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Ärger mit dem Zug: Welche Rechte haben Bahnreisende?

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Verspätet oder ausgefallen  

Ärger mit dem Zug: Welche Rechte haben Bahnreisende?

18.01.2018, 11:28 Uhr | fk (CF)

Ärger mit dem Zug: Welche Rechte haben Bahnreisende?. Um eine Entschädigung bei Zugverspätungen zu erhalten, müssen Sie das Fahrgastrecht-Formular ausfüllen (Quelle: imago/Ralph Peters)

Um eine Entschädigung bei Zugverspätungen zu erhalten, müssen Sie das Fahrgastrecht-Formular ausfüllen (Quelle: Ralph Peters/imago)

Zugausfall oder Verspätung? Für viele ein Ärgernis, aber bedeutet das gleichzeitig ein Anrecht auf Entschädigung? Wer haftet für den Schaden, wenn Sie beispielsweise Ihren Anschlussflieger verpassen? Wir sagen Ihnen, welche Rechte Sie als Zugreisender haben.

Der Klassiker: Die Bahn verspätet sich

Kaum ein Bahnreisender hat sich noch nicht über eine Verspätung geärgert. Oft sind es nur wenige Minuten, manchmal aber auch Stunden. In diesem Fall haben Sie das Recht auf Entschädigung nach den EU-Fahrgastrechten. Diese räumen Ihnen ab einer einstündigen Verspätung – verbindlich ist die Abfahrtszeit auf dem Zugticket – mehrere Möglichkeiten ein: Haben Sie die Bahnreise noch nicht oder nur teilweise angetreten, können Sie die Reise stornieren und sich diese vollständig beziehungsweise die Kosten für die noch nicht zurückgelegte Strecke erstatten lassen.

Geltend machen kann man diese Rechte im Zug beim Zugbegleiter im Fernverkehr beziehungsweise den Kundenbetreuer im Nahverkehr, an den DB Informationen und in DB Reisezentren. Das Fahrgastrechte-Formular kann man sich auch auf der Homepage der Deutschen Bahn herunterladen. Die Verspätung muss von einem Zugbegleiter oder Kundenberater bestätigt werden. Allerdings werden Ansprüche unter vier Euro wegen dem hohen Verwaltungsaufwand nicht ausgezahlt.

Keine Entschädigung bei Regionalzügen

Entscheiden Sie sich dazu, die Reise fortzusetzen, können Sie sich ab einer Stunde Verspätung 25 Prozent des Fahrpreises erstatten lassen, ab zwei Stunden sogar 50 Prozent. Voraussetzung ist immer, dass der Zugausfall oder die Verspätung nicht auf "unvermeidbare Gründe wie extreme Wetterbedingungen zurückzuführen ist", besagen die EU-Passagierrechte. Nahverkehrs- und Regionalzüge sind von diesen Regelungen übrigens ausgeschlossen. Entschädigungen sind hier nicht vorgesehen.

Verpasst man aber aufgrund der Verspätung eines Nahverkehrszuges seinen anschließenden Fernverkehrzug, kann man jedoch eine Entschädigung geltend machen. Denn es existiert ein Entschädigungsanspruch für die komplette Reisestrecke. Bei Verspätungen durch Unfall- und Personenschäden bestehen keine Ansprüche.

Flug verpasst, Pech gehabt?

Wer durch den Ausfall oder Verspätung der Bahn einen Flug verpasst, hat gegenüber der Bahngesellschaft keinen Anspruch auf Entschädigung über die geltenden Sätze hinaus. Ausnahmen gelten nur dann, wenn Sie ein fahrlässiges Verhalten nachweisen können, das zu der Verspätung geführt hat. Dies gelingt aber nur selten, berichtet der SWR.

Unser Tipp
Ist die Bahnreise Teil eines Pauschalurlaubs, können Sie Ihrem Ärger unter Umständen beim Reiseveranstalter Luft machen. Er hat diesen Teil der Reise als eigene Leistung angeboten. Nur wenn er die Haftung für solche Fälle explizit ausgeschlossen hat, bleiben Sie auf den möglichen Mehrkosten sitzen. Die ausführlichen Informationen zum Fahrgastrecht gibt es auf der Homepage der Deutschen Bahn.

Sollte es zwischen 0 Uhr und 5 Uhr morgens zu einer Verspätung von mehr als 60 Minuten kommen, haben Sie Anspruch auf ein Taxi, wenn Sie Ihren Zielbahnhof sonst nicht erreichen können. Allerdings ist die Rückerstattung bis 80 Euro begrenzt. Auch für die angemessenen Kosten einer Übernachtung im Hotel kommt die Bahn bei einer Verspätung von über 60 Minuten auf, wenn diese erforderlich ist.

Haben Sie ein Recht auf einen Sitzplatz?

Wer längere Strecken mit der Bahn zurücklegt, reserviert in der Regel einen Sitzplatz. Ärgerlich ist es, wenn beispielsweise der gebuchte Waggon ausgefallen ist. Denn Bahnreisende haben nur Anspruch auf Beförderung, nicht aber auf einen Sitzplatz – selbst bei einer Reservierung nicht, so das "Handelsblatt". In einem solchen Fall bekommen Sie lediglich die Reservierungskosten erstattet. Ist der Zug überfüllt, können Sie sogar dazu angehalten werden, den Zug zu verlassen und mit dem Folgezug weiterzureisen.

Werden Sie sich nicht mit der Bahn einig, so können Sie sich per Brief oder E-Mail an die Schiedsstelle für den Öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden. Sie bekommen in der Regel innerhalb eines Monats eine Antwort und der komplette Fall sollte nach drei Monaten abgewickelt sein. Diese Schlichtung ist für Sie kostenlos.

Was passiert, wenn die Bahn streikt?

Als Arbeitnehmer sollten Sie sofort Ihren Arbeitgeber anrufen, wenn absehbar ist, dass Sie es nicht pünktlich auf Arbeit schaffen. Sollten Sie Ihren Arbeitsplatz gar nicht erreichen können, nehmen Sie sich lieber einen Tag Urlaub. Die Bahn sieht einen Streik als höhere Gewalt an und somit steht Ihnen auch keine Entschädigung zu.

Quelle:
- eigene Recherche

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