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Streusalz schadet Hecken und Beeten – so schützen Sie die Pflanzen

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Nur eine Methode wirkt  

Streusalz schadet Ihrem Garten

23.01.2018, 08:31 Uhr | rw, BdB, dpa-tmn, t-online.de

Streusalz schadet Hecken und Beeten – so schützen Sie die Pflanzen. Streusalz (Quelle: Getty Images/DmyTo)

Streusalz: Viele Pflanzen leiden unter dem Einsatz von Streusalz. (Symbolbild) (Quelle: DmyTo/Getty Images)

Gartenbesitzer lassen von Streusalz am besten die Finger. Das beliebte Streugut schadet Hecken, Bäumen und Beeten, wenn es zusammen mit dem Schmelzwasser in den Boden gelangt. Wie Sie Ihre Pflanzen schützen und welche Hecken und Bäume Streusalz noch am besten vertragen.

"Erfreulicherweise hat sich in den letzten Jahren eine zunehmende Sensibilität beim Einsatz von Streusalz entwickelt", lobt der Bund deutscher Baumschulen (BdB) und mahnt die Kommunen zu einem verantwortlichen Umgang mit dem für Pflanzen äußerst schädlichen Streumittel.

Streusalz für Privatanwender oft verboten

"Zu empfehlen ist, Streusalz nur dort einzusetzen, wo der Verkehr ohne Salz einer wesentlich höheren Gefahr ausgesetzt wäre. Alternative Verfahren wie beispielsweise das Räumen und der Einsatz von Splitt sowie generell eine Verringerung der Salzmenge durch die Umstellung auf Feuchtsalz mit modernen Ausbringtechniken sind zu favorisieren." Auch das Bundesumweltministerium weist auf die schädlichen Nebenwirkungen für Bäume, Gewässer, Fahrzeuge und Bauwerke hin.

In vielen Bundesländern und Kommunen ist der Einsatz von Streusalz schon heute für Privatanwender verboten. Das Umweltministerium empfiehlt salzfreie, abstumpfende Streumittel mit dem Blauen Engel. Abstumpfende Mittel schmelzen Eis und Schnee nicht ab, sondern erhöhen die Griffigkeit der Fläche, indem sie sich mit der Glätteschicht verzahnen. Für diesen Zweck sind vor allem gebrochene Gesteine – also Splitt oder bestimmte Spezialsande – gut geeignet. Sie bleiben nach der Schneeschmelze liegen und können dann einfach aufgekehrt werden.

Gartenschäden durch Streusalz

Streusalz hingegen gelangt zusammen mit dem Schmelzwasser in den Boden. Pflanzen nehmen es dann über die Wurzeln auf. Die typischen Symptome für Streusalzschäden ähneln stark denen von Trocknungsschäden. Betroffene Pflanzen zeigen braune und gekräuselte Zweigspitzen, an den Blättern bilden sich sogenannte Randnekrosen – ihr Rand wird braun. Hinzu kommt meist ein verspäteter Austrieb und kümmerlicher Wuchs. Im ungünstigsten Fall droht sogar das Absterben der Pflanzen. Schon aus eigenem Interesse sollten Gartenbesitzer also auf den Einsatz von Streusalz verzichten.

Vor allem Hecken, Büsche und Bäume in Straßennähe bleiben aber weiterhin gefährdet, wenn die kommunalen Räumdienste Streusalz einsetzen. "Die einzige Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, ist, die Pflanzen sehr ausgiebig zu wässern, sobald der Boden offen ist", rät der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). "Streusalz wirkt ähnlich wie eine Überdüngung. Die Pflanze erhält zu viele Nährstoffe. Dadurch wird ihr Wasser entzogen."

Nicht alle Pflanzen reagieren auf Streusalz gleich empfindlich

Bei Neuanpflanzungen in Straßennähe sollten Sie auf möglichst robuste Sorten zurückgreifen. Denn nicht alle Pflanzen reagieren gleich empfindlich. Nadelgehölze wie Thuja oder Koniferen beispielsweise nehmen einem unerwünschte Nährstoffzufuhr besonders übel. Laut BdB haben sich einige Bäume und Hecken als besonders robust gegen Streusalz erwiesen. Der Verband empfiehlt vor allem folgende Sorten:

  • Feldahorn (Acer campestre)
  • Schwarzerle (Alnus glutinosa)
  • Erbsenstrauch (Caragana arborescen)
  • Blasenstrauch (Colutea arborescens)
  • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
  • Schwarzkiefer (Pinus nigra)
  • verschiedene Eichenarten (Quercus)
  • Alpenjohannisbeere (Ribes alpinum Schmidt)
  • Wildrose (Rosa rugosa)
  • Frühlings-Tamariske (Tamarix parviflora)

Pflanzen auch im Winter wässern

Übrigens muss nicht nur zur Vermeidung von Salzschäden im Winter gegossen werden. Auch immergrüne Topfpflanzen, die im Freien stehen, brauchen in der frostfreien Zeit ausreichend Wasser. Bambus, Buchsbaum, Kirschlorbeer, Rhododendron und Co. verdunsten über die Blätter permanent Wasser, erläutert die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Vor allem an sonnigen Tagen und bei starkem Wind benötigen sie dann mehr Wasser, als über den Regen nachkommen kann. Besonders viel Durst haben Pflanzen, die im Trockenen stehen, etwa unter Dachvorsprüngen.

Quellen:
- dpa
- Bund deutscher Baumschulen
- Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau 
- eigene Recherche

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