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Lebenslange Haft im Mordprozess um schwarzen Jogger Arbery

Von dpa
Aktualisiert am 08.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Wanda Cooper-Jones, die Mutter von Ahmaud Arbery, und Richter Timothy Walmsley.
Wanda Cooper-Jones, die Mutter von Ahmaud Arbery, und Richter Timothy Walmsley. (Quelle: Stephen B. Morton/POOL AP/dpa./dpa)
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Washington (dpa) - Knapp zwei Jahre nach dem Mord an dem schwarzen Jogger Ahmaud Arbery im US-Bundesstaat Georgia sind die drei weißen Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Travis M., der auf Arbery geschossen hatte, und sein Vater Gregory M. erhielten keine Möglichkeit der BewĂ€hrung und zusĂ€tzlich 20 Jahre Haft, wie Richter Timothy Walmsley am Freitag verkĂŒndete. Der dritte Beschuldigte William B. wurde ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt, allerdings mit der Möglichkeit einer BewĂ€hrung. Gregory M. und William B. waren an der Verfolgung Arberys beteiligt.

Anfangs keine Festnahme

Eine Jury hatte die drei Angeklagten bereits im November schuldig gesprochen, nun folgte die VerkĂŒndung des Strafmaßes. Der SchĂŒtze Travis M. (35) war von den Geschworenen des Mordes fĂŒr schuldig befunden worden. Die beiden Mitangeklagten, Travis M.s Vater Gregory M. (66) und der Nachbar William B. (52) wurden unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Totschlagsdelikten schuldig befunden. In Georgia gilt fĂŒr Mord und diverse Delikte, die im deutschen Recht dem Totschlag entsprĂ€chen, das gleiche Strafmaß.

Der 25-jĂ€hrige Arbery war im Februar 2020 in dem sĂŒdlichen Bundesstaat beim Joggen erschossen worden. Es wurde aber zunĂ€chst niemand festgenommen. Die Ermittlungen kamen erst richtig in Gang, als der Fall im FrĂŒhjahr durch ein verstörendes Handy-Video von der Tat national und internationale Aufmerksamkeit erlangte. Wenig spĂ€ter - am 25. Mai 2020 - wurde der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötet. Danach kam es ĂŒber Monate hinweg zu Protesten gegen Rassismus und auch gegen Polizeigewalt in den USA.

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Arbery war durch das Viertel der drei weißen Verurteilten in Brunswick gejoggt. Den Ermittlern zufolge hatten die Angeklagten ihn zunĂ€chst mit ihrem Fahrzeug verfolgt und dann mit Schusswaffen bedroht. Dem Autopsiebericht zufolge wurde Arbery von zwei SchĂŒssen aus nĂ€chster NĂ€he in die Brust getroffen. William B. war den Ermittlungen zufolge an der Verfolgung beteiligt und filmte die Tat. Die Verteidigung argumentierte, die MĂ€nner hĂ€tten Arbery verfolgt, weil sie ihn fĂŒr einen Einbrecher gehalten hĂ€tten.

Mutter: TĂ€ter "verdienen maximale Strafe"

Arberys Mutter Wanda Cooper-Jones bat den Richter bei der Verhandlung am Freitag um die Höchststrafe fĂŒr alle drei Verurteilten, nĂ€mlich lebenslange Haft ohne die Möglichkeit der BewĂ€hrung. "Diese MĂ€nner verdienen die maximale Strafe fĂŒr ihre Verbrechen", sagte Cooper-Jones. Der Vater des Opfers, Marcus Arbery, sagte: "Ich bete, dass niemand in diesem Gerichtssaal jemals tun muss, was wir tun mussten: Ihr Kind begraben."

Richter Walmsley sagte mit Blick auf Ahmaud Arbery: "Er wurde getötet, weil Personen hier in diesem Gerichtssaal das Gesetz in die eigenen HÀnde nahmen. (...) Das Gesetz in die eigenen HÀnde zu nehmen, ist ein gefÀhrliches Unterfangen."

Obwohl nur einer der Angeklagten die tödlichen SchĂŒsse abgab, wurde auch den beiden anderen wegen Mordes an Arbery der Prozess gemacht - aufgrund ihrer Beteiligung an der Tat. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, das Handeln aller drei MĂ€nner habe zu Arberys Tod gefĂŒhrt. Die Angeklagten hatten auf nicht schuldig plĂ€diert.

ZusĂ€tzlich zu dem strafrechtlichen Verfahren in Georgia sind die MĂ€nner auch noch wegen des mutmaßlich rassistischen Hintergrunds der Tat nach Bundesrecht angeklagt. Die Tat werde als "Hassverbrechen" eingestuft, erklĂ€rte das Justizministerium im vergangenen April.

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