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Urlaub in Deutschland: Welche Corona-Beschränkungen es für Ihre Reise gibt

Ferien während der Pandemie  

Diese Beschränkungen gelten für Urlaub in Deutschland

30.07.2020, 14:03 Uhr
Urlaub in Deutschland: Welche Corona-Beschränkungen es für Ihre Reise gibt. Strandbesucher auf der Insel Usedom: Urlauber aus manchen Regionen müssen erst einmal einen Corona-Test machen, bevor sie anreisen dürfen. (Quelle: dpa/Stefan Sauer)

Urlauber aus manchen Regionen müssen erst einmal einen Corona-Test machen, bevor sie anreisen dürfen. (Quelle: Stefan Sauer/dpa)

Viele EU-Länder lassen wieder Touristen aus Deutschland einreisen. Trotzdem wollen viele Menschen ihren Sommerurlaub lieber im Land verbringen. Welche Einschränkungen gibt es zu beachten?

Am 30. Juli ging Baden-Württemberg als letztes Bundesland die Sommerferien. Deutschland ist wegen der Corona-Pandemie als Reiseziel so beliebt wie nie. An der Ostsee oder auf den Campingplätzen gibt es vielerorts keine freien Plätze mehr. Seit dem ersten Coronavirus-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik im Landkreis Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) haben mehrere Bundesländer ihre Einreisebestimmungen noch einmal verschärft. Durften zuvor wieder Urlauber beispielsweise an die Nord- und Ostsee reisen, gelten seither wieder Einschränkungen. 

Was gilt für Urlaub in Deutschland?

Die Bundesregierung weist darauf hin, dass grundsätzlich die Regeln der einzelnen Bundesländer gelten. Wer verreisen möchte, sollte sich daher vorab informieren. Das gelte sowohl für Familien- oder Freundesbesuche, als auch für die Nutzung von Zweitwohnungen, Dauercampingplätzen oder Stellplätzen für Wohnmobile

In allen Bundesländern sind Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder für Touristen geöffnet, auch Restaurants, Cafés, Freizeitparks und viele andere touristische Attraktionen sind wieder offen. 

Wegen lokaler Ausbrüche kann es jedoch zusätzliche Einschränkungen geben. Über die einzelnen Maßnahmen entscheiden die Länder. Aktuell (Stand: 29. Juli 2020) dürfen Urlauber aus dem bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau nur noch mit Einschränkungen an weite Teile der deutschen Küste, nach Rheinland-Pfalz, nach Brandenburg und ins Saarland reisen.  

Eine entsprechende Verordnung in Rheinland-Pfalz schreibt unter anderem vor, dass Einreisende aus Risikogebieten im Inland verpflichtet sind, sich nach der Einreise auf direktem Wege in eine geeignete Unterkunft zu begeben und dort 14 Tage zu bleiben. Das Land selbst weise keine Risikogebiete aus, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

Die Regierung von Schleswig-Holstein stufte Dingolfing-Landau am 27. Juli explizit als Risikogebiet ein. Urlauber aus dem Landkreis müssen sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben und sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden, wenn sie ins Bundesland einreisen wollen. Ausgenommen davon sind Menschen mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Einen solchen Test benötigen Menschen aus dem Landkreis auch bei der Einreise ins Saarland. Laut der dortigen Staatskanzlei dürfen außerdem Gäste aus dem Kreis, die wichtige berufliche oder medizinische Gründe vorweisen könnten oder Familienangehörige besuchen oder pflegen wollten, einreisen. Zudem könne die Ortspolizeibehörde in begründeten Fällen weitere Ausnahmen zulassen.

In Niedersachsen müssen Menschen aus dem bayerischen Landkreis keine Beschränkungen befürchten. In Baden-Württemberg gibt es noch keine Entscheidung, die Reisemöglichkeiten für Personen aus Dingolfing-Landau zu beschränken. 

Zusätzlich zu den jeweiligen Einreisebestimmungen und den verschiedenen Regeln in Hotels und Gastronomie sind allgemein die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln in den Bundesländern zu beachten.


Generell sollten Sie immer versuchen, Ihre Kontakte zu reduzieren und dort, wo Sie keinen Abstand halten können, einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer mit der Bahn, Reisebussen oder dem Flieger durch Deutschland reist, ist währenddessen ebenfalls verpflichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. 

Zum Ferienstart in vielen Bundesländern gab es zudem einen Ansturm auf Urlaubsorte an Nord- und Ostsee, es entstanden lange Staus und einige Strände wurden wegen Überfüllung gesperrt. Sie sollten sich daher vorher gut überlegen, wo Sie Ihren Urlaub verbringen und vielleicht eher weniger bekannte Urlaubsziele suchen. 

Was ist ein Risikogebiet innerhalb Deutschlands?

Gibt es in einem Landkreis, einer kreisfreien Stadt oder einem Teilgebiet mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, gilt dieser Ort als Corona-Risikogebiet. Momentan (Stand: 29. Juli 2020) ist der Landkreis Dingolfing-Landau ein Corona-Risikogebiet. Dort lag nach einem Ausbruch bei Erntehelfern die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen bei 192. Sie war damit fast viermal so hoch wie der Grenzwert 50. 

Wohin dürfen Sie reisen, wenn Sie aus einem Risikogebiet kommen?

Seit dem 26. Juni gilt, dass Reisende aus Risikogebieten nur innerhalb Deutschlands reisen dürfen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Diese Regel gilt für alle Bundesländer außer Thüringen.

Hier dürfen Sie auch ohne Corona-Test einreisen. Der Freistaat verhängte kein Einreise- und kein Beherbergungsverbot. Begründung: Es gebe keine entsprechenden Ausreiseverbote für die betroffenen Regionen, die Gesundheitsämter der Orte könnten die Situation besser einschätzen und sollten allen anderen Bundesländern die notwendigen Vorgaben liefern.

Dahingegen haben alle anderen Bundesländer Einreise- und Beherbergungsverbote an bestimmte Bedingungen geknüpft. So haben Bayern und Brandenburg beispielsweise – in Brandenburg zunächst bis zum 16. August – ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten in Deutschland erlassen. Sie dürfen nur dann eine Unterkunft buchen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. 

Wohin dürfen Sie reisen, wenn Sie nicht aus einem Risikogebiet kommen?

Wenn Sie nicht aus einem Risikogebiet kommen, sondern beispielsweise aus Sachsen und einen Ostseeurlaub planen oder von Bremen in den Bayrischen Wald fahren möchten, steht Ihrem Urlaub im Grunde nichts im Wege. Sie sollten jedoch einige Besonderheiten beachten. 

Beispielsweise sind in Baden-Württemberg Ausflüge in die Natur zwar grundsätzlich erlaubt, es können jedoch lokale Beschränkungen erlassen werden, wenn beispielsweise ein Park oder ein Badesee sonst überfüllt sein könnten. Gleiches gilt für andere Bundesländer wie Bayern, Hessen oder auch Berlin. Grundsätzlich sollten Sie sich immer vor Ort informieren und damit rechnen, dass besonders beliebte Orte wie Parks, Strände oder Badeseen wegen Überfüllung kurzfristig abgeriegelt werden könnten. Hinzu kommt, dass viele Beherbergungsstätten bereits ausgebucht sind: Ferienwohnungen haben häufig erst im September wieder Kapazitäten, ähnlich sieht es bei Hotels und Campingplätzen aus. 

Hinzukommt, dass der Tagestourismus an einigen Orten noch eingeschränkt ist und Sie nur dorthin reisen dürfen, wenn Sie auch Übernachtungen gebucht haben. 

Verwendete Quellen:
  • Bundesregierung: "Coronavirus in Deutschland"
  • Internetseiten der Landesregierungen 
  • Nachrichtenagentur dpa
  • adac.de: "Urlaub in Deutschland und Europa: Was jetzt möglich ist"
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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