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Geflohene Rahaf aus Saudi-Arabien: "Ich wurde wie eine Sklavin gehalten"

Aus Saudi-Arabien geflohene Frau berichtet  

"Ich wurde wie eine Sklavin gehalten"

15.01.2019, 12:29 Uhr | AFP, pdi

Saudi-Araberin floh aus ihrer Heimat und vor ihrer Familie wegen der Zwangsehe (Screenshot: Reuters)
Saudi-Teenagerin: Mehr Frauen werden fliehen

Die 18-Jährige Rahaf Mohammed al-Qunun, die in Kanada Asyl erhielt, weil sie vor ihrer Familie floh, erzählt erstmals öffentlich, wie es ihr ergangen ist.

"Mehr Frauen werden fliehen": Jetzt spricht die Teenagerin, die vor der Zwangsehe in ihrer Heimat Saudi-Arabien floh, in einem TV-Interview. (Quelle :Reuters)


Die junge Frau aus Saudi-Arabien ist nach ihrer Flucht in Kanada angekommen. Dort berichtet sie im Fernsehen von den Misshandlungen durch ihre Familie. Sie habe über Suizid nachgedacht.

In ihrem ersten Interview nach ihrer Ankunft in Kanada hat die aus Saudi-Arabien geflüchtete Rahaf Mohammed al-Kunun von ihren Lebensumständen in ihrem Heimatland berichtet. Sie sei wie eine "Sklavin" gehalten und von ihrer Mutter und ihrem Bruder misshandelt worden, sagte die 18-Jährige im kanadischen Fernsehsender CBC. Um ihrer Familie zu entkommen, habe sie auch über Suizid nachgedacht.

Verstoßen von ihrer Familie

Der Fall der jungen Saudi-Araberin hatte international für Aufmerksamkeit gesorgt. Die 18-Jährige war Anfang Januar mit einer Maschine aus Kuwait in Bangkok gelandet und dort gestoppt worden. Zunächst drohten die thailändischen Behörden, sie gegen ihren Willen wieder nach Saudi-Arabien zurückzuschicken.

Daraufhin verbarrikadierte sich die 18-Jährige in einem Hotelzimmer in Bangkok und machte über den Kurzbotschaftendienst Twitter auf ihr Schicksal aufmerksam. Kanada gewährte der jungen Frau schließlich Asyl, am Samstag traf sie in Toronto ein.

Ankunft in Toronto: Rahaf Mohammed al-Kunun (Mitte) wird von der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland (r.) empfangen. (Quelle: Reuters/Carlos Osorio)Ankunft in Toronto: Rahaf Mohammed al-Kunun (m.) wird von der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland (r.) empfangen. (Quelle: Carlos Osorio/Reuters)

"Meine größte Angst war, dass ich verschwinden würde, wenn (meine Eltern) mich finden", sagte sie in dem Interview. "Ich wurde schon sechs Monate lang eingesperrt, weil ich meine Haare geschnitten hatte. Wir, die saudi-arabischen Frauen, werden wie Sklaven behandelt."

Nach ihrer Ankunft in Kanada habe ihre Familie ihr in einem Brief mitgeteilt, dass sie sie verstoßen habe, berichtete die junge Frau. Aus diesem Grund wolle sie von nun an nur noch Rahaf Mohammed genannt werden und auf den Familiennamen al-Kunun verzichten. "Viele Leute hassen mich, ob es meine Familie ist oder Saudi-Arabien im Allgemeinen", sagte sie mit brüchiger Stimme.

"Sagt den Kanadiern, dass ich sie liebe"

In Kanada steht die junge Frau unter dem Schutz einer Nichtregierungsorganisation. Sie wolle nun Englisch studieren und eine Arbeit finden, sagte sie. In Saudi-Arabien habe sie ihre Träume nicht verwirklichen können. In Kanada habe sie "das Gefühl, wieder aufzuleben, vor allem als ich diese Liebe und diesen Empfang spürte", sagte sie in dem Interview. "Sagt den Kanadiern, dass ich sie liebe."


Das ultrakonservative Königreich Saudi-Arabien steht seit Langem wegen seines restriktiven Umgangs mit Frauen in der Kritik. Frauen stehen in dem Land unter Vormundschaft ihrer männlichen Verwandten oder ihres Mannes, die an ihrer Stelle wichtige Entscheidungen fällen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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