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Mythos T-14: Warum Putins Superpanzer nur auf Paraden fÀhrt

Von Martin KĂŒper

Aktualisiert am 11.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Traditionelle MilitÀrparade: Diese Waffen sollen die Kreml-Propaganda anheizen. (Quelle: t-online)
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Westliche MilitĂ€rs wurden nervös, als der T-14 "Armata" 2015 erstmals ĂŒber den Roten Platz in Moskau fuhr. Sieben Paraden und ein Angriffskrieg spĂ€ter ist vom Mythos "bester Kampfpanzer der Welt" nicht viel ĂŒbrig.

Neuartiges Design, moderne Panzerung und Bewaffnung, dabei leichter und mobiler als seine westlichen GegenstĂŒcke: Mit dem T-14 "Armata" schien Russland bei der Panzertechnik zu den Nato-Armeen aufzuschließen. Im britischen Verteidigungsministerium war gar von einer "Revolution in der Panzerentwicklung" die Rede, als 2015 die ersten Bilder des T-14 an die Öffentlichkeit kamen. Doch inzwischen ist der Mythos des russischen High-Tech-GerĂ€ts verblasst.

Zwar wurden bei der Parade am 9. Mai auch diesmal wieder drei Exemplare des T-14 in Moskau aufgefahren, auf den Schlachtfeldern in der Ukraine wurde das Modell bislang aber nicht gesichtet. Warum die russische Armee dort statt auf ihr modernstes GerÀt vor allem auf die Panzermodelle T-72 und T-80 setzt, ist unklar. Doch schon vor Putins Angriffskrieg haben Fachleute auf Probleme mit dem T-14 hingewiesen, die seine Abwesenheit erklÀren könnten.

Der T-14 unterscheidet sich deutlich von seinen VorgĂ€ngern, doch statt 2.300 StĂŒck wurden bislang wohl höchstens 20 der modernen Kampfpanzer geliefert.
Der T-14 unterscheidet sich deutlich von seinen VorgĂ€ngern, doch statt 2.300 StĂŒck wurden bislang wohl höchstens 20 der modernen Kampfpanzer geliefert. (Quelle: Shamil Zhumatov/Reuters-bilder)
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FĂŒr die Crew ist T-14 "Armata" deutlich sicherer

Von seinen technischen Daten her gehört der T-14 wohl tatsĂ€chlich zu den effektivsten Kampfpanzern der Welt. Es ist der erste russische Panzer, dessen Gefechtsturm unbemannt ist, vergleichbar mit dem US-Panzer M1 Abrams. FĂŒr die Besatzung ist dieses Design deutlich sicherer: In den VorgĂ€ngermodellen des T-14 sitzt die Crew im Gefechtsturm direkt ĂŒber der Munition; schlĂ€gt dort ein Geschoss ein, explodiert hĂ€ufig die Munition und sprengt den Gefechtsturm ab – ein allzu vertrautes Bild im Ukraine-Krieg. Die Besatzung hat bei so einem Treffer in der Regel keine Chance.

Statt auf eine flache und kompakte Form zum Schutz der Crew haben die Entwickler beim T-14 auf stĂ€rkere Panzerung gesetzt. Eine Verbundpanzerung aus Keramik und eine neuartige Stahllegierung sollen den T-14 laut russischen Angaben auch gegen Panzerabwehrwaffen schĂŒtzen – ohne dass der Panzer zu schwer wird. So ist der T-14 mit einem Gefechtsgewicht von etwa 55 Tonnen deutlich leichter als ein deutscher Leopard 2 mit 72 Tonnen oder ein US-Abrams mit 73 Tonnen – und das bei annĂ€hernd gleicher GrĂ¶ĂŸe. Weniger Gewicht bedeutet höhere Geschwindigkeit und Reichweite.

Erst 20 statt 2.300 Exemplare des T-14 ausgeliefert

Beeindruckt zeigten sich Fachleute auch von der explosiven Reaktivpanzerung "Malachit", die beim T-14 standardmĂ€ĂŸig verbaut sein soll. Bei "Malachit" wird Sprengstoff zwischen Schichten aus Metall und Verbundwerkstoff auf einer Kachel aufgebracht. Diese Kacheln lassen sich dann an besonders verwundbaren Stellen des Panzers anbringen. Trifft ein feindliches Geschoss so eine "Malachit"-Kachel, explodiert der Sprengstoff darin und kompensiert teilweise die Wirkung des Angriffs.

Doch so beeindruckend die technischen Daten des "Armata" sind, in die Serienproduktion hat er es bislang nicht geschafft. 2.300 Exemplare wollte die russische Armee bis 2020 ursprĂŒnglich anschaffen, bislang sollen aber höchstens 20 StĂŒck in Dienst gestellt worden sein. 2018 hieß es dann vom Kreml, dass eine Serienproduktion des T-14 gar nicht nötig sei – die Modelle T-72, T-80 und T-90 könnten es schließlich mit den Panzern der Nato aufnehmen, so der stellvertretende Premierminister fĂŒr Verteidigung und Raumfahrtindustrie, Juri Borissow.

Russland verliert modernen T-90-Panzer in der Ukraine

Neben den hohen Produktionskosten von etwa sieben Millionen Euro pro StĂŒck stehen der Massenproduktion des T-14 wohl auch westliche Sanktionen im Weg. Nach der Annexion der Krim durch Russland 2014 verhĂ€ngte der Westen Sanktionen im Technologiebereich, sodass Russland an viele Komponenten des T-14 nicht mehr leicht herankommt: "Die Kosten fĂŒr das Projekt sind explodiert, Russland hatte große Probleme, den T-14 in Serie zu produzieren – auch weil fĂŒr den Kampfpanzer viele Spezialmaterialien und Subkomponenten aus dem Westen verwendet werden, die jetzt nicht mehr verfĂŒgbar sind", sagt der MilitĂ€rexperte Gustav Gressel dem "Spiegel".

Der modernste russische Panzer, der in der Ukraine bislang zum Einsatz kam, war ein T-90M MBT. Dieser basiert auf dem gleichen Fahrgestell und Design wie die Modelle T-72 und T-80, sollte dank moderner Elektronik und Panzerung aber deutlich weniger anfÀllig sein. Doch auch das hat sich als Mythos erwiesen: Nur wenige Tage nach seiner ersten Sichtung auf dem Schlachtfeld zerstörten ukrainische Truppen den T-90 bei Charkiw.

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