt des Dünndarms chirurgisch entfernt wird. In der Folge kann der Körper nicht mehr ausreichend Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen. Das kann nicht nur Mangelerscheinungen nach sich ziehen, sondern löst zunächst meist heftige Verdauungsprobleme aus.

Da diese Beschwerden auf den verkürzten Darm zurückzuführen sind, fassen Fachleute sie unter dem Begriff Kurzdarmsyndrom zusammen. Um gefährliche Konsequenzen zu verhindern, erfordert dieses eine gezielte, umfassende Behandlung.

Welche Symptome treten beim Kurzdarmsyndrom auf?

Welche Symptome beim Kurzdarmsyndrom zu erwarten sind, hängt unter anderem davon ab, wie viel aus welchem Abschnitt des Dünndarms entfernt wurde: Wenn ein Teil des mittleren Dünndarmabschnittes (des Jejunums) fehlt, kommt der Körper damit oftmals einigermaßen zurecht – selbst, wenn ein recht großer Teil entfernt wurde. Hingegen ist der letzte Dünndarmabschnitt (das Ileum) weniger gut entbehrlich, weil dieser eine entscheidende Rolle bei der Nährstoffaufnahme spielt.

Grundsätzlich ist das Kurzdarmsyndrom in erster Linie mit Verdauungsbeschwerden verbunden, insbesondere mit:

  • starken, wässrigen Durchfällen
  • Blähungen
  • Fettstühlen, weil der Dünndarm Fette nicht in ausreichendem Maße aufnehmen kann
  • Oberbauchbeschwerden wie Völlegefühl, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen
  • einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), wenn der Dünndarm nicht mehr genug Laktase bildet (Laktase ist das Enzym, welches Milchzucker spaltet, sodass der Körper ihn aufnehmen kann.)
  • einer Gewichtsabnahme wegen des Nährstoffmangels

Ein Grund für die schweren Durchfälle ist, dass viele der Stoffe, die der verkürzte Darm nicht aufnehmen kann, osmotisch wirksam sind. Das heißt, sie "ziehen" Wasser mit sich, während sie den Darm passieren. Zugleich kann der Körper weniger Flüssigkeit aus dem Darminhalt aufnehmen, wenn ihm ein großer Teil des letzten Dünndarmabschnittes fehlt. Dort nämlich beginnt normalerweise die Resorption, also die Wiederaufnahme von Wasser, die sich dann im Dickdarm fortsetzt.

Beim Kurzdarmsyndrom gelangen somit täglich viele Liter Wasser über den Darm in den Stuhl, was besagte Durchfälle erklärt und zu erheblichen Flüssigkeitsverlusten führen kann.

Die Blähungen lassen sich in der Regel auf eine Fehlbesiedlung des verbleibenden Dünndarms zurückführen: Infolge des Eingriffes siedeln sich Bakterien im Dünndarm an, die normalerweise im Dickdarm beheimatet sind. Die Verdauung wird dadurch gestört, was sich vor allem durch Blähungen bemerkbar macht.

Die Oberbauchbeschwerden entstehen, weil der Magen beim Kurzdarmsyndrom zu viel Säure bildet. Bei Gesunden sorgen bestimmte Eiweißstoffe aus dem Dünndarm dafür, dass die Produktion nicht überhandnimmt. Fehlt ein Teil des Dünndarms, kann es zu einem Mangel an diesen Stoffen kommen – und somit zur Überproduktion von Magensäure.

Kurzdarmsyndrom – die Symptome gehen oftmals zurück

In den ersten Wochen nach der OP sind die Beschwerden für gewöhnlich am stärksten ausgeprägt. Die Betroffenen benötigen in dieser Zeit eine umfassende Behandlung, um die Symptome unter Kontrolle zu bringen und Mangelerscheinungen möglichst zu verhindern.

Wie genau die Behandlung gestaltet sein sollte, richtet sich unter anderem danach, welcher Darmabschnitt entfernt wurde und welche Beschwerden dadurch entstanden beziehungsweise zu erwarten sind. Üblicherweise setzt sich die Therapie aus mehreren Maßnahmen zusammen, insbesondere aus folgenden:

  • Im Rahmen einer sogenannten parenteralen Ernährung können Erkrankte Nährstoffe und Flüssigkeit direkt ins Blut verabreicht bekommen.
  • Bestimmte Medikamente (Protonenpumpenhemmer) können der übermäßigen Produktion von Magensäure entgegenwirken.
  • Die Durchfälle lassen sich ebenfalls medikamentös lindern.

All das ist in vielen Fällen nur zu Beginn erforderlich. Denn mit der Zeit beginnt der Dünndarm, seine Arbeitsweise zu optimieren, um seiner Aufgabe trotz der nun reduzierten Kapazitäten besser gerecht werden zu können. Die Durchfälle lassen dann allmählich nach. Das braucht aber in der Regel Zeit: Die sogenannte Adaptationsphase beginnt für gewöhnlich mehrere Wochen nach dem Eingriff und kann ein bis zwei Jahre andauern. (Und bei bestimmten chronischen Erkrankungen wie Morbus Crohn ist der verbleibende Darm unter Umständen nur bedingt dazu in der Lage, sich anzupassen.)

Wie sich gezeigt hat, lassen sich die Anpassungsvorgänge des Darms durch einen frühzeitigen Kostaufbau anregen. Meist streben Ärztinnen und Ärzte daher an, Erkrankte wieder an die normale Nahrungsaufnahme heranzuführen, sobald es ihr Zustand zulässt.

Der erste Schritt dorthin kann eine sogenannte enterale Ernährung über eine Sonde sein. Später kann Trinknahrung zum Einsatz kommen. Schließlich können sich viele Erkrankte wenigstens zum Teil wieder auf natürliche Weise ernähren. Welcher Speiseplan geeignet ist, sollten sie am besten im Rahmen einer Ernährungsberatung klären.

Oftmals sind Patientinnen und Patienten jedoch weiterhin zumindest teilweise auf eine künstliche Ernährung beziehungsweise Nahrungsergänzungsmittel angewiesen.

Die Ernährungstherapie ist in der Behandlung des Kurzdarmsyndroms von wesentlicher Bedeutung. Bei einem Mangel drohen verschiedenste Beschwerden, die das Befinden erheblich verschlechtern und lebensbedrohliche Konsequenzen haben können. Nur wenn es gelingt, den Körper trotz des fehlenden Darmabschnittes mit allen nötigen Nähr- und Mineralstoffen zu versorgen, lassen sich Mangelerscheinungen vermeiden.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 25.3.2024)
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