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Annalena Baerbock: Offener Brief von Promis ist "naiv, verstörend, überheblich"


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Baerbock bezeichnet offenen Brief als "naiv, verstörend, überheblich"

Von dpa, rtr, t-online
Aktualisiert am 14.07.2022Lesedauer: 2 Min.
Außenministerin Baerbock: "Putin opfert sein eigenes Land. Ich frage mich, wie lange das so gehen kann."
Außenministerin Baerbock: "Putin opfert sein eigenes Land. Ich frage mich, wie lange das so gehen kann." (Quelle: photothek/imago-images-bilder)
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Verhandlungsmöglichkeiten mit Russland sieht Außenministerin Baerbock derzeit nicht. Von dem Brief einiger Prominenter zeigt sie sich irritiert.

Außenministerin Annalena Baerbock sieht nach viereinhalb Monaten Krieg gegen die Ukraine derzeit keine Möglichkeit auf Verhandlungen mit Russland. "Worüber kann man mit jemandem verhandeln, der nicht mal bereit ist, mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz humanitäre Korridore für die Flucht von Zivilisten zu vereinbaren?", fragte die Grünen-Politikerin im Gespräch mit dem Magazin "Stern". Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert seit Ende Februar an.

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Baerbock wies auch Forderungen nach einem sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen zurück, wie dies eine Reihe von deutschen Prominenten in einem offenen Brief verlangt hatten. "Als Ukrainer empfände ich den Brief als naiv, verstörend, überheblich", sagte sie. "Welches Recht hätte ausgerechnet eine deutsche Außenministerin, für die Ukraine zu entscheiden, welchen Teil ihres Landes sie bitte schön abgibt, wie viele Millionen ihrer Bürgerinnen und Bürger sich Russlands Herrschaft zu unterwerfen haben?"

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"Putin opfert sein eigenes Land"

Mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow hatte Baerbock nach eigenem Bekunden seit Kriegsbeginn keinen direkten Kontakt. Sie wünsche sich, sagen zu können: "Komm, Sergej, jetzt lass uns mal über den Frieden verhandeln." Sie bezweifle jedoch, dass Lawrow noch ein Mandat der russischen Führung habe. "Welche Rolle der russische Außenminister darin überhaupt spielt, ist fraglich", sagte die Außenministerin mit Blick auf Präsident Wladimir Putin.

Zudem könne niemand vorhersehen, ob sich in der russischen Regierung plötzlich die Machtverhältnisse ändern. "Autokratien können Zustimmung erpressen, aber sie können nicht verhindern, dass die Elite das Land verlässt", so Baerbock. "Putin opfert sein eigenes Land. Ich frage mich, wie lange das so gehen kann."

Lawrow und Baerbock waren beide vergangene Woche bei einem Treffen der G20-Außenminister führender und aufstrebender Wirtschaftsmächte auf Bali. Direkt nach seiner Rede verließ Lawrow allerdings den Sitzungssaal, ohne sich Baerbocks Antwort anzuhören.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters
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"Putin hat weder mir gedroht noch Deutschland"
  • Rahel Zahlmann
  • Arno Wölk
Von Rahel Zahlmann, Arno Wölk
Annalena BaerbockRusslandSergej LawrowUkraineWladimir Putin

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