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Ernährung: Spargel und Fenchel aus dem Meer

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Spargel und Fenchel aus dem Meer

17.07.2018, 11:04 Uhr | dpa

Ernährung: Spargel und Fenchel aus dem Meer. Die Pflanze Queller - auch Salicornia oder Meeresspargel genannt - in einem Gewächshaus im Ökowerk Emden.

Die Pflanze Queller - auch Salicornia oder Meeresspargel genannt - in einem Gewächshaus im Ökowerk Emden. Foto: Mohssen Assanimoghaddam. (Quelle: dpa)

Emden (dpa/lni) - Schlick mal ganz anders: Manche schmieren sich den Matsch als glitschiges Peeling auf die Haut. Im ostfriesischen Emden landet der Schlick jedoch auf Gemüsebeeten. Darauf gedeiht die Pflanze Salicornia, besser bekannt als Queller oder "Meeresspargel".

Detlef Stang rupft eine Pflanzenspitze zum Probieren ab. Sie schmeckt frisch, leicht salzig und knackig - die ideale Salatzutat. "Queller eignet sich für Pesto, Chutney, für die Suppe oder auch als Deko auf belegten Brötchen", sagt Stang, "kürzlich haben wir damit gefüllte Rouladen angerichtet."

Auf mehr als 50 Rezept-Varianten mit Queller kann Stang verweisen, doch der Geschäftsführer der Stiftung Ökowerk Emden hat kein Kochbuch im Sinn. Der Queller-Anbau in dem Umweltbildungszentrum ist der deutsche Beitrag für ein EU-Projekt, an dem sich weitere sechs Nordsee-Anrainerstaaten beteiligen. Bei SalFar (Saline Farming) geht es um die Frage, wie sich salztolerante Pflanzen wirtschaftlich sinnvoll anbauen und vermarkten lassen - und auch noch gut schmecken.

Dahinter steckt nicht allein kommerzielles Interesse, sondern ein bedrohliches Szenario: Wenn der Meeresspiegel durch den Klimawandel steigt, versalzen die Böden. Das betrifft in Europa vor allem Länder mit einer langen Küstenzone oder tief ins Land reichende Flüsse - also die Niederlande und Norddeutschland. Das Problem ist in der Wesermarsch schon bekannt, wenn etwa Salz- und Brackwasser in den Untergrund und ins Grundwasser vordringen.

Aber auch in heißen und trockenen Regionen der Erde wird Versalzung zur Bedrohung, weil durch künstliche Bewässerung die gelösten Salze im Boden zurückbleiben. Weltweit forschen daher Wissenschaftler an Nutzpflanzen, die das Gemüse von morgen werden könnten. In Schweden werden salzresistente Weizensorten getestet, in den Niederlanden geht es um Kartoffeln.

Die Universität Würzburg erforscht das getreideähnliche Quinoa aus Südamerika. Professor Rainer Hedrich und andere Pflanzenwissenschaftler setzen damit auf ein Gewächs, das von Natur aus salztolerant ist. "Unsere Kulturpflanzen sind aus jahrelanger Zucht hervorgegangen", erklärt Hedrich. In dieser Zeit habe der Mensch fast alle negativen Umwelteinflüsse von ihnen ferngehalten, so dass sie viel von ihrer natürlichen Widerstandskraft verloren haben. "Kommen diese Elitelinien mit zu viel Salz in Kontakt, gehen sie meist ein", sagt Hedrich.

Beim Rundgang durch das Ökowerk zeigt Stang auf eines der Anbaufelder mit Austernpflanzen oder auch Meeresbohnen. "Mögen Sie Fisch?", fragt Stang. Die bläulichen Blätter hinterlassen tatsächlich einen unerwartet fischigen Geschmack im Mund. Auch Eiskraut aus Namibia, Herzblattsalat aus Frankreich und Meerfenchel gedeihen in den Gewächshäusern.

Nebenan beginnt ein erster Düngeversuch mit Blasentang vom nahe gelegenen Ems-Ufer. Auf schwimmenden Flößen werden Pflanzenkästen erprobt. Manchmal richten darauf Wasservögel ihre Nester ein. "Wir machen Fehler, mancher Test geht daneben", sagt Stang, "aber irgendwas lernen wir immer dazu".

"Angesichts geringer Fördermittel hilft oft nur Ausprobieren, wie etwa im Emder Ökowerk", erklärt Professor Dirk Albach, der an der Universität Oldenburg die Evolution von Pflanzen untersucht. Die Probleme seien in vielen Regionen der Welt sehr unterschiedlich, wenn es etwa in Asien um die Entwicklung von wirtschaftlich bedeutenden Reissorten gehe: "Dort ist ein viel größerer Markt mit entsprechend höheren Forschungsmitteln", sagt Albach.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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