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Infos zu Corona-Ursprung? Spion aus China soll sich in die USA abgesetzt haben

Neue Informationen zu Corona-Ursprung?  

Chinesischer Spion soll sich in die USA abgesetzt haben

22.06.2021, 16:25 Uhr | lw, t-online

Infos zu Corona-Ursprung? Spion aus China soll sich in die USA abgesetzt haben. Das Labor in Wuhan: Es ist unklar, ob hier die Verbreitung des Coronavirus verursacht wurde. (Quelle: Reuters/Thomas Peter)

Das Labor in Wuhan: Es ist unklar, ob hier die Verbreitung des Coronavirus verursacht wurde. (Quelle: Thomas Peter/Reuters)

Ein hochrangiger chinesischer Spion soll in die Vereinigten Staaten geflohen sein. Berichten zufolge hat er wichtige Informationen zum Ursprung des Coronavirus übermittelt. Der Fall wirft Fragen auf. 

Haben Fledermäuse das Coronavirus auf den Menschen übertragen oder war doch ein Laborunfall im chinesischen Wuhan für die Ausbreitung verantwortlich? Diese Frage gilt immer noch als unbeantwortet. Zuletzt hatte US-Präsident Joe Biden die Suche nach dem Ursprung des Virus neu aufrollen lassen.

Der Grund für die neuen Untersuchungen soll Dong Jingwei sein: ein hochrangiger chinesischer Spion, der sich in die USA abgesetzt und Informationen über das Institut für Virologie in Wuhan preisgegeben haben soll, wie mehrere Medien nun berichteten. 

Dong Jingwei soll bereits Mitte Februar in Begleitung seiner Tochter heimlich in die Vereinigten Staaten geflogen sein. In diesem Fall wäre der 57-Jährige der höchstrangige chinesische Überläufer bisher. Er war zuletzt stellvertretender Minister im Ministerium für Staatssicherheit (MSS). Das MSS ist für Sicherheitsbelange der Volksrepublik China zuständig. Seit April 2018 war Dong für die Spionageabwehr des Ministeriums in China zuständig.

Dongs Informationen sollen Labortheorie bekräftigt haben

Vor wenigen Tagen kamen die Gerüchte auf, dass Dong sich in die USA abgesetzt habe. Mit seinen Informationen soll er die Labortheorie, also dass das Coronavirus durch einen Unfall verursacht wurde, bekräftigt haben. Der bekannte US-Virologe Anthony Fauci gilt als Kritiker dieser Theorie.

Dongs Informationen sollen brisant sein: Berichten zufolge handelt es sich um frühe Studien des Virus, Modelle der voraussichtlichen Ausbreitung von Covid und der Auswirkungen auf die Welt. Zudem sollen finanzielle Aufzeichnungen enthalten sein, aus denen hervorgehen soll, welche Organisationen und Regierungen die Forschung finanziert haben. Zudem könnte Dong wohl ebenso Informationen über die Namen chinesischer Spione haben, die in den USA arbeiten, und darüber, wie sich die chinesische Regierung Zugang zu einem CIA-Kommunikationssystem verschafft hat.

Fotos von angeblichem Treffen schürten neue Zweifel

Dass Dong sich in den USA aufhält, bekräftigte Berichten zufolge auch Han Lianchao, der früher selbst im chinesischen Außenministerium gearbeitet und sich dann abgesetzt hatte. Laut Lianchao soll Dongs Überlaufen Thema bei einem Gipfeltreffen im März zwischen Peking und Washington gewesen sein. Dort habe US-Außenminister Antony Blinken die Forderung des chinesischen Außenministers Wang Yi abgelehnt, den Spion Dong nach China zurückzuführen. Lianchao twitterte vor wenigen Tagen, dass "eine große Bombe" platze, wenn die Berichte um Dong stimmten. 

Nach der Veröffentlichung der Gerüchte bemühten sich chinesische Staatsmedien offenbar darum, diese zu entkräften. Am 18. Juni, also einen Tag, nachdem zuerst die US-Nachrichtenseite "Daily Beast" von Dongs Überlauf berichtet hatte, sollte bewiesen werden, dass Dong sich immer noch in China aufhält. Demnach soll der Spion chinesischen Berichten zufolge ein nationales Sicherheitstreffen abgehalten haben, um "Spione und Verräter" zu fangen. Ein Foto des Treffens wurde zunächst nicht veröffentlicht, auch kein Ort – was offenbar Zweifel aufkommen ließ, dass Dong wirklich teilgenommen hat.

"Das Foto zeigt nicht Dong Jingwei"

Lokale Medienberichte, unter anderem die "South China Morning Post", heizten die Gerüchte noch mehr an, als ein angebliches Foto von Dong auf dem Sicherheitstreffen publik wurde. Nutzer auf Twitter kommentierten daraufhin: "Das Foto zeigt nicht Dong Jingwei."

Lianchao, der sich ebenfalls als ehemaliger Ministeriumsmitarbeiter abgesetzt hatte, veröffentlichte derweil ein Foto von Dong von September 2020 und betonte, dies sei das letzte Mal gewesen, dass man den Spion in der Öffentlichkeit gesehen habe. Er unterstütze demnach die Vermutung, dass Dong nicht mehr in China verweile. Das Bild sei Berichten zufolge daraufhin von der chinesischen Suchmaschine Baidu gelöscht worden.

Peking hat die Gerüchte offenbar nicht offiziell dementiert, Washington hält sich bedeckt, wie es in Fällen von Überläufern üblich ist. Also bleibt die Frage: Wo ist Dong Jingwei?

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