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USA beenden Zusammenarbeit mit WHO

Von dpa
Aktualisiert am 30.05.2020Lesedauer: 2 Min.
US-PrĂ€sident Donald Trump kĂŒndigt das Ende der Zusammenarbeit mit der WHO an.
US-PrĂ€sident Donald Trump kĂŒndigt das Ende der Zusammenarbeit mit der WHO an. (Quelle: Alex Brandon/AP/dpa./dpa)
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Washington (dpa) - Mitten in der Corona-Krise haben sich die USA nach mehr als 70 Jahren aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verabschiedet.

US-PrĂ€sident Donald Trump kĂŒndigte die Zusammenarbeit nach einer Serie von Drohungen am Freitag (Ortszeit) in Washington auf. Das 30-tĂ€gige Ultimatum, das er der UN-Sonderorganisation erst vergangene Woche gesetzt hatte, wartete er gar nicht mehr ab. Die bisherigen amerikanischen BeitrĂ€ge an die WHO sollten kĂŒnftig in andere globale Gesundheitsprojekte fließen. International gab es viel Kritik. Die Bundesregierung Ă€ußerte ebenfalls ihr Bedauern.

Trump warf der WHO abermals vor, unter chinesischem Einfluss zu stehen. Zugleich verwies er darauf, dass die USA bislang viel mehr Geld bezahlten als die Volksrepublik. Dann verkĂŒndete er: "Wir werden heute unsere Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation beenden." FrĂŒher hatte er sie schon als "Marionette" Chinas bezeichnet. Die WHO Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht zum Abschied der Vereinigten Staaten, die die Organisation 1948 mitgegrĂŒndet hatten. "Wir haben im Moment keinen Kommentar dazu", sagte ein Sprecher am Samstag.

Die EuropĂ€ische Kommission bezog hingegen klar Stellung fĂŒr die WHO und drĂ€ngte Trump, seine Entscheidung zu ĂŒberdenken. Im Kampf gegen das Coronavirus helfe nur globale Zusammenarbeit und SolidaritĂ€t, erklĂ€rte Kommissionschefin Ursula von der Leyen. "Alles, was internationale Ergebnisse schwĂ€cht, muss vermieden werden." Außenminister Heiko Maas sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, man brauche "weltweite Kooperation statt nationaler AlleingĂ€nge". Nahezu wortgleich mit Entwicklungsminister Gerd MĂŒller (CSU) sprach er von einem "falschen Signal zur falschen Zeit".

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Trump machte die Weltgesundheitsorganisation abermals dafĂŒr verantwortlich, dass sich das neuartige Corona-Virus so sehr ausbreiten konnte. Die WHO habe Chinas Angaben zu lange vertraut. In einem Brief an deren Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte er vergangene Woche noch verlangt, die Organisation mĂŒsse sich innerhalb von 30 Tagen Ă€ndern. Was er sich konkret darunter vorstellte, verriet er nicht. Jetzt sagte Trump, die UN-Sonderorganisation habe sich notwendigen Reformen verschlossen.

Der US-PrÀsident hatte die WHO-BeitrÀge bereits im April eingefroren und damit international Kritik auf sich gezogen. Die USA waren bislang wichtigster Geldgeber. In diesem Jahr sollten die BeitrÀge eigentlich knapp 116 Millionen Dollar betragen. Trump steht in der Corona-Krise selbst schwer unter Druck. Der Republikaner hatte die Gefahr lange heruntergespielt. Inzwischen sind in den USA mehr als 100.000 Menschen nach einer Infektion gestorben.

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