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Russland stoppt Erdgaslieferungen nach Polen und Bulgarien

Von dpa
Aktualisiert am 26.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Erst Polen, dann Bulgarien: Russland stellt die Lieferungen von wichtigen Rohstoffen ein.
Erst Polen, dann Bulgarien: Russland stellt die Lieferungen von wichtigen Rohstoffen ein. (Quelle: Sergei Grits/AP/dpa./dpa)
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Sofia (dpa) - Polen und Bulgarien erhalten ab Mittwoch kein Erdgas mehr aus Russland. Das Energieministerium in Sofia best├Ątigte am Dienstagabend, dass das bulgarische Erdgasversorgungsunternehmen Bulgargas eine entsprechende Mitteilung von Gazprom erhalten habe. Kurz zuvor hatten die Regierung in Warschau und der polnische Erdgaskonzern PGNiG mitgeteilt, dass ab Mittwoch keine russischen Gaslieferungen an Polen mehr erfolgen. Direkte Auswirkungen auf die deutsche Versorgungssicherheit haben diese Schritte wohl nicht.

Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei derzeit weiter gew├Ąhrleistet, sagte eine Sprecherin von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Gr├╝ne) am Dienstagabend nach der Nachricht aus Polen. "Wir beobachten die Lage genau."

Ab Mittwochmorgen, 8.00 Uhr, werde das russische Gas zwar nicht mehr durch die Jamal-Pipeline nach Polen flie├čen, sagte Polens Klimaministerin Anna Moskwa. Nach Deutschland flie├čt ├╝ber die Jamal-Pipeline aber meistens kein Gas aus Russland, wie aus Daten der Bundesnetzagentur hervorgeht. Auch f├╝r Polen sind die Auswirkungen des Lieferstopps nach Angaben aus Warschau gering. "Wir sind auf eine vollst├Ąndige Einstellung der russischen Rohstofflieferungen vorbereitet". Seit den ersten Tagen des Ukraine-Krieges habe ihr Land erkl├Ąrt, dass es bereit sei f├╝r eine vollst├Ąndige Unabh├Ąngigkeit von russischen Rohstoffen.

Deutschland bekommt Gas ├╝ber Nord Stream 1

Der Bevollm├Ąchtigte der polnischen Regierung f├╝r strategische Energieinfrastruktur, Piotr Naimski, versicherte, dass nach Deutschland weiter Gas ├╝ber Nord Stream 1 flie├če. Und alle Gaskunden in Polen w├╝rden den Rohstoff weiter auf dem bisherigen Niveau erhalten.

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Auch Bulgarien habe Schritte zur alternativen Gasversorgung unternommen, teilte das Energieministerium in Sofia am Dienstagabend mit. Vorerst sei keine Begrenzung des Gasverbrauchs notwendig, hie├č es weiter. Energieminister Aleksandar Nikolow wollte sich am Mittwoch zum Lieferstopp von Erdgas aus Russland ├Ąu├čern.

Bulgarien habe seine Verpflichtungen "vollkommen erf├╝llt" und alle Zahlungen "rechtzeitig und strikt" get├Ątigt, die der laufende Vertrag erfordert, hei├čt es in der Mitteilung des Energieministeriums. Allerdings berichtet das bulgarische Onlineportal Mediapool, dass die Gaszahlung vom 18. April f├╝r Mai auf die bisher ├╝bliche Weise erfolgt sei, und nicht wie von Gazprom gefordert, ├╝ber zwei neu er├Âffnete Konten bei der Gazprom-Bank - in Dollar und in Rubel. Auch Polen will Erdgas nicht wie von Russland gefordert ├╝ber diese Kontenl├Âsung in Rubel bezahlen.

Putin fordert Zahlungen f├╝r Gas in Rubel

Ende M├Ąrz hatte Kremlchef Wladimir Putin gefordert, dass mit Wirkung zum 1. April westliche Staaten Konten bei der Gazprom-Bank er├Âffnen m├╝ssen, um russische Gaslieferungen zu bezahlen. Andernfalls w├╝rden die Lieferungen f├╝r die "unfreundlichen" L├Ąnder eingestellt. Nach einem von Putin unterzeichneten Dekret k├Ânnen die Zahlungen weiter in Euro oder Dollar auf das russische Konto eingezahlt werden. Die Gazprombank konvertiert das Geld in Rubel und ├╝berweist den Betrag in der russischen W├Ąhrung an Gazprom. Bei einem Ausbleiben der Zahlungen w├╝rden die Lieferungen eingestellt, hatte Putin gedroht.

Bulgariens Ministerpr├Ąsident Kiril Petkow hatte vor der j├╝ngsten Nachricht aus Russland, dass kein Gas mehr nach Bulgarien flie├čen solle, angek├╝ndigt, dass am Mittwoch eine bulgarische Regierungsdelegation nach Kiew reise.

Bulgarien ist seit 2007 EU-Mitglied, ist aber noch immer fast komplett von Erdgaslieferungen aus Russland abh├Ąngig. Ein Anschluss an das Gasnetz des benachbarten Griechenland soll im Juni fertig sein. Dadurch will das EU-Land seine Lieferquellen f├╝r Gas diversifizieren und Gas auch aus anderen L├Ąndern beziehen.

Ein Gasspeicher bei Tschiren im Nordwesten Bulgariens soll nach Informationen von Anfang April zu 20 Prozent voll sein, berichtete das bulgarische Staatsradio ohne konkrete Zahlen zu nennen.

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