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Nordkorea stoppt Atom- und Raketentests

Von afp
Aktualisiert am 21.04.2018Lesedauer: 3 Min.
Passanten verfolgen eine Nachrichtensendung in Seoul: Bringt die Ank├╝ndigung aus Pj├Ângjang den endg├╝ltigen Durchbruch f├╝r Frieden?
Passanten verfolgen eine Nachrichtensendung in Seoul: Bringt die Ank├╝ndigung aus Pj├Ângjang den endg├╝ltigen Durchbruch f├╝r Frieden? (Quelle: Ahn Young-joon/ap-bilder)
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Nach Jahren der milit├Ąrischen Muskelspiele und Drohgeb├Ąrden sendet Nordkorea ein spektakul├Ąres Signal der Entspannung. Es will alle Atom- und Raketentests einstellen. Ist der Weg f├╝r Frieden damit frei?

Nordkorea setzt ├╝berraschend seine Atomversuche und Tests mit Interkontinentalraketen aus. Das gab das Land im Vorfeld der Gipfeltreffen mit Vertretern S├╝dkoreas und der USA bekannt. Wie die Staatsmedien meldeten, teilte Machthaber Kim Jong-un die Entscheidung bei einer Sitzung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei mit. Er k├╝ndigte zudem die Schlie├čung einer Atomtestanlage an. W├Ąhrend die USA und S├╝dkorea die Ank├╝ndigung begr├╝├čten, reagierte Japan verhalten.


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Ab dem 21. April werde Nordkorea seine Atomtests und den Abschuss von Interkontinentalraketen einstellen, meldete die Nachrichtenagentur KCNA. "Der Norden wird eine Atomtestanlage im Norden des Landes schlie├čen, um seinen Willen zu demonstrieren, die Atomtests auszusetzen." Demnach handelt es sich um das Testgel├Ąnde in Punggye Ri.

Kim sagte laut KCNA, Nordkorea habe erfolgreich Atomwaffen entwickelt. Die Atomtestanlage habe damit "ihre Aufgabe erf├╝llt". Nordkorea sei nun ein m├Ąchtiges Land, "die gesamte Partei und das gesamte Land sollten sich nun auf die Entwicklung der sozialistischen Wirtschaft konzentrieren", sagte er. Dies sei die neue Strategie der Partei. Zuvor war die Doktrin gewesen, Milit├Ąr und Wirtschaft zeitgleich zu entwickeln.

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Sanktionen folgten auf Provokationen

Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren sein Atom- und Raketenprogramm massiv vorangetrieben und damit gegen UN-Resolutionen versto├čen. Die UNO, die USA, die EU und andere hatten mehrfach Sanktionen gegen Nordkorea verh├Ąngt, sogar das Verh├Ąltnis zum wichtigsten Verb├╝ndeten China k├╝hlte sich deutlich ab. Im vergangenen Jahr nahm Nordkorea seinen sechsten und bislang st├Ąrksten Atomtest vor und testete zudem Raketen, die US-Staatsgebiet treffen k├Ânnten. Seit November gab es keine Tests mehr.

Zu Jahresbeginn setzte schlie├člich diplomatisches Tauwetter zwischen Nord- und S├╝dkorea ein. Als j├╝ngsten Schritt der Ann├Ąherung schalteten die Nachbarstaaten am Freitag eine direkte Telefonverbindung zwischen ihren Staatschefs frei. Am Freitag kommender Woche wollen S├╝dkoreas Pr├Ąsident Moon Jae-in und Nordkoreas Machthaber Kim in der entmilitarisierten Zone zwischen beiden L├Ąndern zu einem historischen Gipfeltreffen zusammenkommen. Ende Mai oder Anfang Juni ist dann ein Treffen Kims mit US-Pr├Ąsident Donald Trump geplant.

Trump: "Sehr gute Nachricht f├╝r Nordkorea und die Welt"

US-Pr├Ąsident Donald Trump reagierte umgehend auf die Ank├╝ndigungen aus Nordkorea. "Das ist eine sehr gute Nachricht f├╝r Nordkorea und die Welt", schrieb der US-Pr├Ąsident auf Twitter. Er freue sich auf das gemeinsame Treffen mit Kim.

In Seoul sagte eine Sprecherin von Pr├Ąsident Moon, Nordkoreas Entscheidung sei ein "bedeutender Fortschritt f├╝r die nukleare Abr├╝stung der koreanischen Halbinsel". Sie werde sich "sehr positiv" auf die Atmosph├Ąre der geplanten Gipfeltreffen auswirken.

China bezeichnete die Ank├╝ndigung als einen Beitrag, "die Lage auf der koreanischen Halbinsel weiter zu entspannen". Der Sprecher des chinesischen Au├čenministeriums Lu Kang sagte in Peking, Kim trage dazu bei, "den Prozess der Entnuklearisierung und die Suche nach einer politischen L├Âsung zu bef├Ârdern". China werde Pj├Ângjang beim "Dialog und den Konsultationen" unterst├╝tzen.

Japans Regierung reagierte zur├╝ckhaltend auf die Ank├╝ndigung aus Pj├Ângjang. Regierungschef Shinzo Abe begr├╝├čte zwar den "Schritt nach vorn", k├╝ndigte aber an, "genau" zu beobachten, ob nachweisbar alle Raketen- und Atomwaffenentwicklungen eingestellt w├╝rden. Zuvor hatte sein Verteidigungsminister Itsunori Onodera erkl├Ąrt, Japan k├Ânne "nicht zufrieden sein", weil Nordkorea in der Ank├╝ndigung nicht seine Kurz- und Mittelstreckenraketen erw├Ąhnt habe.

Olympia brachte Ann├Ąherung in Gang

Trump und Kim hatten sich im vergangenen Jahr noch gegenseitig mit heftigen Verbalattacken und Drohungen ├╝berzogen. Die durch die Olympischen Winterspiele im s├╝dkoreanischen Pyeongchang ins Rollen gekommene Ann├Ąherung zwischen Nord- und S├╝dkorea wirkte sich jedoch auch m├Ą├čigend auf das Verh├Ąltnis zwischen Trump und Kim aus. Der US-Pr├Ąsident betonte aber immer wieder, weiter Druck auszu├╝ben, damit Nordkorea Schritte zur Abr├╝stung einleitet. Am Mittwoch drohte er, das Treffen mit Kim abzubrechen, sollte es "nicht ergiebig sein".

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Von Fabian Reinbold, Schloss Elmau
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