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Wirtschafts- und Finanzkrise: Tausende protestieren im Libanon

Wirtschafts- und Finanzkrise  

Tausende protestieren im Libanon

18.10.2019, 15:38 Uhr | dpa

Wirtschafts- und Finanzkrise: Tausende protestieren im Libanon. Viele Libanesen verschaffen ihrem Frust über die Zustände im Land Ausdruck.

Viele Libanesen verschaffen ihrem Frust über die Zustände im Land Ausdruck. Foto: Marwan Naamani/dpa. (Quelle: dpa)

Beirut (dpa) - Mit brennenden Barrikaden, Protestzügen und Blockaden haben Tausende Demonstranten das öffentliche Leben im Libanon größtenteils lahmgelegt. Schulen blieben geschlossen, ebenso wie viele Geschäfte an zentralen Plätzen in der Innenstadt von Beirut.

Die Proteste richteten sich gegen Korruption und geplante Sparmaßnahmen der Regierung des Mittelmeerstaates. Am Donnerstag hatte Informationsminister Dschamal Dscharra zunächst eine tägliche Gebühr von 0,20 US-Dollar auf die Nutzung von Kommunikationsdiensten wie WhatsApp zum Telefonieren bekanntgegeben.

Bereits in der Nacht zum Freitag waren Tausende Menschen in mehreren Städten des Libanon auf die Straße gegangen. Sie zündeten Straßenbarrikaden und Autoreifen an. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Bei Zusammenstößen wurden nach Angaben des Innenministeriums und des Roten Kreuzes etwa 60 Polizisten und mehr als 100 Demonstranten in der Hauptstadt Beirut verletzt.

Der Libanon mit 6,8 Millionen Einwohnern kämpft mit einer Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Staatsverschuldung liegt bei 86 Milliarden US-Dollar (gut 77 Milliarden Euro), was einer Quote von etwa 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Es ist eine der höchsten Schuldenquoten weltweit.

Angesichts der Proteste verkündete Telekommunikationsminister Mohammed Schukair nur Stunden nach der umstrittenen Entscheidung zur Gebühr für Internettelefonie, dass die Änderung nicht in Kraft treten werde. Die Proteste gingen dennoch weiter.

"Wir werden die Straße nicht verlassen, bis die Diebe in der Regierung nicht verschwinden", sagte der 27-jährige Mahmoud. Viele Demonstranten trugen die libanesische Flagge und forderten die Politiker zum Rücktritt auf. "Die Regierung und der Präsident müssen verschwinden. Alle Libanesen sind hungrig und haben kein Geld und keine Jobs", sagte Hania Mabsut.

Demonstranten stürmten unter anderem das Büro eines schiitischen Abgeordneten im Südlibanon. Sie blockierten auch die Hauptstraße in Richtung des internationalen Flughafens von Beirut. Einige Passagiere versuchten, zu Fuß mit ihren Koffern den Flughafen zu erreichen. Soldaten räumten am Freitag brennende Reifen und Barrikaden zur Seite und versuchten, blockierte Straßen zu öffnen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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