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Ukraine-Krieg: "Mir wird schlecht" - Mutter des getöteten Journalisten meldet sich


Mutter des getöteten Journalisten: "Mir wird schlecht"


Aktualisiert am 01.06.2022Lesedauer: 2 Min.
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Der französische Journalist Frédéric Leclerc-Imhoff starb am Montag in der Ostukraine.Vergrößern des Bildes
Der französische Journalist Frédéric Leclerc-Imhoff starb am Montag in der Ostukraine. (Quelle: BFMTV/Reuters-bilder)

Nach dem Tod eines französischen Journalisten in der Ukraine wirft Russland ihm vor, ein "ausländischer Söldner" gewesen zu sein. Nun hat sich die Mutter des Mannes zu Wort gemeldet.

Frédéric Leclerc-Imhoff war erst 32 Jahre alt, als ihn Bombensplitter so schwer verletzten, dass er starb. Der junge Kameramann arbeitete für den französischen Privatsender BFMTV, war zum zweiten Mal seit Beginn des Krieges in der Ukraine unterwegs.

Gemeinsam mit einem Kollegen und einer Ortskraft begleitete er am Montag einen Hilfskonvoi in der Region Sjewjerodonezk, die aktuell massiv von der russischen Armee angegriffen wird. Der Bus mit den Journalisten wurde beschossen, sein Kollege wurde leicht verletzt, aber für Leclerc-Imhoff kam jede Hilfe zu spät. Er ist laut ukrainischen Angaben der achtzehnte Journalist, der in diesem Krieg ums Leben kam.

In Frankreich löste die Nachricht Trauer und Bestürzung aus. "Der Journalist Frédéric Leclerc-Imhoff war in der Ukraine, um die Realität des Krieges aufzuzeigen", schrieb der französische Präsident Emmanuel Macron auf Twitter. "An Bord eines humanitären Busses, zusammen mit Zivilisten, die gezwungen waren, vor den russischen Bomben zu fliehen, wurde er tödlich getroffen." Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi zeigte sich in einem Videostatement betroffen vom Tod des Journalisten, kondolierte den Angehörigen und den Kollegen.

Russland nutzt Tod für Propagandazwecke

Auch Russland reagierte umgehend. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass verbreitete den Kommentar des prorussischen Milizenführers Andrey Marochko, dessen Gruppe für den Angriff verantwortlich gemacht wird. Leclerc-Imhoff sei kein Journalist, sondern sei vielmehr an Waffenlieferungen an die ukrainische Armee beteiligt gewesen, behauptete dieser. "Man kann ihn mit Fug und Recht einen ausländischen Söldner nennen", höhnte Marochko weiter: "Und es ist absolut klar, dass er Komplize der rechten ukrainischen Truppen war."

Nun hat sich die Mutter von Leclerc-Imhoff zu Wort gemeldet. An die Adresse der Agentur Tass und an die Verantwortlichen der Attacke gerichtet, schreibt sie in einem Statement, das der Sender ihres Sohnes am Dienstagnachmittag verbreitete: "Ich bin die Mutter des jungen Journalisten, den Sie gestern getötet haben. Mir wird schlecht angesichts Ihrer Mitteilung. Natürlich versuchen Sie, sich reinzuwaschen. Aber nehmen Sie zur Kenntnis, dass es Ihnen niemals gelingen wird, die Erinnerung an ihn zu beschmutzen."

Ganz Frankreich würde das "professionelle und persönliche Engagement für die Demokratie, den menschlichen Respekt und vor allem für die freie, unparteiische und ehrliche Berichterstattung" ihres Sohnes kennen, so die Mutter weiter. Dann spricht sie Marochko noch einmal direkt an: "Alles Dinge, die weit von dem entfernt sind, was Sie antreibt."

Außenminister will wegen "Kriegsverbrechen" ermitteln

Leclerc-Imhoff arbeitete seit sechs Jahren für den Sender BFMTV. Er hatte am Institut für Journalismus in Bordeaux Aquitaine sein Diplom als Journalist erworben. Die neue französische Außenministerin Catherine Colonna bezeichnete den Anschlag als "doppeltes Verbrechen, das sowohl einen Hilfskonvoi als auch einen Journalisten zum Ziel hatte".

Sie kündigte an, eine Untersuchung wegen Kriegsverbrechen einleiten zu wollen. Colonna hielt sich in Kiew auf, als sie die Nachricht vom Tod des Journalisten erhielt. Sie war als erstes Mitglied der neuen französischen Regierung in die ukrainische Hauptstadt gereist.

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