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Kümmel und Kreuzkümmel: Unterschied, Wirkung & Anwendung

Häufig verwechselte Gewürze  

Kümmel und Kreuzkümmel: Wo liegt der Unterschied?

01.03.2021, 10:45 Uhr | tl, sah, t-online, dpa-tmn

Kümmel und Kreuzkümmel: Unterschied, Wirkung & Anwendung. Kümmel: Mit dem ätherischen Öl Carvon werden typisch deutsche Gerichte wie Sauerkraut, fette Fleischspeisen oder bayerischen Obazda verdaulicher gemacht. (Quelle: imago images/Science Photo Library)

Kümmel: Mit dem ätherischen Öl Carvon werden typisch deutsche Gerichte wie Sauerkraut, fette Fleischspeisen oder bayerischen Obazda verdaulicher gemacht. (Quelle: Science Photo Library/imago images)

Kümmel und Kreuzkümmel werden häufig miteinander verwechselt oder für ähnliche Gewürze gehalten. Dabei ist der Unterschied zwischen Kümmel und Kreuzkümmel recht groß. Wir erklären, wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten liegen.

Im Gewürzregal finden sich neben Kümmel auch Kreuz- und Schwarzkümmel. Die Samen schmecken aber unterschiedlich und werden für verschiedene Gerichte verwendet.

Unterschied: Kümmel und Kreuzkümmel

Kümmel (Carum carvi) und Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) gehören zur Familie der Doldenblütler und sind botanisch nah miteinander verwandt. Doch auch, wenn der Name es vermuten lässt, ist der Kreuzkümmel, der auch als Cumin bezeichnet wird, keine Unterart des Kümmels. Insbesondere in der Küche beziehungsweise auf dem Gaumen wird deutlich, dass das eine Gewürz durchaus anders schmeckt als das andere.

Der geschmackliche Unterschied zwischen Kümmel und Kreuzkümmel ist sogar sehr groß. Dies zeigt sich auch an der Verteilung der Gewürze auf dem Globus. Kümmel findet vorwiegend auf europäischen Speiseplänen Verwendung. Das Gewürz wird hauptsächlich zwischen den Niederlanden und Sibirien verwendet. Kreuzkümmel hingegen findet sich in den Küchen Indiens, Asiens, Südamerikas, Nordafrikas sowie im Nahen Osten, in der Türkei und in Griechenland.

Kreuzkümmel: Früchte des Cumin sind etwas größer und heller als beim Kümmel. (Quelle: imago images/Manfred Ruckszio)Kreuzkümmel: Früchte des Cumin sind etwas größer und heller als beim Kümmel. (Quelle: Manfred Ruckszio/imago images)

Kümmel hat ein herbes Aroma, ist aber deutlich milder als Kreuzkümmel, was ihn zu einem idealen Gewürz zum Kombinieren mit anderen Gewürzen macht. Gerichte wie Kohl, Suppen, Brot, Braten und andere Fleischgerichte eignen sich beispielsweise gut, um sie mit Kümmel zu würzen. Auch mancher Käse oder manche Spirituose wird mit dem Gewürz veredelt.

Kreuzkümmel hat im Vergleich zu Kümmel einen stärkeren Eigengeschmack und ist daher nicht gut mit anderen Gewürzen kombinierbar. Für sein Aroma ist das ätherische Öl Cuminaldehyd verantwortlich, das süßlich-bittere und warm-erdige Noten mit einer gewissen Schärfe vereint. Es passt gut zu Gerichten wie Couscous, Hummus und Falafelbällchen, aber auch zu Hülsenfrüchten wie Linsen und Bohnen. Häufig ist er ein Bestandteil von Gewürzmischungen für Chili con Carne, Currys und Garam Masala.

Trick: Aroma des Kümmels entschärfen

Am derb-würzigen Aroma von Kümmel scheiden sich die Geister. Dabei gibt es einen Trick: Wem das Aroma von Kümmel zu aufdringlich ist, kann mit etwas geriebener Zitronenschale Abhilfe schaffen.

Im Handel sind Kümmel und Kreuzkümmel gemahlen und als ganze Samen erhältlich. Da das Aroma schnell verfliegt, ist es sinnvoll, die Früchte erst kurz vor der Verwendung zu mahlen oder mit der flachen Messerseite anzudrücken. Das Aroma von Kreuzkümmel lässt sich intensivieren, indem man die Samen zuvor in einer Pfanne ohne Fett kurz anröstet.

Wirkungen als Heilpflanzen

Wo der geschmackliche Unterschied zwischen Kümmel und Kreuzkümmel durchaus groß ist, gibt es kaum Unterschiede in Sachen Wirkung. Kümmel ist eine Heilpflanze, Kreuzkümmel ebenso. Beide Gewürze wirken gleich: Sie beeinflussen die Verdauung positiv und kurbeln den Stoffwechsel an. Neben der Hilfe bei Verdauungsbeschwerden wirken beide appetitanregend und helfen gegen Blähungen und Krämpfe. Insbesondere in Form von magenfreundlichen Tees finden sich beide Gewürze in vielen deutschen Haushalten wieder.

Schwarzkümmel

Schwarzkümmel: Sein Geschmack erinnert leicht an Sesam mit einer leichten Kreuzkümmelnote. (Quelle: imago images/agefotostock)Schwarzkümmel: Sein Geschmack erinnert leicht an Sesam mit einer leichten Kreuzkümmelnote. (Quelle: agefotostock/imago images)

Und was ist mit Schwarzkümmel (Nigella sativa)? Diese Pflanzenart ist weder mit Kümmel noch mit Kreuzkümmel verwandt. Sie gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Besonders im Orient wird Schwarzkümmel als pfefferartiges Gewürz verwendet. Die dunklen Samen werden hierzulande auch "Brotwurz" genannt, da sie zum Beispiel Fladenbrot würzen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche

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