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Wenn der Schlaganfall im Schlaf kommt


Wenn der Schlaganfall im Schlaf kommt

Von Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 06.11.2022Lesedauer: 4 Min.
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Ein "echter" Schlaganfall im Schlaf ist mit einem hohen Risiko verbunden, da die Symptome häufig zu spät bemerkt werden.
Ein Schlaganfall im Schlaf ist lebensgefährlich. Denn die Symptome werden häufig zu spät bemerkt. (Quelle: Mladen Zivkovic/Getty Images)
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Immer wieder kommt es vor, dass Menschen einen Schlaganfall im Schlaf erleiden. Da Betroffene ihn meist nicht bemerken, geht wertvolle Zeit verloren und das Gehirn kann erheblichen Schaden nehmen.

Ein Schlaganfall-Experte erklärt, welche Symptome nach dem Aufwachen auf einen Schlaganfall hindeuten und welche Therapien helfen können.

Schlaganfall: verstopftes Gefäß oder Hirnblutung?

Ein Schlaganfall, medizinisch Apoplex, kann verschiedene Auslöser haben. In etwa 80 Prozent der Schlaganfälle ist die Durchblutungsstörung im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verursacht. Ist ein Blutgerinnsel für den Gefäßverschluss ursächlich, sprechen Mediziner von Hirninfarkt oder ischämischem Schlaganfall. In 20 Prozent aller Schlaganfälle ist eine Hirnblutung die Ursache. Mediziner sprechen auch von hämorrhagischem Schlaganfall. Platzt ein Gefäß im Gehirn, löst das austretende Blut eine Minderdurchblutung des Gehirns aus. Der Druck des austretenden Blutes schädigt das Gehirngewebe zusätzlich.

Das Ausmaß der Gehirnschädigung bei einem Schlaganfall ist abhängig davon, welcher Bereich des Gehirns wie lange von der Minderversorgung betroffen ist. Etwa 40 von 100 Menschen, die einen Schlaganfall überleben, haben dauerhaft stärkere Beeinträchtigungen. Jeder fünfte Betroffene stirbt innerhalb der ersten vier Wochen nach dem Schlaganfall. Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.


Schlaganfällen Schritt für Schritt vorbeugen

Die Empfehlung ist, sich mindestens 150 Minuten in der Woche moderat zu bewegen.
Wer sein Schlaganfallrisiko senken möchte, sollte sich im Alltag ausreichend bewegen, etwa bei kleinen Fahrradtouren.
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Risiko Schlaganfall im Schlaf

Das Risiko für schwere Verläufe steigt, wenn der Schlaganfall erst zeitverzögert behandelt wird. Das kann beispielsweise passieren, wenn ein Schlaganfall im Schlaf stattfindet und dadurch viele Stunden unbemerkt bleibt. Dann geht wertvolle Zeit verloren. Das Gehirn kann irreparable Schäden erleiden.

"Es gibt keine genauen Daten, wie häufig Schlaganfälle im Schlaf passieren", sagt Univ.-Prof. Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Klinikdirektor der Klinik für Neurologie im Evangelischen Klinikum Bethel und Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft (DSG). "Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu zehn Prozent der Schlaganfälle sogenannte 'wake-up-strokes' sind, die Betroffenen also mit Schlaganfallsymptomen aufwachen."

TIA und "echter" Schlaganfall im Schlaf

Grob lassen sich zwei Szenarien von Hirndurchblutungsstörungen im Schlaf unterscheiden:

  1. Im Schlaf findet unbemerkt ein "kleiner" Schlaganfall statt.
  2. Im Schlaf findet ein "echter" Schlaganfall statt.

Ein "kleiner Schlaganfall" ist dadurch gekennzeichnet, dass die gleichen Symptome wie bei einem echten Schlaganfall auftreten – allerdings nur für kurze Zeit. Dann lassen die Symptome wieder nach. Im Schlaf bemerkt die betroffene Person die sogenannte "Transitorisch Ischämische Attacke", kurz TIA, in der Regel nicht.

"Die Symptome einer TIA, darunter Sehstörungen, Schwäche und Gefühlsstörungen, können leicht verschlafen werden", so der Facharzt für Neurologie. "Da eine TIA häufig Vorbote für einen vollendeten Schlaganfall ist, bleibt in einem solchen Fall ein bedeutendes Warnsignal, das ebenfalls ärztlich behandelt werden sollte, unbemerkt."

Echter Schlaganfall im Schlaf: Wertvolle Zeit geht verloren

Findet der "echte" Schlaganfall im Schlaf statt und bemerken Betroffene die Symptome erst nach dem Aufwachen, ist bereits wertvolle Zeit verloren gegangen. Das Risiko für bleibende Schäden im Gehirn nimmt mit jeder Minute zu. "Zeit ist Gehirn.

Pro verstrichener Minute nach einem Schlaganfall sterben fast zwei Millionen Gehirnzellen ab. Je länger die betroffene Gehirnregion unterversorgt ist, desto größer ist der Schaden im Gehirngewebe. Die Therapieoptionen verschlechtern sich", sagt Schäbitz.

Schlaganfall-Therapie: Zeitfenster ist begrenzt

Um beispielsweise ein durch ein Gerinnsel verstopftes Gefäß im Rahmen einer Thrombolyse medikamentös auflösen und ein verstopftes Gefäß dadurch wieder öffnen zu können, steht ein begrenztes Zeitfenster von 4,5 Stunden nach Beginn der ersten Schlaganfall-Symptome zur Verfügung. Ist das Therapiezeitfenster überschritten, erschwert das die Therapie eines "wake-up stroke". Zwar kann die Thrombolyse auch später noch durchgeführt werden, die Erfolgsaussichten sinken aber deutlich.

"Da man bei einem Schlaganfall, der erst nach dem Aufwachen bemerkt wird, nicht weiß, wie viel Zeit bereits verstrichen ist, nutzt man bei wake-up-strokes bildgebende Verfahren wie eine MRT oder CT, um zu schauen, ob noch rettbares Gewebe vorhanden ist und ob eine Akuttherapie mittels Thrombolyse oder Thrombektomie durchgeführt werden kann", so Schäbitz.

Thrombektomie und OP: bei größeren Gerinnseln und Gehirnblutungen

Bei der mechanischen Thrombektomie schiebt der behandelnde Arzt einen Katheter zum Gerinnsel vor, durchstößt dieses und saugt es ab. Die mechanische Thrombektomie wird bei größeren Blutgerinnseln eingesetzt, die nicht allein durch Medikamente aufgelöst werden können. Diese Therapieform findet vor allem in größeren Schlaganfall-Zentren (Stroke Units) Anwendung.

Eine Operation kann bei einer Hirnblutung notwendig sein. Das Blut muss entfernt werden, um den Druck auf das Gehirn zu beseitigen und eine weitere Schädigung des Gehirns zu verhindern. Teilweise müssen Ärzte einen Teil des Schädelknochens zeitweise entfernen. Ist die Schwellung des Gehirns zurückgegangen, wird dieser wieder eingesetzt.

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Wann ist das Risiko für einen nächtlichen Schlaganfall erhöht?

Laut dem Schlaganfall-Experten gibt es keine klassischen Risikofaktoren für einen nächtlichen Schlaganfall. Man könne nicht sagen, dass bestimmte Menschen anfälliger seien als andere. Bekannt ist, dass Schlaganfälle morgens besonders häufig sind.

"Das ist auf den chronobiologischen Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers zurückzuführen. Schlaganfälle finden häufig in den frühen Morgenstunden statt – was das Risiko erhöht, dass die Symptome zeitverzögert nach dem Aufwachen wahrgenommen werden", sagt Schäbitz.

Aufwachen mit Schlaganfall-Symptomen: Was tun?

Die Symptome beziehungsweise Folgen eines Schlaganfalls hängen von der betroffenen Hirnregion und der Schwere der Durchblutungsstörung ab. Zu den klassischen Symptomen eines Schlaganfalls gehören:

  • Lähmungserscheinungen auf einer Körperseite
  • Lähmungserscheinungen im Gesicht (hängender Mundwinkel)
  • Sprachstörungen
  • Sprechstörungen
  • Schluckstörungen
  • Sehstörungen (Gesichtsausfälle oder Doppelbilder)
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Störungen der Motorik (zum Beispiel Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen)
  • Taubheitsgefühle (etwa in Armen und Händen)
  • Orientierungsstörungen

"Wer diese Symptome bei sich oder einer anderen Person bemerkt, muss an einen Schlaganfall denken und unverzüglich den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 kontaktieren und den Schlaganfall-Verdacht äußern", betont Schäbitz.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • awmf.org: "Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke – Teil 1: Plättchenhemmer, Vorhofflimmern, Hypercholesterinämie und Hypertonie". S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). AWMF-Registernummer: 030/133. (Stand: 20. Mai 2022)
  • awmf.org: "Schlaganfall". S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. AWMF-Register-Nr.: 053-011. (Stand: 2020)
  • dgn.org: "Schlaganfall: Wir haben ein größeres Zeitfenster und mehr Behandlungsoptionen". Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). (Stand: 27. September 2019)
  • dgn.org: "Schlaganfall". Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). (Stand: 9. September 2022)
  • schlaganfall-hilfe.de: "Der stumme Schlaganfall". Online-Information der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. (Stand: Aufgerufen am 24. Oktober 2022)
  • schlaganfall-hilfe.de: "Akutversorgung- Schnelles Handeln rettet Lebensqualität". Online-Information der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. (Stand: Aufgerufen am 24. Oktober 2022)
  • schlaganfall-hilfe.de: "Schlaganfall. Informationen für Betroffene und Interessierte". Online-Broschüre (PDF) der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. (Stand: Juli 2022)
  • gesundheitsinformation.de: "Schlaganfall". Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 27. Juli 2022)
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