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Russland: Zahlt Putin Schweigegeld an Soldatenmütter? Neue Kreml-Strategie


Neue Taktik
Putin will offenbar Schweigegeld zahlen

Von t-online, wan

Aktualisiert am 03.12.2023Lesedauer: 3 Min.
imago images 0368822943Vergrößern des BildesWladimir Putin (Archivbild): Der Kreml will offenbar mit Geldzahlungen Soldatenmütter davon abhalten, zu protestieren. (Quelle: IMAGO/Kirill Zykov/imago)
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Protestierende Soldatenmütter sollen mit Geld zum Stillhalten gedrängt werden. Offenbar ist das eine neue Kreml-Strategie.

Die Proteste russischer Soldatenfrauen scheinen den Kreml zu beunruhigen. Im November hatte es in Moskau und anderen Städten kleinere Demonstrationen gegen weitere Mobilisierungen gegeben. Diese wurden nach Berichten der "Moscow Times" umgehend unterbunden. Das allein reicht aber wohl nicht.

Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums will der russische Machthaber Wladimir Putin die Soldatenfrauen mit Geld zum Schweigen bringen. "Recherchen unabhängiger russischer Medien und Äußerungen protestierender Ehefrauen deuten darauf hin, dass die Behörden den Familien in den letzten Wochen wahrscheinlich höhere Bargeldzahlungen angeboten haben, damit sie von den Protesten absehen", heißt es in der Einschätzung des britischen Militärs.

Mehrere Proteste in russischen Städten

Mitte November hatte eine Gruppe von Frauen in der sibirischen Stadt Nowosibirsk gegen die Mobilisierung protestiert, wie die unabhängige Nachrichtenagentur Vyorstka berichtete. Ähnliche Proteste, die in Moskau und St. Petersburg geplant waren, wurden in diesem Monat nicht genehmigt. Dennoch gelang es rund 30 Frauen, eine kurze Mahnwache in der russischen Hauptstadt abzuhalten, so die "Moscow Times".


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Außerdem hätten weibliche Angehörige der Soldaten, die im Rahmen von Präsident Wladimir Putins teilweiser Mobilisierung von 300.000 Soldaten im vergangenen Jahr in die Ukraine geschickt wurden, einen Aufruf im Telegrammkanal "Pyty Domoi" ("Weg nach Hause") veröffentlicht, in dem sie "eine vollständige Demobilisierung" forderten. Der Kanal wurde daraufhin als "Fake" eingestuft – nach Einschätzung der britischen Experten von pro-russischen Kräften.

Am 27. November hatte der Telegrammkanal der Ehefrauen ein Manifest und eine Petition gegen die unbefristete Mobilisierung veröffentlicht . In ihrem Appell an die Russen erklärten die Frauen, dass der Staat denjenigen, die im Rahmen der Mobilmachung in den Kampf gezogen waren, und ihren Familien den Rücken gekehrt habe. In einer viralen Kampagne tauchten Aufkleber auf Autos auf, auf denen gefordert wird, dass die Ehemänner nach Hause kommen.

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Die Autoren nannten die Mobilisierung selbst einen "schrecklichen Fehler", vor dem "niemand geschützt ist". Der Sender kritisierte auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass verurteilte Mörder begnadigt würden und nach sechs Monaten aus dem Krieg zurückkehren, während die Mobilisierten dies nicht tun.

Heimaturlaub für Soldaten gefordert

Offenbar geht es vor allem um die Soldaten, die im September 2022 eingezogen wurden. Sie sind seit einem Jahr an der Front, immer wieder gibt es Berichte, dass Soldaten der Heimaturlaub verwehrt wird. Zuletzt tauchte ein Video auf, in dem eine Gruppe russischer Soldaten Verteidigungsminister Sergej Schoigu anflehten, ihnen Heimaturlaub zu gewähren. Sie beschweren sich in dem Clip, der auf dem Kanal von Mobilization News geteilt wurde, zudem über die Militärführung.

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Das russische "Council of Mothers and Wives", eine Gruppe russischer Soldatenfrauen und -mütter, hatte in der Vergangenheit immer wieder Probleme in der Armee angesprochen – bis es im Juli als "ausländischer Agent" eingestuft wurde. Die Sprecherin der Gruppe, Olga Tsukanova, war im Januar bereits kurzzeitig festgenommen worden, wurde dann aber wieder freigelassen.

Im September 2022 hatte Putin eine Teilmobilisierung zur Aufstockung der Truppenstärke angekündigt, bei der 300.000 Reservisten und ehemalige Militärangehörige mit bestimmten militärischen Spezialisierungen und einschlägiger Erfahrung eingesetzt werden sollen. Viele der damals eingezogenen sind seitdem im Einsatz. Vor zwei Tagen kündigte Putin an, weitere 170.000 Soldaten mobilisieren zu wollen.

Eine jüngste Umfrage der russischen Organisation "Chronicles" zeigte, dass die Unterstützung für den Angriffskrieg gegen die Ukraine schwindet. Nur noch 12 Prozent seien eindeutig für den Krieg, eine Mehrheit verlangt Frieden.

Verwendete Quellen
  • x.com: Tweets von @DefenseHQ (englisch)
  • chronicles.report: "War is unpopular with Russians" (englisch)
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