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EU stellt Ukraine bis zu neun Milliarden Euro Soforthilfe in Aussicht

Von t-online, afp, dpa, rtr
Aktualisiert am 18.05.2022 - 14:16 UhrLesedauer: 30 Min.
Verletzter Asow-Kämpfer: Hunderte ukrainische Soldaten wurden jetzt aus dem Stahlwerk evakuiert – und in Gefangenschaft genommen. (Quelle: t-online)
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Tag 84 seit Kriegsbeginn: Die russischen Truppen versuchen offenbar, ihre Stellungen im Süden zu sichern. Die EU soll bereits einen Plan für den Wiederaufbau der Ukraine haben. Alle Informationen im Newsblog.

Das Wichtigste im Überblick


Beginn des ersten Kriegsverbrecherprozesses gegen russischen Soldaten in der Ukraine

13.42 Uhr: In der Ukraine hat am Mittwoch der erste Kriegsverbrecherprozess gegen einen russischen Soldaten seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar begonnen. Der 21-jährige Wadim Schischimarin muss sich vor einem Bezirksgericht in der Hauptstadt Kiew verantworten. Ihm wird vorgeworfen, am 28. Februar im nordukrainischen Dorf Tschupachiwka aus einem gestohlenen Auto heraus einen unbewaffneten Zivilisten erschossen zu haben.

Schischimarin droht eine lebenslange Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen und Mordes. Nach Angaben seines Anwalts gab er die Tötung des 62-Jährigen zu.

Die Ukraine wirft der russischen Armee vor, seit Kriegsbeginn zahlreiche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Wegen mutmaßlicher Völkerrechtsverbrechen im Ukraine-Krieg ermittelt auch der Internationale Strafgerichtshof (IStGH).

Von der Leyen stellt Ukraine bis zu neun Milliarden Euro Soforthilfe in Aussicht

13.02 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat der Ukraine eine Soforthilfe von bis zu neun Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Sie schlage eine "neue einmalige Makrofinanzhilfe für die Ukraine von bis zu neun Milliarden Euro" in diesem Jahr vor, sagte von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Die Mittel sollen dazu beitragen, den akuten Finanzbedarf des Landes im russischen Angriffskrieg zu decken.

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Daneben müsse die Europäische Union der Ukraine aber auch mittelfristig beim Wiederaufbau zur Seite stehen, sagte von der Leyen weiter. Daran hätten die Europäer ein "strategisches Interesse", betonte sie. Nach Angaben aus EU-Kreisen soll die Unterstützung in Form von zinsvergünstigten Darlehen fließen. Die Finanzmittel für die Ukraine bedürfen grundsätzlich der Zustimmung der EU-Staaten.

Entwicklungsministerin: Putin setzt Hunger als Waffe ein

11.50 Uhr: Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat die führenden westlichen Industrienationen (G7) zu gemeinsamen Anstrengungen gegen Hungersnöte als Folge des Kriegs in der Ukraine aufgerufen. "Die schrecklichen Folgen von Russlands Angriffskrieg gehen weit über die Ukraine hinaus", erklärte Schulze am Mittwoch bei einem Treffen der G7-Entwicklungsminister in Berlin. "Es drohen Hungersnöte, weil Putin den Hunger gezielt als Waffe einsetzt. Dem müssen wir ein neues Bündnis für globale Ernährungssicherheit entgegensetzen, das wir bei diesem Treffen beschließen wollen."

Die Entwicklungsminister der G7-Staaten beraten bis Donnerstag über aktuelle Herausforderungen von der Ernährungskrise über den Klimawandel bis hin zum Wiederaufbau einer freien Ukraine, die auch ein weltweit wichtiger Exporteur von Getreide ist. Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal wird virtuell an der Sitzung teilnehmen. Schulze hat auch das diesjährige G20-Vorsitz-Land Indonesien sowie Indien, Senegal und den Leiter des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, Achim Steiner, und Weltbank-Direktor David Malpass eingeladen.

KfW genehmigt Ukraine weiteren Kredit

10.55 Uhr: Die Ukraine erhält einen weiteren Kredit von der staatlichen Förderbank KfW über 150 Millionen Euro. Das Geld solle eingesetzt werden, um die Bürger zu unterstützen und die Infrastruktur wiederaufzubauen, sagte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal nach einer Regierungssitzung am Dienstag. Zuvor hatte die Ukraine von der KfW Anfang April ebenfalls 150 Millionen Euro als letzte Tranche einen Kredits der Bundesregierung von insgesamt 500 Millionen Euro aus dem Jahr 2015 bekommen.

Der neue Kredit habe eine Laufzeit von 15 Jahren, und die Rückzahlungen müssten erst nach fünf Jahren beginnen, sagte Schmyhal. Insgesamt habe die Ukraine seit der russischen Invasion am 24. Februar finanzielle Unterstützung von mehr als fünf Milliarden Dollar (aktuell rund 4,8 Mrd Euro) erhalten.

Russland: 959 ukrainische Soldaten haben Asow-Stahlwerk verlassen

10.02 Uhr: Seit Montag haben nach Angaben Moskaus 959 ukrainische Soldaten das belagerte Asow-Stahlwerk im ukrainischen Mariupol verlassen, 649 davon in den vergangenen 24 Stunden. Sie hätten sich "ergeben", so ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

80 Soldaten seien verletzt, 53 davon schwer. Die Verwundeten würden im Krankenhaus Nowoasowsk in der selbsternannten "Volksrepublik Donezk" behandelt.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Von ukrainischen Behörden liegt derzeit keine Stellungnahme vor.

Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt einen Krankenwagen mit verwundeten ukrainischen Soldaten in Mariupol.
Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt einen Krankenwagen mit verwundeten ukrainischen Soldaten in Mariupol. (Quelle: Alexey Kudenko/dpa-bilder)

Briten: Russland hat Probleme mit Nachschub

9.21 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben britischen Erkenntnissen zufolge bei ihrem Krieg gegen die Ukraine erhebliche Probleme beim Nachschub und der Truppenverstärkung. So müsse Russland viele Hilfstruppen einsetzen, um den ukrainischen Widerstand zu brechen, darunter Tausende Kämpfer aus der autonomen Teilrepublik Tschetschenien, teilte das Verteidigungsministerium in London am Mittwoch mit. "Der Kampfeinsatz so unterschiedlichen Personals zeigt die erheblichen Ressourcenprobleme Russlands in der Ukraine und trägt wahrscheinlich zu einem uneinheitlichen Kommando bei, das die russischen Operationen weiterhin behindert."

Obwohl russische Truppen die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol mehr als zehn Wochen eingekreist hatten, habe heftiger ukrainischer Widerstand eine vollständige russische Kontrolle verhindert. Dies habe zu Frust und hohen Verlusten der russischen Streitkräfte geführt, hieß es unter Berufung auf Geheimdienstinformationen.

Die tschetschenischen Kräfte würden vornehmlich um die umkämpfte Hafenstadt Mariupol sowie im ostukrainischen Gebiet Luhansk eingesetzt. Sie bestünden wahrscheinlich sowohl aus Freiwilligen als auch aus Einheiten der Nationalgarde, die ansonsten zum Schutz der Herrschaft von Machthaber Ramsan Kadyrow dienen.

Schweden und Finnland haben offiziell Nato-Mitgliedschaft beantragt

8.05 Uhr: Schweden und Finnland haben am Mittwochmorgen offiziell ihre Aufnahme in die Nato beantragt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bürgermeister: Lwiw unter häufigem russischem Raketenbeschuss

6.53 Uhr: In der Westukraine an der Grenze zu Polen hat der Bürgermeister von Lwiw (Lemberg), Andrij Sadowyj, einen ständigen Beschuss mit russischen Raketen beklagt. In der Stadt gebe es sehr viele internationale Organisationen, die dadurch verunsichert werden sollten, sagte Sadowyj im ukrainischen Fernsehen, wie die Agentur Unian am Mittwoch meldete. Russland habe es nicht nur auf die militärische Infrastruktur abgesehen, sondern wolle durch den Beschuss permanente Anspannung auslösen. "Aber wenn man rechtzeitig auf den Luftalarm reagiert und in den Schutzbunker geht, dann ist es ungefährlich", sagte er. Die Altstadt von Lwiw gehört zum Welterbe der Unesco.

Die Menschen hätten am Stadtrand die Raketen sehen und sehr laute Explosionen hören können, sagte Andrij Sadowyj. Schäden in Lwiw selbst habe es aber nicht gegeben. Die Menschen hätten praktisch die ganze Nacht zum Dienstag in Luftschutzbunkern verbringen müssen. Im Gebiet Jaworiw in der Nähe von Lwiw sei ein Stück Bahninfrastruktur durch Raketentrümmer beschädigt worden.

Russischer Gouverneur berichtet von ukrainischen Angriffen

5.30 Uhr: Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass wurde bei einem ukrainischen Angriff am Dienstag eine Person im Dorf Bezymeno in der südlichen russischen Region Belgorod verwundet.

Der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, berief sich auf Meldungen eines Bürgermeisters. "Der Leiter der Gemeinde Graivoronsky, Gennady Bondarev, hat gerade über den Beschuss des Dorfes Bezymeno aus der Ukraine berichtet. Eine Person wurde leicht verwundet", schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. Laut Gladkov wurden mehrere Gebäude beschädigt.

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Weitere russische Angriffe – die Nacht im Überblick

5 Uhr: Die Ukraine will die im Asow-Stahlwerk verbliebenen Soldaten aus Mariupol retten. Im Osten hat die russische Luftwaffeeine eine stillgelegte Gipsfabrik von Knauf bombardiert. Hier bekommen Sie einen Überblick über die Ereignisse der Nacht und einen Ausblick auf den Tag.

Strack-Zimmermann fordert Waffenhilfe-Koordinator

5 Uhr: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat Forderungen nach einem Chef-Manager für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine bekräftigt. Sie plädiere dafür, dass schnell ein Sonderkoordinator im Kanzleramt alle Beteiligten aus Politik, Wirtschaft und Militär an einen Tisch bringe, sagte Strack-Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Bisher habe die ukrainische Regierung ihre Anfragen an den unterschiedlichsten Stellen platziert. "Das führte auch zu unglücklichen Missverständnissen, die wir in dieser Situation nicht verantworten können und wollen", sagte Strack-Zimmermann.

Selenskyj nennt Gespräch mit Scholz "recht produktiv"

4.30 Uhr: Nach Spannungen im Verhältnis zwischen Kiew und Berlin hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Telefonat mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als "recht produktiv" bezeichnet.

Man habe unter anderem über militärische Unterstützung für die Ukraine gesprochen, teilte Selenskyj in der Nacht zum Mittwoch in seiner täglichen Videoansprache mit. Er habe Scholz über die aktuelle militärische Lage und ihre mögliche künftige Entwicklung informiert, sagte der Präsident. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kreml-Gesandter will Cherson in die russische Familie aufnehmen

4.20 Uhr: Der stellvertretende Ministerpräsident der Russischen Föderation, Marat Khusnullin, hat die Region Cherson besucht. Er sagte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria, dass sie "ihren rechtmäßigen Platz in der russischen Familie" einnehmen werde. Khusnullin befindet sich zu einem Arbeitsbesuch in dem von Russland besetzten Gebiet. Zuvor hatte der von Russland eingesetzte stellvertretende Verwaltungsleiter der Region, Kirill Stremousow, Präsident Putin gebeten, Cherson in die Föderation aufzunehmen.

Am Victory-Day legen Offizielle Blumen in Cherson nieder (Archivbild): Russland will die Region in die Föderation aufnehmen.
Am Victory-Day legen Offizielle Blumen in Cherson nieder (Archivbild): Russland will die Region in die Föderation aufnehmen. (Quelle: Ivan Rodionov/imago-images-bilder)

Größter Flugzeugbesitzer verlor 113 Jets an Russland

4 Uhr: Die Firma AerCap Holdings, der weltweit größte Besitzer von Verkehrs- und Privatflugzeugen, hat 113 Flugzeuge verloren, weil sie von Russland beschlagnahmt wurden. Das berichtet der US-Sender CNN. Russland hatte als Antwort auf westliche Sanktionen ausländische Flugzeuge verstaatlicht. Auch elf Düsentriebwerke, die AerCap gehörten, sind jetzt in russischem Besitz. Das Unternehmen meldete deshalb einen Verlust von zwei Milliarden Dollar statt des geplanten Gewinns von 500 Millionen Dollar.

Google-Aufnahmen zeigen Panorama der Zerstörung

3.15 Uhr: Der Suchmaschinenanbieter Google hat einige seiner Fotos aus der Ukraine aktualisiert. In der sogenannten Streetview-Ansicht ist jetzt an ausgewählten Plätzen das ganze Ausmaß der Zerstörung zu sehen. So kann man in Butscha über den Parkplatz eines Einkaufszentrums schauen. In Irpin zeigt eine 360-Grad-Luftaufnahme ein zerstörtes Militärhospital und die Schäden an umliegenden Gebäuden.

Gasversorger finden Zahlungsweg

2 Uhr: Mehrere europäische Gasversorger sind zuversichtlich, einen sowohl für die EU als auch Moskau akzeptablen Zahlungsmechanismus für russisches Gas gefunden zu haben. Der italienische Energiekonzern Eni erklärte am Dienstag, das Unternehmen werde "in den kommenden Tagen" bei der Gazprombank ein Konto in Euro und eines in Rubel eröffnen. So könne Eni in Euro zahlen, die russische Bank nehme dann die Umrechnung in Rubel vor. Ein Sprecher von EnBW sagte, der neue Mechanismus "stehe", man können in Euro bezahlen, dann werden seitens der Bank umgetauscht.

Ukraine: Russland sichert Stellungen im Süden

1.15 Uhr: Dem ukrainischen Verteidigungsminister Oleksij Resnikow zufolge graben sich die russischen Streitkräfte im Süden und Osten seines Landes ein. "Russland bereitet sich auf eine längerfristige Militäroperation vor", sagte er vor den Verteidigungsministern der Europäischen Union (EU) und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag. Demnach verstärken die russischen Truppen derzeit ihre Positionen in den von ihnen besetzten Gebieten in den Regionen Saporischschja und Cherson, um "bei Bedarf in den Defensivmodus zu wechseln".

Ein russischer Soldaten lädt einen Mörser (Archivbild): Nach Angaben der Ukraine graben sich russische Einheiten im Süden des Landes ein.
Ein russischer Soldaten lädt einen Mörser (Archivbild): Nach Angaben der Ukraine graben sich russische Einheiten im Süden des Landes ein. (Quelle: Russian Defence Ministry)

Selenskyj zieht in Cannes Charlie-Chaplin-Vergleich

0.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich am Dienstagabend per Videoschalte an die Gäste des Filmfestivals in Cannes gewandt. In einer Rede während der Eröffnungszeremonie zog er einen Vergleich zu Charlie Chaplins Film "Der große Diktator", um das Kino dazu aufzurufen, angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht "zu schweigen".

"Jeden Tag sterben Hunderte Menschen", sagte Selenskyj. "Sie werden nach dem Schlussapplaus nicht wieder aufstehen." Er fragte: "Wird das Kino schweigen oder darüber reden? Wenn es einen Diktator gibt, wenn es einen Freiheitskrieg gibt, hängt alles wieder von unserem Zusammenhalt ab. (...) Wir brauchen einen neuen Chaplin, der beweist, dass das Kino heutzutage nicht schweigt."

Merz wirft Scholz "Herumschwurbeln" vor

0.05 Uhr: Der CDU-Vorsitzende und Unions-Fraktionschef Friedrich Merz kritisiert, Bundeskanzler Scholz handle nicht, wie man es im Bundestag gemeinsam beschlossen habe. "Es gibt ganz offensichtlich in der Bundesregierung Verzögerungsstrategien, zumindest eine Verzögerungstaktik", so Merz am Abend in "RTL Direkt". Unternehmen beschwerten sich öffentlich, weil keine Ausfuhrgenehmigungen für Panzer erteilt würden. "Hier wird nicht mit offenen Karten gespielt", so Merz weiter. "Es kann Gründe geben, nicht alles zu sagen, aber dann soll der Bundeskanzler das auch zum Ausdruck bringen. Dieses Herumschwurbeln um die Themen ist der Sache nicht angemessen."

Bericht: EU hat bereits Plan für Wiederaufbau der Ukraine

23.30 Uhr: Nach Medienberichten soll es in der EU-Kommission bereits einen Wiederaufbauplan für die Ukraine geben. Darin werden nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Hilfsprogramme aus der EU und von internationalen Partnern mit Auflagen wie Korruptionsbekämpfung und Reformbemühungen verknüpft. Außerdem soll die "Build Back Better"-Strategie (Besser-Wiederaufbauen-Strategie) angewendet werden. So sollen neue Gebäude klimafreundlich sein. In dem Papier wird von zehn Jahren ausgegangen, um die Ukraine weitgehend von den Kriegsfolgen zu befreien. Unklar ist die Höhe der EU-Zahlungen. Sie sollen – so sieht es der Entwurf vor – über einen Sonderfonds finanziert werden.

Borrell sieht "Weltrekord" bei russischen Verlusten

22.15 Uhr: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell spricht von "beeindruckenden Verlusten" der russischen Armee beim Einmarsch in die Ukraine. Dies stehe unter dem Vorbehalt, dass die entsprechenden Angaben stimmten, sagt Borrell nach einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Brüssel. "Wenn es stimmt, dass Russland seit Beginn des Krieges 15 Prozent seiner Truppen verloren hat, ist das ein Weltrekord bei Verlusten für eine Armee bei einem Einmarsch in ein Land."

Josep Borell, der Außenpolitikbeauftragte der EU (Archivbild), sieht außergewöhnliche Verluste bei den russischen Truppen.
Josep Borell, der Außenpolitikbeauftragte der EU (Archivbild), sieht außergewöhnliche Verluste bei den russischen Truppen. (Quelle: Yves Herman/Reuters-bilder)

Kanzleramtschef: Müssen für unseren Russland-Kurs werben

20.32 Uhr: Nach Meinung von Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt müssen sich die westlichen Länder weltweit verstärkt darum kümmern, mehr Staaten von ihrem Vorgehen gegen Russland zu überzeugen. Man erlebe etwa in Südafrika, Lateinamerika oder Indien Skepsis gegenüber den westlichen Sanktionen, sagte Schmidt am Dienstabend auf einem parlamentarischen Abend des Bitkom-Verbandes in Berlin. Dort sage man zwar auch, dass der Angriff Russlands auf die Ukraine nicht richtig sei, sehe aber vor allem die Wirkung der westlichen Sanktionen auf die eigenen Länder als Problem.

Wolfgang Schmidt (SPD): Der Kanzleramtsminister gilt als einer der engsten Vertrauten von Bundeskanzler Olaf Scholz.
Wolfgang Schmidt (SPD): Der Kanzleramtsminister gilt als einer der engsten Vertrauten von Bundeskanzler Olaf Scholz. (Quelle: imago-images-bilder)

Schmidt nannte etwa die hohen Lebensmittelpreise. "Das hinzukriegen, dass wir diese Staaten nicht verlieren, das wird eine der großen Herausforderungen sein", sagte der SPD-Politiker. Die Bundesregierung wolle die Allianz breiter fassen und sich um die bemühen, die auch an das Völkerrecht glaubten – im Gegensatz zu denen, die sich darüber hinwegsetzten. "Dann wird die Allianz gegen Russland größer", sagte Schmidt.

Auch der Staatssekretär im Kanzleramt, Jörg Kukies, hatte vor wenigen Tagen davor gewarnt, die weltweite Unterstützung für westliche Sanktionen gegen Russland zu überschätzen. Man sei "überoptimistisch" in der Interpretation des Abstimmungsergebnisses in der UN-Vollversammlung gewesen, als die große Zahl der Länder Russlands Überfall auf die Ukraine verurteilt habe. Die Länder, die sich enthalten hätten, machten 40 bis 50 Prozent der Weltbevölkerung aus, hatte er in Anspielung auf Staaten etwa wie Indien oder China gesagt.

Macron: Wollen Waffenlieferungen intensivieren

19.15 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj deutlich mehr militärische Hilfe versprochen. Laut einer Mitteilung des Elysée-Palastes sagte Macron am Dienstag in einem gemeinsamen Telefongespräch, die Waffenlieferungen aus Paris würden "in den kommenden Tagen und Wochen an Intensität gewinnen".

Bereits Ende April hatte Macron der Ukraine die Lieferung von Milan-Panzerabwehrwaffen und Caesar-Haubitzen in Aussicht gestellt. Macron versprach Selenskyj laut der Mitteilung am Dienstag zudem zusätzliche humanitäre Hilfe für die Ukraine. Er habe mit dem ukrainischen Präsidenten darüber hinaus über Möglichkeiten gesprochen, Getreide-Exporte aus der Ukraine trotz der russischen Seeblockade gegen das Land zu ermöglichen. Macron habe Selenskyj darüber hinaus versichert, das Beitrittsgesuch der Ukraine zur Europäischen Union werde beim EU-Gipfel im Juni geprüft.

Zwischen Macron und der ukrainischen Regierung war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Streitigkeiten gekommen. Unter anderem hatte Selenskyj dem französischen Präsidenten vorgeworfen, Angst vor Putin zu haben. Macron hatte vergangene Woche Kiew verärgert, als er sagte, bis zu einer möglichen EU-Mitgliedschaft der Ukraine könnten "Jahrzehnte" vergehen - und stattdessen eine "europäische politische Gemeinschaft" ins Spiel brachte.

Vize-Ministerin: Ukraine wird sich erst in mehreren Jahren erholen

16.14 Uhr: Die ukrainische Landwirtschaft wird sich nach Regierungsangaben erst in einigen Jahren von den Folgen des Krieges erholen. Dies erklärt Vize-Wirtschaftsminister Taras Katschka auf der Agrar-Konferenz GrainCom in Genf. Die Ukraine ist einer der wichtigsten Exporteure von Getreide und Ölsaat.

Fabrik von deutschem Unternehmen im Donbass von Rakete getroffen

15.46 Uhr: In der Ostukraine ist eine stillgelegte Gipsplattenfabrik des Unternehmens Knauf mit Hauptsitz in Unterfranken bombardiert worden. "Durch die Luftschläge wurden Geschäftsräume beschädigt, und es brach Feuer aus", schrieb der Militärgouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, im Nachrichtendienst Telegram am Dienstag. Es sei aber niemand verletzt worden. Er warf Russland die absichtliche Zerstörung von Industrie in der Region vor.

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Knauf bestätigte am Dienstagabend, das Werk in Soledor im Donbass sei von einer Rakete getroffen und in Brand gesetzt worden. Wer sie abgeschossen habe, sei dort nicht bekannt. "Soweit wir wissen, sind bei dem Raketenangriff keine Menschen verletzt worden", hieß es auch von Seite des Unternehmens. Der genaue Umfang der Schäden ließe sich wegen der andauernden Gefechte vor Ort noch nicht feststellen.

Knauf hatte das Werk kurz nach der russischen Invasion außer Betrieb gesetzt. Kyrylenko veröffentlichte auch Fotos von einer dicken schwarzen Rauchwolke über der Fabrik. Von russischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.

Rettungsdienst: Acht Tote bei Luftangriff auf Region Tschernihiw

14.07 Uhr: Acht Menschen sind nach ukrainischen Angaben bei einem Luftangriff auf Desna in der Region Tschernihiw im Norden der Ukraine getötet worden. Weitere zwölf seien verletzt worden, teilt der Rettungsdienst mit. Zuvor hatte der regionale Gouverneur Wiatscheslaw Tschaus gewarnt, zwar seien die Besatzer aus Tschernihiw vertrieben worden, sie könnten aber immer noch zuschlagen. "Ignoriert nicht die Warnungen vor Luftangriffen", appelliert Tschaus.

Russische Unterhändler: Asow-Kämpfer verdienen Todesstrafe

14 Uhr: Kämpfer des Asow-Regiments haben nach Ansicht eines russischen Unterhändlers kein Recht auf Leben. Russland sollten für diese nationalistischen Kämpfer die Todesstrafe in Erwägung ziehen, sagt Leonid Slutski, der für Russland mit der Ukraine verhandelt. "Sie verdienen es nicht zu leben angesichts der monströsen Menschenrechtsverbrechen, die sie begangen haben und die sie weiterhin an unseren Gefangenen begehen." Lesen Sie hier mehr dazu.

Baerbock für Sicherheitsgarantien für Finnland und Schweden

13.58 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock will ein beschleunigtes Nato-Beitrittsverfahren Schwedens und Finnlands und setzt sich für Sicherheitsgarantien in der Übergangsphase ein. "Wir werden entsprechende Sicherheiten geben", sagte Baerbock am Dienstag nach einem Treffen mit ihrem dänischen Kollegen Jeppe Kofod in Berlin. Zugleich werde man sich aber dafür einsetzen, dass die Zeit zwischen der offiziellen Antragstellung und der Aufnahme möglich kurz ist. Hintergrund ist, dass die Beistandsklausel des westlichen Verteidigungsbündnisses für Vollmitglieder gilt.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass es zu schnellem Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands kommen wird", sagte die Außenministerin auf die Frage nach den von der Türkei vorgebrachten Vorbehalten, ohne in Details zu gehen. Sowohl Baerbock als auch Kofod betonten, dass die Nato durch einen Beitritt beider skandinavischer Staaten gestärkt werde. Kofod sprach Russland das Recht ab, einen Beitritt verhindern zu wollen.

Video: Aufnahmen zeigen dramatische Evakuierung aus Asow-Stahlwerk

12.53 Uhr: "Die Ukraine braucht lebende Helden", sagte Präsident Selenskyj in einer Ansprache am Montag. Nun wurden Hunderte Soldaten aus dem Asow-Stahlwerk evakuiert. Viele von ihnen sind schwer verletzt. Sehen Sie das Video hier.

(Quelle: Twitter)

Schwedens Außenministerin Linde unterzeichnet Nato-Antrag

12.35 Uhr: Schwedens Außenministerin Ann Linde hat den Antrag auf die Nato-Mitgliedschaft unterschrieben. "Ich habe gerade einen historischen Hinweisbrief an den Nato-Generalsekretär unterzeichnet", schreibt Linde auf Twitter.

Neben Schweden hat auch Finnland vor, dem westlichen Verteidigungsbündnis beizutreten. Welche Folgen der Beitritt der skandinavischen Länder ins Verteidigungsbündnis haben könnte, lesen Sie hier.

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Kreml will wohl Asow-Kämpfer von Gefangenenaustausch ausschließen

12.22 Uhr: Das russische Parlament erwägt, Kämpfer des ukrainischen Asow-Regiments von einem Gefangenenaustausch auszunehmen. Das geht aus einem Telegram-Dienst hervor, der aus der Duma überträgt. Die russische Nachrichtenagentur Tass zitiert Duma-Chef Wjatscheslaw Wolodin mit den Worten, dass "Nazi-Kriminelle" nicht ausgetauscht werden sollten. Lesen Sie hier mehr zum umstrittenen "Asow-Regiment".

Militär bestätigt Gefangenschaft ukrainischer Soldaten

12.04 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben seit Montag 265 ukrainische Kämpfer des belagerten Stahlwerks in Mariupol gefangen genommen. "In den vergangenen 24 Stunden haben 265 Kämpfer, darunter 51 Schwerverletzte, ihre Waffen niedergelegt und sich in Gefangenschaft begeben", sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag.

Die Zahlen unterscheiden sich geringfügig von den Angaben aus Kiew. Dort war zuvor die Rede von 264 Gefangenen – unter ihnen 53 Schwerverletzte. Das russische Ministerium veröffentlichte auch ein Video, das die Gefangennahme der Ukrainer, medizinische Behandlung sowie den Abtransport der Verletzten zeigen soll. Ob es tatsächlich zu dem von Kiew erhofften Gefangenenaustausch kommen wird, ließ Russlands Militär zunächst offen.

Alle Verletzten seien ins Krankenhaus von Nowoasowsk gebracht worden, sagte Konaschenkow. Nowoasowsk liegt östlich von Mariupol direkt an der Grenze zu Russland auf dem seit 2014 von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet. Zum Aufenthaltsort der übrigen Gefangenen machte er keine Angaben. Sie sollen nach ukrainischen Berichten in die Ortschaft Oleniwka nahe der Frontlinie gefahren sein.

Russland bestätigt zahlreiche Raketenangriffe auf die Ukraine

12.03 Uhr: Russlands Militär hat über zahlreiche Raketenangriffe auf verschiedene Landesteile der Ukraine berichtet. In der westukrainischen Region Lwiw seien mit Raketen des Typs Kalibr ukrainische Reservisten sowie ausländische Militärtechnik attackiert worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag. Im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw seien unter anderem militärische Ausbildungszentren angegriffen worden.

Im Osten des Landes wurden demnach in der Region Charkiw Teile der Eisenbahn-Infrastruktur zerstört und im Gebiet Donezk mehrere Ziele mit Raketen beschossen. Insgesamt seien in den vergangenen 24 Stunden mehr als 470 ukrainische Kämpfer getötet worden, sagte Konaschenkow. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Selenskyj hat erneut mit Kanzler Scholz telefoniert

11.05 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben mit Bundeskanzler Olaf Scholz die Lage an der Front besprochen. Es sei auch um eine mögliche Verschärfung der Sanktionen gegen Russland und die Aussicht auf Frieden gegangen, schreibt der Präsident auf Twitter. Es seien "produktive Gespräche" gewesen. Sein Land setze auf dem Weg zur EU-Vollmitgliedschaft weiterhin auf die Hilfe Deutschlands. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lawrow: Beitritt Schwedens und Finnlands in Nato kein großer Unterschied

11 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht keinen großen Unterschied, sollten Schweden und Finnland der Nato beitreten. Die beiden Länder, wie auch andere neutrale Staaten, hätten bereits seit Jahren an Nato-Manövern teilgenommen, sagt Lawrow. "Die Nato kalkuliert ihr Territorium bei der Planung militärischer Vorstöße nach Osten mit ein. In diesem Sinne gibt es also wahrscheinlich keinen großen Unterschied. Mal sehen, wie ihr Territorium in der Praxis im Nordatlantikbündnis genutzt wird." Schweden und Finnland haben sich angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine für einen Beitritt zu dem von den USA geführten Militärbündnis ausgesprochen.

Russland soll wahllos auf Artilleriebeschuss setzen

9.28 Uhr: Die russischen Streitkräfte setzen im Krieg gegen die Ukraine nach britischen Erkenntnissen zunehmend auf "wahllosen Artilleriebeschuss". Russland habe nur begrenzte Möglichkeiten zur Erfassung von Zielen und scheue zudem das Risiko, Kampfflugzeuge über ukrainisch kontrolliertem Gebiet einzusetzen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstag unter Berufung auf die Geheimdienste mit. "In den kommenden Wochen wird sich Russland wahrscheinlich weiterhin stark auf massive Artillerieangriffe verlassen, wenn es seine Offensive im Donbass wieder in Schwung zu bringen versucht."

Während des erfolglosen russischen Angriffs auf die Hauptstadt Kiew seien im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw rund 3500 Gebäude zerstört oder beschädigt worden, teilte das Ministerium weiter mit. Rund 80 Prozent der Zerstörungen beträfen Zivilgebäude. "Das Ausmaß dieser Schäden zeigt die Bereitschaft Russlands, Artillerie gegen Wohngebiete einzusetzen." Dabei werde nur minimal auf Verhältnismäßigkeit gesetzt.

Deutschland hat weitere Waffen in die Ukraine geliefert

8.21 Uhr: Die Bundesregierung hat der Ukraine weitere Waffen für den Kampf gegen die russische Armee geliefert. Nach "Spiegel"-Information trafen in den vergangenen beiden Wochen 2.450 Panzerabwehrhandwaffen vom Typ "RGW 90", 1.600 DM22-Panzerabwehrrichtminen sowie 3.000 DM31-Panzerabwehrminen in der Ukraine ein und wurden an Einheiten der lokalen Armee verteilt. Die Angaben über die neuen Lieferungen wurden dem Magazin aus ukrainischen Regierungskreisen bestätigt. Die "RGW 90"-Panzerabwehrwaffen, die in der Bundeswehr als "Matador" bezeichnet wird, hatte die Ukraine direkt bei einem deutschen Hersteller bestellt und bezahlt. Die Panzerabwehrminen indes stammen offenbar aus Bundeswehrbeständen. Mehr über die "Matador" lesen Sie hier.

Gouverneur: Ukraine beschießt Grenzstadt

7.10 Uhr: In der westrussischen Provinz Kursk an der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben der Behörden ein Dorf unter ukrainischen Beschuss geraten. Drei Häuser und eine Schule in der Grenzortschaft Alexejewka seien getroffen worden, teilte der Gouverneur der Region, Roman Starowoit, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Es sei allerdings niemand verletzt worden. Russische Grenzsoldaten hätten das Feuer erwidert, um den Beschuss aus großkalibrigen Waffen zu stoppen.

Überblick über die Ereignisse der Nacht

5 Uhr: Die Ukraine braucht ihre Helden lebend, sagt Präsident Selenskyj. Für gut 260 Verteidiger von Mariupol aus dem Stahlwerk Azovstal bedeutet das einen Umweg über russische Gefangenschaft. Hier lesen Sie einen Überblick zum Geschehen in der Nacht und einen Ausblick auf den Tag.

Ukraine: Erneut Raketenangriff bei Lwiw

1.45 Uhr: Das Gebiet um die Großstadt Lwiw in der Westukraine ist nach ukrainischen Angaben erneut Ziel eines Luftangriffs geworden. Die Attacke am Montag habe einer Militäreinrichtung im Bezirk Jaworiw an der Grenze zu Polen gegolten, schrieb der örtliche Militärchef Maxim Kosizkij in seinem Nachrichtenkanal im Chatdienst Telegram.

Bürgermeister Andrij Sadowij betonte, es gebe keine bestätigten Informationen über Raketeneinschläge in der Stadt und bedankte sich bei der Luftabwehr.

Offenbar weiteres Massengrab im Zentrum von Mariupol entdeckt

23.47 Uhr: Journalisten von Radio Free Europe/Radio Svoboda haben auf Satellitenbildern der US-Firma Maxar angeblich eine weitere Massengräberstätte in der belagerten Hafenstadt Mariupol identifiziert. Sie solle sich in der Nähe des Zentralfriedshofs der Stadt befinden. Die Grabstätte sei Anfang März aufgetaucht. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Selenskyj: "Die Ukraine braucht ukrainische Helden am Leben"

23.45 Uhr: "Wir hoffen, dass wir das Leben unserer Leute retten können", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Ansprache am späten Montagabend. Zuvor waren ukrainischen Angaben zufolge 264 Soldaten aus dem belagerten Asowstal-Stahlwerk in Mariupo evakuiert worden. "Es gibt Schwerverletzte unter ihnen. Sie werden versorgt. Die Ukraine braucht ukrainische Helden am Leben."

Ein Bus transportiert verwundete Soldaten aus Mariupol nach Nowoasowsk: Mehr als 260 Soldaten seien aus dem Asow-Stahlwerk evakuiert worden.
Ein Bus transportiert verwundete Soldaten aus Mariupol nach Nowoasowsk: Mehr als 260 Soldaten seien aus dem Asow-Stahlwerk evakuiert worden. (Quelle: Alexander Ermochenko/Reuters-bilder)

Mehr als 260 ukrainische Soldaten aus Mariupoler Stahlwerk evakuiert

23.33 Uhr: Nach wochenlanger Blockade haben gut 260 ukrainische Soldaten nach Behördenangaben das Asow-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Darunter seien 53 Schwerverletzte, teilte der ukrainische Generalstab am Montag bei Facebook mit.

Auch seien 211 weitere ukrainische Kämpfer in die von russischen Truppen besetzte Ortschaft Oleniwka gebracht worden. Sie sollen später in einem Gefangenenaustausch zurückkehren, hieß es. Die Schwerverletzten seien in die Stadt Nowoasowsk transportiert worden. An der Evakuierung der weiteren Verteidiger des Stahlwerks Asowstal werde noch gearbeitet.

"Dank den Verteidigern von Mariupol haben wir kritisch wichtige Zeit für die Formierung von Reserven, eine Kräfteumgruppierung und den Erhalt von Hilfe von unseren Partnern erhalten", schrieb Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar bei Facebook. Alle Aufgaben zur Verteidigung von Mariupol seien erfüllt worden. Ein Freikämpfen von Asowstal sei nicht möglich gewesen. Das Wichtigste sei jetzt, das Leben der Verteidiger von Mariupol zu wahren.

Ein Bus mit evakuierten Soldaten aus Mariupol erreicht Nowoasowsk: Einige der Soldaten sind schwer verwundet.
Ein Bus mit evakuierten Soldaten aus Mariupol erreicht Nowoasowsk: Einige der Soldaten sind schwer verwundet. (Quelle: Reuters-bilder)

Ukraine: Mindestens 19 Tote durch Beschuss im Donbass

23.11 Uhr: Durch russischen Beschuss auf in der Ostukraine sind nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen getötet worden. Durch Angriffe auf die Stadt Sewerodonezk seien mindestens zehn Menschen getötet worden, erklärte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gajdaj, am Montag im Messenger-Dienst Telegram. Der Gouverneur der angrenzenden Region Donezk, Pawo Kyrylenko, sprach von neun getöteten und 16 verletzten Zivilisten durch dortige russische Angriffe.

Die russischen Truppen würden die Sewerodonezk "ohne Unterlass" bombardieren, schrieb Gajdaj. Wegen des anhaltenden Beschusses seien der Zugang zu der Gegend und die Kommunikation derzeit erheblich erschwert. Er forderte die Bewohner auf, die Schutzräume nicht zu verlassen.

In einer früheren Mitteilung hatte Gajdaj vor Artillerieangriffen auf Sewerodonezk und die nahegelegena Stadt Lysytschansk gewarnt. Dadurch seien Brände in Wohngebieten ausgelöst worden. "Sewerodonezk wurde hart getroffen", schrieb er und veröffentlichte Fotos der Zerstörungen. "Wir sind noch dabei, die Zahl der beschädigten Häuser zu ermitteln."

Der Bürgermeister von Sewerodonezk, Oleksander Striuk, hatte vor rund zehn Tagen erklärte, die Stadt sei von den Streitkräften Moskaus und der pro-russischen Separatisten "praktisch eingekesselt". Seinen Angaben zufolge befanden sich noch 15.000 der ehemals 100.000 Einwohner in der Stadt.

USA und Griechenland preisen Partnerschaft in Ukraine-Krise

23 Uhr: US-Präsident Joe Biden hält die Partnerschaft mit Griechenland angesichts der Ukraine-Krise für wichtiger denn je. Das sagte Biden am Montag bei einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Weißen Haus in Washington. Bei Russlands Krieg in der Ukraine gehe es auch um die Bedrohung der Demokratie durch Autokraten, betonte er und verwies auf die gemeinsamen demokratischen Werte der USA und Griechenlands. Mitsotakis sagte, die Beziehungen der beiden Länder seien "auf einem Allzeit-Hoch". Das gelte nicht nur für die militärische Zusammenarbeit, sondern etwa auch für Handel und Investitionen.

Griechenland hatte zuletzt ein Abkommen zur militärischen Zusammenarbeit mit den USA um weitere fünf Jahre verlängert. Die Vereinigten Staaten benutzen mehrere Militärstützpunkte in Griechenland, von wo aus das US-Militär sowohl im Mittelmeer als auch im Schwarzen Meer operieren und auch Ausrüstung an die ukrainische Grenze bringen kann.

Am Dienstag will der griechische Regierungschef eine Ansprache vor beiden Kammern des US-Kongresses halten – ein rares Privileg für ausländische Gäste. Anlass ist das Jubiläum des Beginns der Unabhängigkeitsrevolution gegen das Osmanische Reich vor 200 Jahren, das Griechenland im vergangenen Jahr gefeiert hatte.

Ukrainische Soldaten aus Asow-Stahlwerk sollen in Nowoasowsk angekommen sein

22.36 Uhr: Die aus dem Stahlwerk Asowstal in Mariupol evakuierten ukrainischen Soldaten sind nach Angaben eines Reuters-Augenzeugen in Nowoasowsk angekommen. Einige seien verwundet, berichtet dieser.

Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische Kämpfer aus.
Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische Kämpfer aus. (Quelle: Victor/XinHua/dpa-bilder)

Busse mit Soldaten verlassen Stahlwerk in Mariupol

21.00 Uhr: Etwa ein Dutzend Busse mit ukrainischen Militärangehörigen verlassen das Asowstal-Stahlwerk in Mariupol. Das berichten Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters von vor Ort. Zuvor hatte Russland am Mittag eine Feuerpause und die Evakuierung ukrainischer Soldaten in die Stadt Nowoasowsk auf russisch kontrolliertem Gebiet verkündet.

Olaf Scholz: Dem Kanzler ist am Montagabend eine Sondersendung des Fernsehsenders RTL gewidmet.
Olaf Scholz: Dem Kanzler ist am Montagabend eine Sondersendung des Fernsehsenders RTL gewidmet. (Quelle: Hannibal Hanschke/Reuters-bilder)

Scholz: "Müssen uns Sorgen machen, dass es eine Eskalation des Krieges gibt"

20.28 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht keine Anzeichen für ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs und warnt sogar vor einer Eskalation. "Bisher ist es leider nicht so zu erkennen, dass die Einsicht gewachsen ist, dass man das jetzt hier so schnell wie möglich beendet", sagte Scholz in der Sendung "RTL Direkt". Man müsse sich auch "Sorgen machen, dass es eine Eskalation des Krieges gibt". Hier lesen Sie mehr zu der Sendung.

Kiew meldet Vernichtung russischer Munitionslager

19.50 Uhr: Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben russische Angriffsversuche im Osten des Landes weitgehend gestoppt und mehrere Munitionslager zerstört. "Durch den Beschuss feindlicher Depots, die in der Stadt Isjum stationiert waren, haben die Verteidigungskräfte große Munitionsbestände vernichtet", teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Abend mit.

Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor vom Beginn der Evakuierung des Stahlwerks berichtet. Demnach seien schwer verletzte ukrainische Kämpfer aus der Fabrik gebracht worden. Kiew hat diese Meldungen bislang nicht kommentiert. Unabhängig konnten die Angaben beider Seiten nicht überprüft werden.

Finnische Botschafterin: Russische Reaktion auf Nato-Beitrittswunsch "eigentlich milde"

18.45 Uhr: Die finnische Botschafterin in Deutschland, Anne Sipiläinen, zeigt sich wenig überrascht von Drohungen Moskaus wegen des angestrebten Nato-Beitritts ihres Landes. Entsprechende Warnungen gebe es seit Jahren, sagt sie dem Fernsehsender Welt einer redaktionellen Fassung zufolge. Finnland sei "seit Jahren und Jahrzehnten" sehr gut vorbereitet auf alle möglichen Bedrohungen. "Und das ist eigentlich jetzt überraschend ruhig gewesen. Und die Reaktionen waren eigentlich milde bis jetzt."

Die Mitgliedschaft Finnlands in der Nato werde das Land wie auch umgekehrt die Allianz stärken. "Wir werden einen stärkeren, stabileren Norden bekommen."

Ukraine: Mindestens zehn Zivilisten durch russischen Beschuss getötet

18.32 Uhr: Mindestens zehn Zivilisten sind bei der Beschießung von Siewierodonezk im Osten der Ukraine getötet worden. Das teilt der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gaidai, mit. Zuvor hat er erklärt, dass durch die schweren Angriffe Brände in Wohngebieten der Stadt ausgebrochen seien.

USA: Ukraine Truppen drängen russische Armee bei Charkiw zurück

17.42 Uhr: Ukrainische Truppen haben russische Einheiten bei Charkiw zurückgedrängt, erklärt ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. Die ukrainischen Verbände seien bis auf eine Entfernung von drei bis vier Kilometern an die russische Landesgrenze im Nordosten der Ukraine herangerückt.

Ukraine: Russischer Angriff trifft Lager mit hoch entzündlichem Ammoniumnitrat

16.49 Uhr: Ein russischer Angriff hat in der Region um die Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine ein Lager mit hoch entzündlichem Ammoniumnitrat getroffen. Der Gouverneur der Nachbarregion Donezk teilte im Messengerdienst Telegram ein Foto einer orangefarbenen Rauchwolke über Feldern, ergänzte aber, die Explosion stelle "keine Gefahr für die örtliche Bevölkerung dar".

Der Gouverneur teilte weiter mit, dass ein "russisches Geschoss" das Lager getroffen habe. Die Rauchsäule über dem Depot wirke zwar erschreckend, es gebe aber keinen Grund zur Panik.

Lukaschenko fordert Stärkung von östlichem Militärbündnis

16.19 Uhr: Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine die Stärkung eines von Russland geführten Militärbündnisses als Gegengewicht zur Nato gefordert. "Die (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) OVKS muss ihren Status im internationalen System der Kontrolle und Gewaltenteilung massiv festigen", sagte Lukaschenko laut der belarussischen Nachrichtenagentur Belta bei einem Treffen der Allianz in Moskau. Russland könne nicht allein gegen die Nato-Erweiterung kämpfen, fügte er hinzu.

Der oft als "letzter Diktator Europas" kritisierte Lukaschenko rechtfertigte die russische Invasion in die Ukraine mit der Aufrüstung der Nato in Osteuropa und deren Aktivitäten in der Ukraine.

Der OVKS gehören neben Russland und Belarus auch die Ex-Sowjetrepubliken Armenien, Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan an. Dem russischen Krieg gegen die Ukraine haben sich die Armeen der anderen Länder, darunter auch Belarus, bislang aber nicht angeschlossen. Der russische Angriff erfolgte aber teils auch von belarussischem Territorium aus. Der Westen hat deshalb nicht nur gegen Moskau, sondern auch gegen Minsk Sanktionen verhängt. Erst am Sonntag hatte die belarussische Führung den Schaden der Sanktionen auf 16 bis 18 Milliarden Dollar beziffert.

Schweden will der Nato beitreten

15.51 Uhr: Es sei eine neue Ära für ihr Land, sagt die Ministerpräsidentin: Schweden will wie Finnland, möglichst schnell der Nato beitreten. Russland warnte die beiden nordischen Länder vor dem Schritt. Hier lesen Sie mehr.

Russland meldet Einigung auf Waffenruhe in Asowstal-Werk

15.24 Uhr: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums haben sich Russland und die Ukraine auf eine Waffenruhe für das seit Wochen umkämpfte Asow-Stahlwerk in Mariupol geeinigt. Eine Bestätigung seitens der ukrainischen Seite gibt es derzeit allerdings nicht. Auf dem umstellten, weitläufigen Werksgelände harren mutmaßlich seit Wochen zahlreiche ukrainische Kämpfer teils verletzt und unter widrigsten Bedingungen aus.

Die Vereinbarung zur Evakuierung verletzter ukrainischer Soldaten ist laut russischen Angaben mit im Asow-Stahlwerk "blockierten Vertretern des ukrainischen Militärs" erzielt worden. Nach eigener Darstellung soll es einen Korridor für verwundete ukrainische Soldaten geben – allerdings nicht in ukrainisch kontrolliertes Gebiet, sondern in die Stadt Nowoasowsk, die von von russischen und prorussischen Kämpfern kontrolliert wird. Dort sollen sie nach russischen Angaben medizinisch versorgt werden.

Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische Kämpfer aus.
Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische Kämpfer aus. (Quelle: Victor/XinHua/dpa-bilder)

Insider: EU plant neues Finanzpaket für Ukraine

13.48 Uhr: Die EU-Kommission wird Insidern zufolge am Mittwoch ein neues Paket mit Finanzhilfen für die Ukraine vorschlagen. Dazu gehören neue Darlehen für die Liquidität sowie Zusagen für die langfristige Finanzierung des Wiederaufbaus des Landes, wie zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagen. Der Umfang der kurzfristigen Hilfen werde noch eruiert, allerdings dürfte der Finanzbedarf der Ukraine für zwei Monate weitgehend durch Kredite gedeckt werden, verlautet weiter.

An anderer Stelle heißt es, das Geld werde aus dem EU-Haushalt und von den EU-Regierungen kommen, nicht aber durch die Ausgabe gemeinsamer, vom EU-Haushalt gedeckter Anleihen. Die EU-Kommission lehnt einen Kommentar dazu ab. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im April geschätzt, dass die Ukraine mindestens drei Monate lang rund fünf Milliarden Dollar pro Monat benötige, um das durch den Einmarsch Russlands verursachte unmittelbare finanzielle Defizit zu decken.

Interview: "Putin will beweisen, dass er nicht außer Kontrolle ist"

13.46 Uhr: Russland bekriegt die Ukraine, ein noch größerer Konflikt könnte dem Westen allerdings mit Peking drohen. Warum China aber zurzeit schwächer ist, als es Staatspräsident Xi Jinping wünscht, erklärt Experte Klaus Mühlhahn im t-online-Interview.

Ukraine: Haben russischen Einfall in Region Sumy abgewehrt

12.07 Uhr: Ukrainische Grenztruppen haben einen Einfall russischer Sabotage- und Aufklärungseinheiten in die im Nordosten gelegene Region Sumy abgewehrt. Die russischen Soldaten seien unter Feuerschutz vorgerückt, teilte der Gouverneur der Region Sumy, Dmytro Schywytzki auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Sie hätten sich aber zurückgezogen, als ukrainische Kräfte das Feuer erwidert hätten. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Kurz nach Beginn ihrer Invasion am 24. Februar waren russische Truppen in Sumy eingerückt. Die ukrainischen Einheiten übernahmen am 8. April wieder die Kontrolle über das Gebiet.

Scholz will weiter Gespräch mit Russland suchen

11.44 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz will einem Regierungssprecher zufolge, weiter das Gespräch mit Russland suchen. Die Situation sei sehr schwierig, es gebe viel Leid und Tote. "Da will man nichts unversucht lassen."

Erneut Verletzte nach russischem Raketenangriff bei Odessa

10.48 Uhr: Durch einen russischen Raketenangriff in der Nähe der Hafenstadt Odessa im Süden der Ukraine ist ukrainischen Militärangaben zufolge eine touristische Unterkunft zerstört worden. Das Kommando Süd der ukrainischen Streitkräfte berichtete am Montag von mindestens drei verletzten Zivilisten. Zudem sei Feuer ausgebrochen. Ziel war demnach eine zuvor schon angegriffene und beschädigte Brücke über der Mündung des Flusses Dnister. Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete unterdessen mehr als 100 Luftangriffe auf militärische Infrastruktur in der Ukraine in der Nacht zu Montag. Zudem seien Raketen auf mehr als 300 Ziele abgefeuert worden, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Russland: Nato-Beitritte würden "weltweite Lage radikal ändern"

9.11 Uhr: Ein Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands wäre nach Einschätzung der russischen Regierung ein Fehler mit weitreichenden Konsequenzen. Ein solcher Schritt würde die weltweite Lage radikal ändern, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Schweden und Finnland sollten sich keine Illusionen darüber machen, dass Russland ihre Entscheidung so einfach hinnehmen würde, sagt Rjabkow. In den beiden skandinavischen Ländern beraten im Laufe des Tages die Parlamente über die Vorschläge der Regierungen, dem westlichen Militärbündnis beizutreten.

Ukrainer überlebt Hinrichtung durch Russen – seine Brüder nicht

8.35 Uhr: Im Haus befand sich eine Uniform der ukrainischen Armee – das war das Todesurteil für Mykola und seine Brüder. Doch der junge Mann hatte Glück und konnte seinem Grab wieder entsteigen. Hier lesen Sie die ganze Geschichte.

Mykola Kulichenko an dem Grab, das russische Soldaten für ihn und seine Brüder geschaufelt hatten: "Eugen wurde zuerst erschossen und in die Grube geworfen".
Mykola Kulichenko an dem Grab, das russische Soldaten für ihn und seine Brüder geschaufelt hatten: "Eugen wurde zuerst erschossen und in die Grube geworfen". (Quelle: Screenshot/Youtube@SuspilʹneChernihiv)

Ukraine bereitet sich auf verstärkte russische Angriffe im Donbass vor

7.37 Uhr: Die Ukraine bereitet sich auf eine neue russische Offensive im Osten des Landes vor. Nach dem Rückzug russischer Einheiten rund um Charkiw würden nun weitere Soldaten in den Donbass verlegt, sagte der ukrainische Präsidentenberater Oleksij Arestowitsch. Die Ukraine bereite sich auf "neue Angriffsversuche" der russischen Armee im Donbass vor, die darauf abzielten, "ihre Bewegungen in den Süden der Ukraine zu verstärken", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Montag in einer Videobotschaft.

"Die Besatzer wollen immer noch nicht zugeben, dass sie sich in einer Sackgasse befinden und ihre sogenannte Sonderoperation bereits gescheitert ist", fügte er hinzu.

Ukrainische Truppen stoßen von Charkiw bis zur Grenze vor

5 Uhr: Ukrainische Truppen melden einen symbolträchtigen Erfolg bei ihrer Gegenoffensive im östlichen Gebiet Charkiw: Sie sind zumindest an einer Stelle bis zur Grenze zu Russland vorgestoßen. Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlichte in der Nacht zu Montag ein Video mit einem Dutzend Soldaten neben einem Grenzpfahl in den Nationalfarben Blau und Gelb. Sie gehören den Angaben zufolge zu einer Freiwilligenbrigade aus der Stadt Charkiw. Hier lesen Sie den Überblick aus der Nacht.

Gasverteilerstationen in Charkiw wieder in Betrieb

3.09 Uhr: Die Ukraine kann den Gastransit in zwei Verteilerstationen wieder aufnehmen. Der Betreiber des ukrainischen Gastransitsystems teilte mit, dass zwei Knotenpunkte in der Region Charkiw nach der Reparatur von kriegsbedingten Schäden an der Hauptgasleitung wieder in Betrieb seien und die Gasversorgung sichergestellt sei. Etwa 54 Gasverteilerstationen in sieben Regionen der Ukraine blieben weiterhin abgeschaltet.

Bericht: Sanktionen richten in Belarus Schaden in Milliardenhöhe an

2.47 Uhr: Die westlichen Sanktionen gegen Belarus verursachen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Belta Ausfälle in Milliardenhöhe. "Aufgrund der Sanktionen sind fast alle belarussischen Exporte in die Länder der Europäischen Union und nach Nordamerika blockiert", zitiert Belta Regierungschef Roman Golowtschenko aus einer Abschrift eines Interviews mit dem in Dubai ansässigen Fernsehsender Al-Arabija. Der Schaden belaufe sich "auf etwa 16 bis 18 Milliarden Dollar pro Jahr".

Brennende Geschosse regnen auf Asowstal-Stahlwerk nieder

00.37 Uhr: Auf das Stahlwerk Asowstal in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol gehen einem auf Telegram veröffentlichten Video zufolge Brandbomben nieder. Weiße, hell glühende Geschosse sind auf einem Video zu sehen, das Alexander Chodakowski, ein Kommandeur der prorussischen selbsternannten Republik Donezk, am Sonntag auf Telegram veröffentlicht. Reuters konnte nicht sofort feststellen, welche Art von Munition eingesetzt und wann das Video aufgenommen wurde. Ein britischer Militärexperte sagt, es sehe aus wie ein Angriff mit Phosphor- oder Brandwaffen.

Nach Angaben der Ukraine harren noch rund 600 Soldaten in dem Werk aus, von denen 40 schwer verletzt sind. Weißes Phosphor wird eingesetzt, um Rauchschwaden zu erzeugen, Ziele zu markieren oder Bunker und Gebäude in Brand zu setzen. Phosphorwaffen sind nach den internationalen Übereinkommen offiziell nicht verboten, Menschenrechtsgruppen fordern allerdings ein Verbot des Einsatzes wegen der schwersten Verbrennungen, die sie verursachen.

Hackerangriff auf Stadtverwaltung von Lwiw

0 Uhr: Die Stadtverwaltung der westukrainischen Stadt Lwiw ist Ziel eines Cyberangriffs mutmaßlich russischer Hacker geworden. Durch die Attacke am Freitag seien einige städtische Dienstleistungen nicht mehr verfügbar gewesen, schrieb Vize-Bürgermeister Andrij Moskalenko bei Facebook. Ein Teil davon sei bis Sonntag wiederhergestellt worden.

Die Angreifer hätten auch interne Informationen der Stadtverwaltung erbeutet, die danach in "feindlichen" Informationskanälen beim Chatdienst Telegram veröffentlicht worden seien, schrieb Moskalenko. Russland führe auch Angriffe an der "IT-Front" und man müsse offline wie online vorsichtig sein.

Die Ukraine steht schon lange im Visier von Hackergruppen, die von westlichen IT-Sicherheitsexperten dem Umfeld russischer Geheimdienste zugerechnet werden. Mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar wurde auch eine Eskalation der Cyberattacken erwartet, doch bisher blieben große Schlagzeilen dazu aus.

Gouverneur: Ukraine kontrolliert weiter zehn Prozent von Luhansk

21.23 Uhr: Ungeachtet schwerer russischer Angriffe kontrolliert die ukrainische Armee Angaben des regionalen Gouverneurs zufolge weiter rund zehn Prozent des ostukrainischen Gebiets Luhansk. Insbesondere die Außenbezirke der Städte Rubischne, Sjewjerodonezk und Lyssytschansk hätten die Russen bislang nicht einnehmen können, teilte Serhij Hajdaj mit.

Moskau hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass prorussische Separatisten mit Hilfe der russischen Armee knapp elf Wochen nach Kriegsbeginn bis an die Verwaltungsgrenzen von Luhansk vorgedrungen seien. Hajdaj bezeichnete diese Aussagen damals als "Fantasie".

Ein prorussischer Soldat in Popasna in Luhansk: Laut dem Gouverneur kontrolliert die Ukraine noch 10 Prozent des Gebiets.
Ein prorussischer Soldat in Popasna in Luhansk: Laut dem Gouverneur kontrolliert die Ukraine noch 10 Prozent des Gebiets. (Quelle: Alexander Galperin/SNA/imago-images-bilder)

Eingeschlossene Kämpfer in Mariupol: Kein Wasser, keine Medikamente

20.17 Uhr: Seit Wochen harren ukrainische Kämpfer im belagerten Asowstal-Werk in Mariupol aus. Ihre Ehefrauen bleiben mit ihnen in Kontakt – und berichten nun von katastrophalen Zuständen. Mehr dazu hier.

Gouverneur: Tote durch Beschuss in ostukrainischem Sjewjerodonezk

19.40 Uhr: In der ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk sind offiziellen Angaben zufolge zwei Menschen infolge von russischem Beschuss gestorben. Bei den Angriffen am Samstag sei ein Haus getroffen worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, mit. Der Artilleriebeschuss sei auch in den vergangenen Stunden weitergegangen, schrieb Hajdaj im sozialen Netzwerk Telegram. Zuvor hatte er bereits über neun Verletzte infolge von Angriffen auf ein Krankenhaus gesprochen. Die Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden.

Stoltenberg: "Die Ukraine kann diesen Krieg gewinnen"

16.42 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hält eine Niederlage Russlands im Krieg gegen die Ukraine für möglich. "Die Ukraine kann diesen Krieg gewinnen", sagte der Norweger am Sonntag nach Beratungen der Außenminister der 30 Bündnisstaaten in Berlin. Der Krieg in der Ukraine verlaufe für Moskau nicht wie geplant. So sei die Offensive im Donbass ins Stocken geraten und die Russen zögen sich aus der Gegend um Charkiw zurück. Zudem sei die geplante Eroberung Kiews gescheitert.

"Russland erreicht seine strategischen Ziele nicht", ergänzte Stoltenberg. Die Ukraine stehe noch immer und die Nato sei stärker denn je.

USA: Ukraine bringt amerikanische Haubitzen an die Front

16.15 Uhr: Die Ukraine hat nach US-Angaben zahlreiche neue US-Haubitzen vom Typ M-777 an die Frontlinien gebracht. Das twittert die US-Botschaft in Kiew. 89 der 90 zugesagten Geschütze seien inzwischen geliefert. Die Lieferungen der M-777 waren als wichtig angesehen worden, weil sie eine lange Reichweite und eine hohe Treffgenauigkeit haben.

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IW-Chef wertet russischen Krieg gegen Ukraine als "ökonomischen Selbstmord"

15.53 Uhr: Mit dem Krieg gegen die Ukraine raubt der russische Präsident Wladimir Putin seinem Land nach Überzeugung des Wirtschaftsforschers Michael Hüther sämtliche Perspektiven. "Russland begeht mit dem Krieg in der Ukraine ökonomischen Selbstmord", sagte der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Russland werde außerdem "politisch degradiert" und erreiche seine militärischen Ziele nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Russland will mehr als 3.000 ukrainische Panzer zerstört haben

14.58 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben ukrainische Stellungen im Osten des Landes beschossen. Dabei seien Kommandozentralen und Waffenlager ins Visier genommen worden, teilt das Verteidigungsministerium mit. Zudem seien zwei Raketenabwehrsysteme vom Typ S-300 und eine Radarstation in der Region Sumy im Nordosten des Landes zerstört worden.

Insgesamt habe Russland seit Beginn der Militäroperation 165 ukrainische Flugzeuge, 125 Hubschrauber, 879 unbemannte Luftfahrzeuge, 306 Raketen-Systeme zur Flugabwehr sowie 3.098 Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge zerstört.

Zerstörter ukrainischer Panzer: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sollen neben Tausenden Panzern auch Hunderte ukrainische Hubschrauber, Flugzeuge und weitere Waffen zerstört worden sein.
Zerstörter ukrainischer Panzer: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sollen neben Tausenden Panzern auch Hunderte ukrainische Hubschrauber, Flugzeuge und weitere Waffen zerstört worden sein. (Quelle: Ken Cedeno/UPI Photo/imago-images-bilder)

Türkei stellt Forderungen für Nato-Beitritt Schweden und Finnlands

14.55 Uhr: Die Türkei fordert für ein Ja zur Aufnahme Schwedens und Finnlands in die Nato Sicherheitsgarantien, wie Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sagt. Zudem müssten Exportbeschränkungen aufgehoben werden. Darüber hinaus sollten beide Länder damit aufhören, Terrorismus zu unterstützen.

Grundsätzlich unterstütze die Türkei aber den Nato-Ansatz der "offenen Tür".

Animation zeigt, wo Russland im Krieg das meiste Geld verdient

14.06 Uhr: Es ist ein Dilemma: Nach Beginn des Krieges in der Ukraine wollten sich viele Länder von Russland distanzieren, doch zu groß ist die Abhängigkeit von russischen Rohstoffen. Dieses Video zeigt, wie sich der Kreml den Krieg weiter finanziert.

Phosphorbomben in Mariupol? "Hölle ist auf die Erde gekommen"

9.54 Uhr: Russland hat das Asow-Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol nach ukrainischen Angaben mit Phosphorbomben beschossen. "Die Hölle ist auf die Erde gekommen. Zu Azovstal", schrieb der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram. Solche Brandbomben entzünden sich durch Kontakt mit Sauerstoff und richten verheerende Schäden an. Ihr Einsatz ist verboten. Die Angaben konnten nicht unabhängig bestätigt werden.

Andrjuschtschenko veröffentlichte dazu ein Video mit Luftaufnahmen, auf denen ein Feuerregen zu sehen ist, der auf das Stahlwerk niedergeht. Auf den zunächst nicht überprüfbaren Aufnahmen unklarer Herkunft war zudem Artilleriebeschuss der Industriezone zu sehen.

Zerstörung in Mariupol: Die Ukraine wirft Russland vor, Phosphorbomben eingesetzt zu haben.
Zerstörung in Mariupol: Die Ukraine wirft Russland vor, Phosphorbomben eingesetzt zu haben. (Quelle: Uncredited/AP/dpa-bilder)

Andrjuschtschenko veröffentlichte zudem Bilder, die Aufschriften auf Bomben zeigen. Demnach soll das russische Militär damit auf den Sieg der Ukraine beim Eurovision Song Contest (ESC) reagiert haben. Es war zunächst nicht klar, woher diese Fotos stammten. Auf den mutmaßlichen Bomben war demnach auf Russisch zu lesen: "Kalusha, wie gewünscht! Auf Asowstal" und auf Englisch "Help Mariupol – Help Azovstal right now" (auf Deutsch: Helft Mariupol – Helft Asowstal sofort) mit dem Datum 14. Mai. Der Sänger der beim ESC siegreichen Band Kalusha Orchestra hatte auf der Bühne in Turin diese Worte in einem Appell gesagt.

In Hasskommentaren war zu lesen, die Phosphorbomben seien der russische Gruß zum ESC-Sieg. Russische Medien berichteten in der Nacht zum Sonntag zwar von dem Sieg, anders als in den Vorjahren durfte das Staatsfernsehen die Show aber nicht zeigen. Russland ist wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine vom ESC ausgeschlossen.

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Großbritannien: Große Verluste bei russischen Bodentruppen

9.30 Uhr: Britische Militärgeheimdienste schätzen, dass Russland möglicherweise rund ein Drittel der im Februar für die Invasion der Ukraine aufgestellten Bodentruppen verloren hat. "Trotz kleiner anfänglicher Vorstöße hat Russland in den vergangenen Monaten keine substanziellen Territorialgewinne verzeichnet, während es kontinuierlich hohe Verluste hinnehmen musste", schrieb das britische Verteidigungsministerium auf Twitter.

Gouverneur: Raketenangriff auf Region Lwiw

7.20 Uhr: Am Sonntagmorgen hat es ukrainischen Behörden zufolge einen Raketenangriff in der Region Lwiw gegeben. Wie der dortige Gouverneur, Maxim Kosizki, auf dem Messengerdienst Telegram mitteilte, wurde militärische Infrastruktur getroffen. Ob dabei auch Menschen getötet oder verletzt wurden, sei noch unklar. Auch das Ausmaß der Zerstörungen müsse erst noch ermittelt werden. Lwiw liegt im Westen der Ukraine unweit der polnischen Grenze.

Großbritannien: Russische Offensive im Donbass stockt

7.53 Uhr: Britische Militärgeheimdienste sehen die russische Offensive im Donbass weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan. "Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist es unwahrscheinlich, dass Russland seinen Vorstoß in den kommenden 30 Tagen dramatisch beschleunigen kann", erklärte das britische Militär in seinem Lagebericht auf Twitter.

Außenminister der Ukraine: "Sie töten, vergewaltigen und zerstören"

7.01 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat sich skeptisch zu einem Waffenstillstand mit Russland geäußert. "Es gibt nichts Schlechtes an einem Waffenstillstand, wenn er der erste Schritt hin zu einer Lösung wäre, wo das ukrainische Staatsgebiet befreit wird", sagte Kuleba am Samstagabend in einem Interview mit Bild TV. "Wir werden uns aber nicht damit abfinden, dass es eine Teilabtrennung von Territorium gibt." Er hob hervor: "Wir sind bereit für Diplomatie, aber wir werden es nicht zulassen, dass Diplomatie einfach unser Leiden verlängert und die nächste Phase des Krieges einfach nur vertagt."

Die Deutschen rief Kuleba auf, die Folgen der Sanktionen gegen Russland in Kauf zu nehmen: "Manchmal ist es günstiger, einem anderen zu helfen und eine kurze Zeit der Entbehrung auszuhalten, anstatt zu Hause zu sitzen, fernzusehen und nichts zu machen, einfach zuzulassen, dass das Problem letztendlich an die eigene Tür klopft." Die Ukraine habe einen fairen Deal vorgeschlagen: "Gebt uns alles, was wir brauchen, und wir werden Russland einhegen und in der Ukraine besiegen, damit sie niemals bei euch an die Tür klopfen."

Dmytro Kuleba: Der ukrainische Außenminister hat sich skeptisch zu einem Waffenstillstand mit Russland geäußert.
Dmytro Kuleba: Der ukrainische Außenminister hat sich skeptisch zu einem Waffenstillstand mit Russland geäußert. (Quelle: photothek/imago-images-bilder)

Kuleba verurteilte zudem die russische Kriegsführung auf das Schärfste: "Was mich überrascht hat: Wie rücksichtslos sie sind, wie viele Grausamkeiten sie begehen. Sie können keinen fairen Krieg kämpfen und gewinnen, deswegen töten sie, vergewaltigen sie und zerstören sie." Kuleba fügte hinzu: "In der Ukraine nennen wir Russen nicht einmal Tiere, denn Tiere benehmen sich besser als Russen."

Gleichzeitig zeigte sich der ukrainische Außenminister siegesgewiss. Russlands Präsident Wladimir Putin habe sich verschätzt. "Er hat die Menschen in der Ukraine falsch eingeschätzt, und die Freunde, die weltweit an unserer Seite stehen."

Zerstörungen in Irpin: Der Angriffskrieg dauert nun bereits fast drei Monate.
Zerstörungen in Irpin: Der Angriffskrieg dauert nun bereits fast drei Monate. (Quelle: Ahmed Jadallah/Reuters-bilder)

Die Ereignisse der Nacht – ein Überblick

5.30 Uhr: In der Ukraine wird der Sieg gefeiert – beim ESC. Im Donbass gehen derweil die Kämpfe weiter. Prorussische Parteien werden bald verboten. Die Ukraine möchte kein Territorium bei einem Waffenstillstand hergeben.

So können Sie für die Ukraine spenden

Angesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier zeigen wir Ihnen eine Auswahl an Hilfsorganisationen.

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