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Fünf Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

So landet weniger im Müll  

Lebensmittel: Fünf Tipps gegen die Verschwendung

11.03.2019, 15:23 Uhr | dpa-tmn, cch

Fünf Tipps gegen Lebensmittelverschwendung. Lebensmittelverschwendung: Bis 2030 will Deutschland die Lebensmittelverschwendung pro Kopf um die Hälfte reduzieren. Tipps, wie sich Müll in der Küche vermeiden lässt. (Quelle: Getty Images/Daisy-Daisy)

Lebensmittelverschwendung: Bis 2030 will Deutschland die Lebensmittelverschwendung pro Kopf um die Hälfte reduzieren. Tipps, wie sich Müll in der Küche vermeiden lässt. (Quelle: Daisy-Daisy/Getty Images)

Die Kartoffeln sind schrumpelig, das kaltgepresste Öl flockt und die Eier sind abgelaufen – doch müssen diese Lebensmittel deshalb gleich in den Müll? Keineswegs, lautet die Antwort. Hier finden Sie Tipps, wie Sie Lebensmittel weiter verwenden und Lebensmittelverschwendung vermeiden können.

Die Zahlen klingen dramatisch. "Elf Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgen Industrie, Handel, Großverbraucher und Privathaushalte in Deutschland jedes Jahr als Abfall", schreibt das Agrarministerium. "Jedes achte Lebensmittel, das wir in Deutschland einkaufen, landet in der Tonne. Pro Person und Jahr sind das durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel."

Fünf Tipps, um Verschwendung vorzubeugen

Bis 2030 will Deutschland die Lebensmittelverschwendung pro Kopf um die Hälfte reduzieren. Das Ernährungsministerium gibt über das Portal "Zu gut für die Tonne" Tipps, wie sich in der heimischen Küche Müll vermeiden lässt und auch die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Checkliste zum Thema zusammengestellt. 

1. Richtig planen

Wer seine Vorräte überblickt, kauft weniger Überflüssiges ein. Gut ist auch, sich einen groben Wochenplan zu machen: Kommt jemand zu Besuch? Geht man auswärts essen? Bleiben vom Kochen Reste übrig?

In den Kühlschrank gehören Eier, Käse, Milch, Joghurt, Butter oder Margarine. Und wer Spinat, Brokkoli, Fisch und Brot in der Tiefkühltruhe hat, kann auch ohne frische Einkäufe ein Essen kochen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, folgende Lebensmittel als Vorrat im Haus zu haben:

  • H-Milch
  • Nudeln
  • Reis
  • Mehl
  • Kartoffeln
  • Zwiebeln
  • passierte Tomaten
  • Öl
  • Tomatenmark
  • Gewürze
  • Senf

2. Richtig lagern

Ärgerlich ist es, wenn gerade erst geöffnete Lebensmittel schlecht werden und deshalb in den Müll müssen. Dagegen lässt sich aber etwas unternehmen.

  • Joghurt oder Quark zieht geöffnet Bakterien an, deshalb sollte man ihn schnell mit Frischhaltefolie abdecken.
  • Nicht verbrauchte, offene Konserven füllen Verbraucher am besten in Behälter aus Glas, Metall oder Kunststoff um.
  • Brot bleibt länger im Brotkasten oder Tontopf mit Deckel frisch. In einer sauberen Kunststofftüte hält sich Brot auch – die Kruste wird dann allerdings schnell weich. Sinnvoll ist der Initiative "Zu gut für die Tonne!" zufolge, ganze oder halbe Brotlaibe statt bereits geschnittene zu kaufen. Schnittbrot schimmelt nämlich schneller.
  • Zitronen schimmeln im Gemüsefach des Kühlschranks schneller. Prof. Dietlind Hanrieder, Expertin für Lebensmittellehre an der Hochschule Anhalt, erklärt das mit der hohen Luftfeuchte im Gemüsefach. Besser seien die Früchte in einem Drahtkorb im kühlsten Raum der Wohnung aufgehoben. Ihr Tipp: "Ein Küchentuch aus Papier dazwischen gelegt, reduziert die Gefahr." Gerade Zitronen sollten nicht auf Vorrat gekauft werden, sondern immer frisch für den aktuellen Bedarf.

3. Einfrieren

Brot etwa lässt sich auch gut einfrieren. Im verschlossenen Tiefkühlbeutel werden bereits geschnittene Scheiben eingefroren, die sich binnen kurzer Zeit im Toaster oder in der Mikrowelle auftauen lassen. Auch gefrorene Brötchen kann man im Ofen wieder aufbacken. Welche Lebensmittel sich noch zum Einfrieren eignen, lesen Sie hier.

  • Eingemachtes und Eingefrorenes beschriftet man besser mit Datum, damit man einen Überblick behält, was als Nächstes verbraucht werden sollte.

4. Lebensmittel nicht gleich wegwerfen – sondern auf Genießbarkeit prüfen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert, dass ein ungeöffnetes Lebensmittel bei richtiger Lagerung mindestens bis zum aufgedruckten Datum Qualität, Farbe, Aroma und Konsistenz beibehält. Es heißt nicht, dass Lebensmittel immer nach Ablauf dieses Datums entsorgt werden müssen. Das gilt etwa für Butter oder Bier. Die Lebensmittel sollten durch Ansehen, Riechen und Schmecken auf ihre Genießbarkeit hin überprüft werden. Aus unserer Übersicht entnehmen Sie, welche Produkte wie lange genießbar sind und wann Sie sie entsorgen sollten.

5. Richtig zweitverwerten

Dass beim Kochen etwas übrig bleibt, lässt sich nicht immer vermeiden. Die Reste sind aber zu schade, um sie wegzuwerfen.

  • Übrig gebliebenes Gemüse oder Eier können zusammen in einer Reispfanne landen.
  • Brot oder Brötchen vom Vortag schmecken zum Beispiel lecker in einem süßen Auflauf oder als Arme Ritter.
  • Der Rest der Spaghettisoße wandert ins Paprikagemüse.
  • Geschnittenes Obst wird zu Kompott verarbeitet oder zusammen mit Joghurt zum Shake püriert.

Aus Gemüseschalen Chips herstellen oder Brühe kochen

Auch Gemüseschalen müssen Sie nicht einfach wegwerfen. Aus manchen Sorten können Sie Chips machen. Das Bundeszentrum für Ernährung schlägt vor, die sauberen Schalen von Roter Bete, Pastinake oder Rettich in dünne Streifen zu schneiden und in gewürztes Olivenöl zu tauchen. Anschließend im Ofen rösten oder in der Pfanne braten.

Alternativ können Sie Gemüsereste auch in Beuteln einfrieren. Haben Sie auf diese Weise genügend Gemüse gesammelt, geben Sie es mit Gewürzen wie Pfeffer, Lorbeerblättern oder Piment in einen großen Topf mit Wasser. Das Ganze abgedeckt bei niedriger Hitze drei bis vier Stunden köcheln lassen. Anschließend das Gemüse heraussieben und die Brühe noch eine halbe Stunde einreduzieren. Besonders geeignet für eine Gemüsebrühe sind:

  • Zwiebelschalen,
  • Sellerie,
  • Möhren,
  • Fenchel,
  • Radieschen,
  • Porree,
  • Ingwer,
  • Champignons,
  • Kohlrabi

Rezept: Schoko-Osterhasen zweitverwerten

Ergraute Schokolade oder umherstehende Schoko-Hasen finden mit diesem Rezept eine neue Bestimmung – als süße Brötchen:

Dazu 200 g der Schokolade zerkleinern und in einen gut durchgekneteten Teig aus 500 g Mehl, 25 g Hefe, je 50 g Zucker und Butter, einem Ei, 150 ml Wasser, einem Teelöffel Salz und je einem Spritzer Zitronen- und Vanillearoma und 100 ml kalter Milch unterkneten. Nach einer Ruhezeit von 10 Minuten eigroße Kugeln formen und in einen 30 Grad warmen Ofen stellen. Während des 30-minütigen Gärens mehrmals mit Wasser bestreichen. Sind die Kugeln auf Brötchengröße gewachsen, aus dem Ofen nehmen und mit einem Geschirrtuch abdecken. Nochmals mit Wasser bestreichen und die Brötchen 16 Minuten bei 210 Grad backen. Anschließend mit flüssiger Butter bepinseln und mit Zucker bestreuen.

Jüngere Generation ist verschwenderischer

Saure Milch, verschimmelte Zucchini, gammlige Äpfel, die Reste vom Abendessen, die im Biomüll landen, dazu tonnenweise Verderbliches, das Supermärkte und Restaurants entsorgen. Einer Studie der Bundesregierung zufolge ist das Problembewusstsein ausgeprägt: 96 Prozent der Befragten glauben, dass auch Essen im Müll landet, das noch genießbar gewesen wäre. Dabei entsorgen Jüngere öfter Essbares als die älteren Generationen.


92 Prozent der Deutschen im Alter von 21 bis 51 Jahren werfen Essen weg, knapp vier von zehn tun das sogar einmal pro Woche. Dagegen wirft ein Drittel der Menschen, die vor 1945 geboren wurden, nach eigenen Angaben Lebensmittel nie in den Müll. In der Nachkriegs-Generation bis Jahrgang 1954 sind es rund 27 Prozent. Wer mit Entbehrungen aufgewachsen ist, hat offensichtlich ein anderes Verhältnis zum Essen als Generationen, für die Überfluss normal ist.

Weltweit landet ein Drittel der produzierten Nahrung nicht auf den Tellern – dabei haben den Vereinten Nationen zufolge 795 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Dass Lebensmittel nicht effizient verbraucht werden, ist nicht nur ein ethisches Problem. Arbeitskraft, Boden, Wasser und andere knappe Ressourcen werden verschwendet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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