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Terrorist Mokhtar Belmokhtar bei Einsatz in Mali getötet

Einäugiger Terrorfürst Belmokhtar ist tot

04.03.2013, 08:13 Uhr | AFP, dpa

Terrorist Mokhtar Belmokhtar bei Einsatz in Mali getötet. Al-Kaida;Terrorismus; (Quelle: dap/intelcenter)

Der Anführer der Al-Kaida im islamischen Maghreb ist wohl nicht tot, wie die Agenturen berichteten (Quelle: dap/intelcenter)

Soldaten des Tschad haben nach eigenen Angeben den Terrorführer Moktar Belmokhtar getötet. Der Islamist sei bei einem Einsatz der tschadischen Armee im afrikanischen Krisenstaat Mali ums Leben gekommen.

Die Liste der Verbrechen, die Mokhtar Belmokhtar zur Last gelegt werden, ist lang. Allein die algerische Justiz hat den berüchtigten Islamistenführer wegen Entführung und Ermordung von Ausländern in Abwesenheit zwei Mal zum Tod verurteilt. Nun erklärte die Armee des Tschad, sie habe den 40-jährigen Algerier bei einem Angriff im Ifoghas-Massiv im Norden Malis getötet. Zuletzt hatte Belmokhtar von sich reden gemacht, als er erklärte, die Geiselnahme auf dem algerischen Gasfeld In Amenas sei das Werk der von ihm gegründeten Gruppe "Die mit Blut unterzeichnen".

Bei Gefecht ein Auge verlorenen

Belmokhtar kam im Jahr 1972 in der Wüstenstadt Ghardaia 600 Kilometer südlich von Algier zur Welt. Bei einem der sehr seltenen Interviews sagte er 2007 in einem Dschihadistenforum, er sei als junger Mann von den afghanischen Mudschahedin und ihrem Kampf gegen die sowjetische Armee begeistert gewesen. Mit kaum 19 Jahren schloss er sich den afghanischen Kämpfern an und ließ sich in jenen Trainingslagern ausbilden, aus denen später das Terrornetzwerk Al-Kaida entstand. Bei einem Gefecht mit sowjetischen Soldaten soll er ein Auge verloren haben, was ihm den Beinamen "der Einäugige" eintrug.

Im Jahr 1993 kehrte Belmokhtar in seine Heimat Algerien zurück und stieg dort schnell zu einem der Militärchefs der Islamistengruppe GIA auf, die in ihrem Kampf gegen die Regierung Massaker an Zivilisten verübte. Fünf Jahre später schloss sich Belmokhtar der Salafistengruppe GSPC an, die als gewalttätigste der bewaffneten algerischen Gruppen galt.

Manche nannten ihn "Mister Marlboro"

Der frühere französische Geheimagent Louis Caprioli sagte, Belmokhtar habe sich äußerst gut im Süden Algeriens ausgekannt, was ihm beim Waffenhandel in der Region Vorteile verschaffte. Um seine Waffenkäufe zu finanzieren, war Belmokhtar im Zigarettenschmuggel aktiv, weshalb ihn manche "Mister Marlboro" nannten. Auch in Autodiebstähle, Schutzgelderpressung, illegale Einwanderung und Drogenhandel soll er verwickelt gewesen sein.

Verschiedenen örtlichen Quellen zufolge heiratete Belmokhtar mehrere Frauen von Tuareg-Stämmen im Niger und im Norden Malis. Durch die familiäre Vernetzung war er über die Bewegungen von Sicherheitskräften in der Region bestens informiert. Immer wieder entzog er sich allen Versuchen, ihn zu fassen.

Nachdem die GSPC später in der Gruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) aufgegangen war, wurde Belmokhtar einer ihrer bekanntesten Anführer. Als im März 2012 die Rebellion der Tuareg im Norden Malis begann, ging Belmokhtar für drei Wochen zum Kauf von Waffen nach Libyen. Zwischen April und Juni 2012 wurde er mindestens zwei Mal in Gao und Timbuktu gesichtet.

Terror-Gruppe "Die mit Blut unterzeichnen"

Im Oktober 2012 aber wurde er vom Emir der Aqmi, Abdelmalek Droukdel, abgesetzt, weil er "vom rechten Weg" abgekommen sei. Offenbar hatte er innerhalb der Aqmi Gegner, die ihm seine zahlreichen illegalen Geschäfte übel nahmen. "Belmokhtar hat die Tür zugeschlagen, er ist nun ein freies Elektron in der Sahara", sagte ein Angehöriger der malischen Sicherheitskräfte.

Am 5. Dezember 2012 sendete das mauretanische Radio eine Tonaufnahme des "Einäugigen": Belmokhtar gab die Gründung einer eigenen Gruppe bekannt, Al-Mulathamin (Die mit Blut unterzeichnen). Es war diese Gruppe, die sich später zu dem Angriff auf das algerische Gasfeld In Amenas bekannte - ein Racheakt dafür, dass Algerien den französischen Kampfflugzeugen für ihren Einsatz in Mali den Luftraum öffnete. Bei der anschließenden Befreiungsaktion durch das algerische Militär wurden 37 ausländische Geiseln getötet.

Frankreich unterstützt Kampf gegen Terroristen in Mali

Frankreich kämpft an der Seite von afrikanischen Truppen gegen islamistische Rebellen in Mali. Die Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI) ist eine der drei Gruppen, gegen die die französischen Truppen vorgehen. Sie hatte Rache für die französische Offensive angedroht.

Auch die Bundeswehr ist in Mali im Einsatz. Nach drei Transportmaschinen traf am Samstag ein Tankflugzeug mit 30 Soldaten an Bord in der sengalesischen Hauptstadt Dakar ein. Von dort aus soll das Spezialflugzeug französische Kampfjets in der Luft betanken.

Weiteren Terrorchef getötet?

Auch der nordafrikanische Al-Kaida-Führers Abdelhamid Abou Zeid soll in Mali getötet worden sein. Die algerischen Sicherheitskräfte würden Genproben von der angeblichen Leiche Abou Zeids mit denen von Angehörigen des Chefterroristen vergleichen, berichtete die algerische Zeitung "El Khabar" am Samstag. Französische Truppen hätten die Leiche den algerischen Behörden übergeben.

Abou Zeid galt als einer der drei wichtigsten Anführer der Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI). Der Algerier herrschte zuletzt über Timbuktu, bis die nordmalische Stadt von französischen und malischen Truppen aus Islamistenhand befreit wurde. Abou Zeid zeichnet für den Tod mehrerer westlicher Geiseln verantwortlich und soll zuletzt noch mehrere französische Zivilisten in seiner Gewalt gehabt haben.

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