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Nordkorea und USA: Angeberwissen zum Kim-Trump-Gipfel in Singapur

Hoher Besuch in Singapur  

Angeberwissen zum Kim-Trump-Gipfel

11.06.2018, 16:29 Uhr | sth, dpa, t-online.de, AFP

Nordkorea und USA: Angeberwissen zum Kim-Trump-Gipfel in Singapur. Blick von der Insel Sentosa: Aussicht auf die Skyline des Geschäftsviertels von Singapur.  (Quelle: Reuters/Edgar Su)

Blick von der Insel Sentosa: Aussicht auf die Skyline des Geschäftsviertels von Singapur. (Quelle: Edgar Su/Reuters)

Wussten Sie, dass sich Donald Trump und Kim Jong Un am Dienstag auf der ehemaligen "Insel des Todes" treffen? Hier sind spannende Fakten zum Gipfeltreffen in Singapur. 

Das Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un findet auf einer Insel statt: Sentosa im Süden von Singapur. Doch das Eiland hat eine dunkle Vergangenheit. Diesn und andere interessante Fakten, hat t-online.de für Sie zusammengestellt.

"Sentosa" ist malaiisch und bedeutet übersetzt so viel wie "Ruhe" oder "Frieden". Doch die heutige Vergnügungsinsel hatte nicht immer so einen friedlichen Namen. Vor 1972 nannten sie die Einheimischen Pulau Belakang Mati. Das bedeutet so viel wie: die Insel, auf welcher der Tod von hinten kommt.

Sentosa: Damals Massenhinrichtungen, heute Golfplätze

Woher der Name kam, weiß niemand genau. Aber während des Zweiten Weltkriegs war dieser Name traurige Realität: Die japanischen Besatzer betrieben dort ein Lager für Kriegsgefangene. Am Strand fanden mehrfach Massenhinrichtungen statt.

Heute ist von dem Grauen auf Sentosa nichts mehr zu sehen. Stattdessen gibt es einen Vergnügungspark, ein 4D-Kino, einige der besten Golfplätze Asiens und weiße Sandstrände. Auch die Popstars Lady Gaga und Madonna waren schon auf der Insel.

Traumstrand auf Sentosa: Die Insel ist ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen. (Quelle: Reuters/Darren Whiteside)Traumstrand auf Sentosa: Die Insel ist ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen. (Quelle: Darren Whiteside/Reuters)

In diesen Punkten versteht Singapur keinen Spaß

  • Sauberkeit muss sein: Der Stadtstaat Singapur achtet penibel auf Ordnung und Sauberkeit. Einige Jahre lang waren sogar Kaugummis verboten. Sie dürfen bis heute nur eingeschränkt verkauft werden. Besonders drastisch ist Singapur in der Vergangenheit schon gegen ausländische Graffiti-Sprayer vorgegangen. Einige von ihnen wurden mit Stockschlägen und Gefängnis bestraft.
  • Todesstrafe wegen Drogenbesitzes: US-Präsident Donald Trump nimmt sich gerne ein Vorbild an Singapur, wenn es um Drogenpolitik geht. In dem Stadtstaat drohen auf Drogenbesitz und -handel drakonische Strafen – das gilt auch für Touristen. Wer mit mehr als 30 Gramm Kokain erwischt wird, muss mit dem Todesurteil rechnen. Und Singapur vollstreckt solche Urteile auch.
  • Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit: Einheimische Journalisten in Singapur können nicht frei berichten. Die Medien werden laut "Reporter Ohne Grenzen" autoritär gelenkt. Kritische Blogger und Journalisten würde man mit Verleumdungsklagen oder Vorwürfen wie "Störung der öffentlichen Ordnung" zum Schweigen bringen.

Verbotene Demonstration: Menschen protestieren in Hong Kong gegen Premierminister Lee Hsien Loong. Sie fordern die Freilassung eines Bloggers, der wegen einer geposteten Karikatur zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. (Archivfoto von 2015) (Quelle: Reuters/Tyrone Siu )Verbotene Demonstration: Menschen protestieren in Hong Kong gegen Premierminister Lee Hsien Loong. Sie fordern die Freilassung eines Bloggers, der wegen einer geposteten Karikatur zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. (Archivfoto von 2015) (Quelle: Tyrone Siu /Reuters)

Verzichtet Singapur auf Umweltschutz für Trump und Kim? 

Singapur wirbt gerne mit seiner glitzernden Skyline, von der Dutzende Hochhäuser in den Himmel ragen. Die Tourismusbehörde STB hatte nun offenbar eine glänzende Idee – auf Kosten der Umwelt. Bewohner und Gäste dieser Hochhäuser sollten offenbar vom 10. bis zum 13. Juni über Nacht das Licht anstellen. Die schriftliche Bitte dazu will eine Journalistin in ihrem Hotel entdeckt haben.

Ausblick auf die Marina Bay: Damit der besonders romantisch ist, sollen die Anwohner in der Nacht des Gipfels das Licht anlassen. (Archivfoto) (Quelle: Reuters/Edgar Su )Ausblick auf die Marina Bay: Damit der besonders romantisch ist, sollen die Anwohner in der Nacht des Gipfels das Licht anlassen. (Archivfoto) (Quelle: Edgar Su /Reuters)

Den angeblichen Aushang postete sie auf Twitter und schrieb: "Singapurs Tourismusverband ermutigt Mieter in der Marina Bay, während des Gipfels die Lichter anzuschalten, damit sie die Skyline während des Trump-Kim-Gipfels den internationalen Medien präsentieren können. Buchstäblich das Gegenteil von Tag der Erde". 

Gerichtet war der Zettel an die Mieter des Raffles-Gebäudes. Der Hinweis: Alle Büroleuchten sollten von 19 bis 6 Uhr an bleiben.

Doppelgänger von Trump und Kim irritieren Singapur 

Auch die Doppelgänger der echten Staatschefs spazieren durch die Stadt: Hand in Hand laufen "Donald Trump" und "Kim Jong Um" durch Singapur. Gemeinsam posierten der US-Amerikaner Dennis Alan (Trump) und der Australier "Howard X" (Kim) an der Hafenpromenade. Der Australier tritt oft als Kim Jong Um auf – mit "m" am Ende.

Doppelgänger: Howard (li.) und Dennis Alan (re.) posieren als Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur. (Quelle: Reuters/Edgar Su )Doppelgänger: Howard (li.) und Dennis Alan (re.) posieren als Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur. (Quelle: Edgar Su /Reuters)

Für den Gipfel, der offiziell am Dienstag beginnen soll, gab der Trump-Doppelgänger Nordkoreas tatsächlichem Machthaber auch einen Ratschlag mit auf den Weg. "Ich würde Kim Jong Un empfehlen, dieses historische Treffen dazu zu nutzen, die Welt zu einem sicheren Platz für alle Völker und Nationen zu machen", sagte Alan der "Deutschen Presse-Agentur" (dpa). Bis zum Gipfel wollen die beiden noch mehrfach gemeinsam auftreten. In die Nähe des echten US-Präsidenten und seines nordkoreanischen Gesprächspartners dürfen sie aber nicht.

Der Kim-Doppelgänger hatte zuvor bei der Einreise einige Probleme. Der Australier berichtete, dass er auf dem Flughafen von der Einwanderungsbehörde zwei Stunden lang festgehalten worden sei. "Man hat mich in einen Raum gebracht, festgehalten und zwei Stunden lang verhört." Schließlich durfte er aber doch einreisen.

Doppelgänger von Kim Jong Un und Donald Trump in Singapur (Quelle: dpa/Wong Maye-E/AP)Die Doppelgänger von Kim Jong Un und Donald Trump in Singapur posieren für Fotos. Den Regierungschefs müssen sie fern bleiben. (Quelle: Wong Maye-E/AP/dpa)

Singapur ändert Speisekarten für den Gipfel

Selten war das weltweite Interesse an Singapur so groß. Von dem Treffen, das in die Geschichte eingehen könnte, wollen auch Restaurants, Bars und Cafés profitieren. Darum haben einige von ihnen sogar die Speisekarte geändert. In Singapur gibt es in diesen Tagen "Trump-Kim-Specials".

Das Restaurant "Harmony" erfand zum Beispiel eine neue Version des nationalen Reisgerichts Nasi Lemak. Die amerikanische Version wird einfach mit Rindfleisch aus den USA zubereitet. Beim Mexikaner "Lucha Loco" gibt es sogar einen Taco "El Trumpo" ("Der Trump") und einen Taco "El Hombre Cohete" ("Der Raketenmann").

Beim Mexikaner "Lucha Loco" gibt es den Taco "El Trumpo" ("Der Trump") und einen Taco "El Hombre Cohete" ("Der Raketenmann"). (Quelle: Reuters/Feline Lim)Beim Mexikaner "Lucha Loco" gibt es den Taco "El Trumpo" ("Der Trump") und einen Taco "El Hombre Cohete" ("Der Raketenmann"). (Quelle: Feline Lim/Reuters)

Cocktails "Trump" und "Kim" für 8 Euro

Was Getränke angeht, beweisen in Singapur vor allem die Barleute Fantasie. In der Szenebar "Hopheads" gibt es eigens für die neuen Partner einen Drink namens "Bromance" auf der Basis von Diät-Cola und dem koreanischen Reisschnaps Soju. "Wir haben versucht, die Lieblingsdrinks der beiden zusammenzubringen", sagte Geschäftsführer Carlo Ibanez der "dpa".

Die "Escobar" – eine andere Bar in der Heimatstadt des "Singapore Sling" hat nun zwei Cocktails namens "Trump" und "Kim" auf der Karte, beide zum Preis von 12,60 Singapur-Dollar (etwa 8 Euro). Der eine Drink ist auf der Grundlage von Bourbon-Whiskey gemixt, der andere wieder auf der Basis von Soju.

Die "Escobar" bietet zwei Cocktails namens "Trump" und "Kim". Es gibt aber auch USA- und Nordkorea-Shots.  (Quelle: Reuters/Edgar Su)Die "Escobar" bietet zwei Cocktails namens "Trump" und "Kim". Es gibt aber auch USA- und Nordkorea-Shots. (Quelle: Edgar Su/Reuters)

Ex-Basketball-Profi Dennis Rodman drückt die Daumen

Der ehemalige Basketball-Star Dennis Rodman reist anlässlich des Gipfeltreffens nach Singapur. Das schrieb Rodman am vergangenen Freitag auf Twitter. Er werde seinen Freunden Donald Trump und Kim Jong Un jegliche Unterstützung geben, die notwendig sei.

Rodman gehört allerdings nicht zur offiziellen amerikanischen Delegation. Trump hatte am Donnerstag erklärt, Rodman sei kein Teil der Verhandlungen. Er sei auch nicht zu dem Gipfeltreffen eingeladen worden, fügte der Präsident hinzu.

Dennis Rodman ist in den vergangenen Jahren mehrmals nach Nordkorea gereist und hat sich mit Machthaber Kim Jong Un angefreundet. 

Dennis Rodman hat Kim Jong Un auch schon in Pjöngjang besucht. (Archivfoto) (Quelle: Reuters/KCNA)Dennis Rodman hat Kim Jong Un auch schon in Pjöngjang besucht. (Archivfoto) (Quelle: KCNA/Reuters)

Auch zu Trump hatte er in der Vergangenheit Verbindungen: Er nahm an seiner Show "Celebrity Apprentice" teil.

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