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So unterschiedlich geht Indien mit der Corona-Krise um

Angst vor der dritten Welle  

Ein Fall zeigt Indiens Probleme in der Corona-Krise

12.07.2021, 12:10 Uhr | Anja Keinath, t-online

So unterschiedlich geht Indien mit der Corona-Krise um. Corona-Impfung in Mumbai: Bisher sind nur 5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. (Quelle: Reuters/Francis Mascarenhas)

Corona-Impfung in Mumbai: Bisher sind nur 5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. (Quelle: Francis Mascarenhas/Reuters)

Indien hat die Corona-Krise besonders hart getroffen, doch der Umgang mit dem Virus könnte in dem Land nicht unterschiedlicher sein. Auch deshalb wächst die Sorge von Experten.

Während die zweite Welle in Indien bestenfalls abgeflacht ist, warnen Experten bereits jetzt vor einer dritten. Ein Grund dafür ist Indiens uneinheitlicher Umgang mit der Corona-Krise: Wie Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, hängt von den Launen der örtlichen Behörden ab.

Über einen eindrucksvollen Fall berichtet die "New York Times" nun: So habe das Dorf Khilwai im Bundesstaat Uttar Pradesh sofort Maßnahmen ergriffen, als Indien im Frühjahr die zweite Welle erreichte. Sofort seien zwei Testzentren eingerichtet und 30 positiv Getestete direkt isoliert worden. So sei der Ausbruch auf nur drei Todesfälle beschränkt worden.

Ganz anders in den beiden Nachbardörfern: Hier sollen mindestens 60 Menschen gestorben sein. Tests sollen hier kaum verfügbar gewesen sein. Eines der Dörfer habe sogar das örtliche Gesundheitszentrum geschlossen, weil Ärzte anderswo gebraucht wurden. 

Impfmüdigkeit eint das Land

Was das Land jedoch eint, sei die in ganz Indien verbreitete Impfmüdigkeit, die die Krise zu verlängern drohe. Derzeit sind nur 5 Prozent der 1,4 Milliarden Menschen in Indien vollständig geimpft. Damit sei das Land nur unzureichend gegen die hochansteckende Delta-Variante des Virus geschützt, die hier zuerst aufgetaucht ist.

Die Impfmüdigkeit sei auch in den drei Dörfern in Uttar Pradesh zu spüren, berichtet die "New York Times": Zwar gebe es hier nun Impfkliniken mit einer täglichen Kapazität von 100 bis 200 Dosen, diese würden jedoch kaum genutzt. An manchen Tagen würden nur zwei Menschen geimpft. Die uneinheitliche Umgang in der zweiten Welle, gepaart mit einer weit verbreiteten Impfmüdigkeit, deute nun darauf hin, dass das Coronavirus nicht so schnell verschwinden wird. 

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