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Umfrage: Das Vertrauen in den Kapitalismus schwindet


Internationale Politik
Das Vertrauen in den Kapitalismus schwindet

Von Gregor Peter Schmitz

Aktualisiert am 12.07.2012Lesedauer: 2 Min.
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Proteste der Occupy-Bewegung in DeutschlandVergrößern des Bildes
Proteste der Occupy-Bewegung in Deutschland (Quelle: dapd)

Rund um den Globus sorgen sich Bürger um den Zustand ihrer Volkswirtschaft, besagt eine neue weltweite Umfrage des renommierten Pew Research Center in Washington. Von rund 26.000 Befragten in 21 Staaten gibt lediglich rund jeder vierte (27 Prozent) an, mit der Wirtschaftslage in seiner Heimat zufrieden zu sein.

Nur vier Nationen scheren aus, allen voran China (83 Prozent Zufriedenheit) und Deutschland (73). Auch in Brasilien (65 Prozent) und der Türkei (57) herrscht Optimismus vor.

Krise des Kapitalismus-Modells

Im Vergleich zu einer ähnlichen Pew-Umfrage im Jahr 2008 - also vor dem Beginn der weltweiten Finanzkrise - ist der Vertrauensschwund frappierend. Dieser führt auch zu einer Krise des Kapitalismus-Modells. In elf der 21 untersuchten Staaten glaubt höchstens noch die Hälfte der Befragten, freie Marktwirtschaft führe zu mehr allgemeinem Wohlstand.

Besonders ausgeprägt ist dieser Vertrauensverlust in Nationen, die von der Euro-Krise stark betroffen sind - wie Italien (minus 23 Prozent) oder Spanien (minus 20). Dort ist auch der Rückhalt für die These, durch harte Arbeit lasse sich mehr Wohlstand erreichen, deutlich gesunken.

Pessimismus in den USA, Europa und Japan

So ergibt sich ein scharfer Gegensatz zwischen der eher optimistischen Stimmung in aufstrebenden Staaten wie China, Brasilien, Indien oder der Türkei - und einer pessimistischen Grundhaltung in den USA, Europa oder Japan. Weniger als ein Drittel der Amerikaner geben an, ihrer Volkswirtschaft ginge es derzeit gut. In Europa liegt dieser Wert im Schnitt nur bei 16 Prozent - in Japan ist er gar auf sieben Prozent gesunken.

Lediglich rund jeder zehnte Europäer oder Japaner glaubt zudem noch, dass es seinen Nachkommen leichtfallen werde, größeren Wohlstand oder besseren Verdienst zu erreichen. Zum Vergleich: 57 Prozent der Chinesen sind überzeugt, dass ihren Kindern sozialer Aufstieg ohne Probleme gelingen werde.

Kaum Glaube an Regierungen

Enttäuschte Bürger rund um den Globus verlieren in der Krise auch den Glauben an ihre Regierungen: In 16 der 21 an der Pew-Studie beteiligten Staaten macht die Mehrheit der Befragten ihre Politiker maßgeblich für die aktuelle wirtschaftliche Misere verantwortlich.

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