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Japan will Wasser aus Fukushima-Ruine ins Meer leiten

Trotz Protesten von Fischern  

Japan will Wasser aus Fukushima-Ruine ins Meer leiten

16.10.2020, 13:14 Uhr | dpa, AFP

Japan will verstrahltes Wasser ins Meer pumpen

Die japanische Regierung hat entschieden, dass das radioaktiv verseuchte Wasser aus dem Atomkraftwerk von Fukushima ins Meer abgelassen werden darf. Das berichteten mehrere japanische Medien am Freitag. (Quelle: Reuters)

Japan: Nach einer Entscheidung der Regierung darf aus diesem Atomkraftwerk, elf Jahre nach einer Tsunami-Katastrophe, nun radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer abgeleitet werden. (Quelle: Reuters)


Seit dem Unglück in Fukushima wird über die Frage, was mit dem gefilterten Kühlwasser der Atomruine passieren soll, debattiert. Nun hat die japanische Regierung offenbar einen Entschluss gefasst.

Trotz Protesten will Japans Regierung gefiltertes Kühlwasser aus der Atomruine Fukushima ins Meer ableiten, berichten verschiedene japanische Medien. Grund ist, dass allmählich kein Platz mehr zur Lagerung des Wassers auf dem Gelände des 2011 in Folge eines Erdbebens und Tsunamis zerstörten Atomkraftwerks ist.

Derzeit wird das Wasser in tausend Tanks gelagert. Spätestens im Sommer 2022 gehe jedoch der Platz aus, hieß es. Daher hält die Regierung ein Ableiten des Wassers ins Meer für eine realistische Option. 

Südkorea warnt vor Folgen

Fischer und Anwohner in Fukushima lehnen eine solche Maßnahme jedoch ab. Der Chef eines Fischereiverbandes drückte diese Woche bei einem Treffen mit einem Regierungssprecher seinen Widerstand gegen ein Ableiten des Wassers aus der Atomruine Fukushima ins Meer aus.

Auch Südkorea, dass gegenwärtig Importe von Meeresfrüchten aus der Region verbietet, hat sich wiederholt besorgt über die Folgen für die Umwelt geäußert. Der neue Regierungschef Yoshihide Suga sagte, er wolle "so bald wie möglich" eine Entscheidung zu der Wasser-Problematik treffen.

Notwendige Bauarbeiten könnten zwei Jahre dauern

Laut Medienberichten könnte Japan nach siebenjähriger Debatte darüber, was mit dem Wasser geschehen soll, noch in diesem Monat die Entscheidung fallen. Doch da für ein Ableiten des Wassers  Baumaßnahmen nötig seien und zunächst eine Einschätzung der Atomaufsicht erfolgen müsste, könne es etwa zwei Jahre dauern, bevor mit dem Ableiten begonnen werden könne, hieß es in den Berichten.Arbeiter stehen bei den Wassertanks: Der Lagerplatz für das verstrahlte Wasser wird knapp. (Quelle: Reuters/Aaron Sheldrick)Arbeiter stehen bei den Wassertanks: Der Lagerplatz für das verstrahlte Wasser wird knapp. (Quelle: Aaron Sheldrick/Reuters)

Fast zehn Jahre sind vergangen, seit an jenem 11. März 2011 ein schweres Erdbeben und ein gewaltiger Tsunami den Nordosten Japans erschütterten. Rund 18.500 Menschen starben damals in den Fluten. Zum Sinnbild der Katastrophe aber wurde der Super-Gau im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi, auch wenn dadurch niemand direkt ums Leben kam. 

Wasser wird umfangreich gefiltert

Wegen der radioaktiven Strahlung von Kernschmelzen in drei der Reaktoren mussten rund 160.000 Anwohner damals fliehen. Es war die schlimmste Atomkatastrophe seit dem Unfall in Tschernobyl 1986. Inzwischen gilt die Lage in der Atomruine Fukushima als stabil. Doch werden die enormen Mengen verstrahlten Wassers zunehmend zum Problem.

Noch heute müssen die Reaktoren mit Wasser gekühlt werden. Jeden Tag kommen etwa 170 Tonnen dazu, die gelagert werden müssen. Das Wasser wird einem umfangreichen Filterungsprozess unterzogen, um den radioaktiven Gehalt zu reduzieren. 

Trotz Reinigung lag Radioaktivität über Grenzwert

Am Ende soll es nach Angaben der Behörden nur noch Tritium enthalten, das sich mit den vorhandenen Technologien nicht herausfiltern lässt. Tritium ist laut Experten nur in sehr hohen Dosen schädlich für den Menschen. Doch musste der Betreiber Tepco die Reinigungsprozesse jüngst erst wiederholen, da die Radioaktivität laut Medien teils noch über den Grenzwerten lag.

Die Internationale Atomenergie-Organisation argumentiert, dass ordnungsgemäß gefiltertes Wasser sicher in den Ozean geleitet werden könne, ohne Umweltprobleme zu verursachen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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