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Drei Anmerkungen zum Völkermord

Von t-online
Aktualisiert am 24.04.2015Lesedauer: 2 Min.
Auf dem Weg in den Tod: Armenier im Ersten Weltkrieg.
Auf dem Weg in den Tod: Armenier im Ersten Weltkrieg. (Quelle: dpa-bilder)
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Ein Kommentar von Christian Kreutzer zur Stellungnahme von Bundespräsident Joachim Gauck

Bis zu 1,5 Millionen armenische Menschen sind im Ersten Weltkrieg ermordet worden - vertrieben, ausgeraubt, vergewaltigt, verhungert, verdurstet, niedergemetzelt. Übrigens unter den Augen deutscher Offiziere, von denen viele für die Opfer christlichen Glaubens nur kalte Verachtung übrig hatten.

Jetzt - nach hundert Jahren - hat Berlin seine Haltung geändert. Damit ist leider nicht alles gesagt. Denn:

1.) Die "Einsicht" kommt viel zu spät.

2.) Die Bundesregierung hat den Völkermord an den Armeniern bislang nicht so genannt, um den Handelspartner Türkei nicht zu verärgern. Da musste erst Bundespräsident Gauck kommen - vom türkischen Premier Erdogan als "Pastor" verunglimpft - um das schändliche Spiel zu beenden. Das war natürlich richtig so.

3.) Bevor wir es vergessen: Deutschland hat buchstäblich eigene Leichen im Keller. Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts war nämlich nicht der an den Armeniern, wie Papst Franziskus irrtümlicherweise formulierte. Dieser erste Völkermord - das ist das Urteil vieler Historiker wie auch der Gesellschaft für bedrohte Völker - fand rund zehn Jahre früher statt: in Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia. Täter waren die deutschen Kolonialherren, Opfer die aufständischen Herero.

Deutschland hat dieses Verbrechen bis heute nicht als Völkermord anerkannt - wohl auch um Schadensersatzansprüche zu vermeiden. Als Helmut Kohl 1995 Namibia besuchte, weigerte er sich, Herero-Abgesandte zu treffen. Keine der folgenden Bundesregierungen - auch nicht die rot-grüne - hat daran etwas geändert.

Generell gilt: Wichtig sind angesichts von Massenmorden an Kindern, Frauen und Männern nicht die Geschäfte des kommenden Quartals. Wichtig ist auch nicht die Frage, ob man die Opfer finanziell entschädigen muss. Wichtig ist vielmehr, den Opfern kein "zweites Trauma" zuzumuten, das dadurch entsteht, dass man ihr Leid nicht einmal anerkennt.

Das gilt für die Türkei, das gilt für Deutschland, das gilt für alle.

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