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Schlechte Qualität: Polen nimmt russisches Öl nicht ab – Deutschland betroffen

Auch Deutschland betroffen  

Qualität zu schlecht: Polen nimmt russisches Öl nicht ab

25.04.2019, 15:49 Uhr | rtr

Schlechte Qualität: Polen nimmt russisches Öl nicht ab – Deutschland betroffen. Druschba: Die Pipeline in Russland liefert laut Polen qualitativ schlechtes Öl. (Quelle: imago images/Itar-Tass)

Druschba: Die Pipeline in Russland liefert laut Polen qualitativ schlechtes Öl. (Quelle: Itar-Tass/imago images)

Polen bemängelt die Qualität des russischen Öls aus einer großen Pipeline – deshalb lehnt das Land die Annahme derzeit ab. Darunter leidet nun auch Deutschland. 

Polen verweigert wegen schlechter Qualität die Annahme von russischem Öl aus einer wichtigen Pipeline und beeinträchtigt damit auch die Versorgung in Deutschland. Die weißrussische Nachrichtenagentur Beta berichtete, Polen nehme Öl aus der über weißrussisches Gebiet laufenden Röhre "Druschba" seit Mittwochabend nicht mehr ab.

Grund sei ein zu hoher Anteil von organischem Chlorid in dem Rohstoff. Fließt das Öl von Polen aus nicht mehr, gelangt es auch nicht weiter Richtung Westen. Händler großer Ölkonzerne, die Raffinerien in Deutschland haben, bestätigten dies: Die Versorgung über die noch von der Sowjetunion gebauten "Druschba" ("Freundschaft") sei gestoppt.

Täglich 160 Millionen Liter Öl

Eine Annahmeverweigerung ist in der Branche äußerst selten. Händler sagten, der letzte Fall mit einer Verunreinigung von russischem Öl liege rund zehn Jahre zurück. Sie schließen gleichwohl nicht aus, dass Käufer aus dem Westen nun von russischer Seite Schadenersatz verlangen könnten. Durch die Röhre können pro Tag bis zu knapp 160 Millionen Liter Öl fließen. Das entspricht ein Prozent der weltweiten Nachfrage.

Händlern großer Ölkonzerne zufolge wurden in dem jetzt bemängelten Öl Konzentrationen von 150 bis 300 ppm (1 ppm = 0,0001 Prozent) organischem Chlorid gemessen. Üblich sind nur ein bis drei ppm, maximal dürfen es zehn ppm sein. Organisches Chlorid wird bei der Ölförderung eingesetzt. Es muss aber vor dem Transport wieder herausgefiltert werden, weil es bestimmte Teile in den Öl-Raffinerien zerstören kann.

Problem schnellstmöglich in den Griff bekommen

Das russische Energieministerium erklärte, der Pipeline-Betreiber Transneft versuche, das Problem schnellstmöglich in den Griff zu bekommen. Es wird vermutet, dass ein bislang nicht bekannter russischer Ölproduzent dafür verantwortlich ist.
 

 
Einen Öl-Engpass wird es hierzulande laut Experten aber nicht geben. Deutschland habe eine weit verzweigte Logistikkette. Zudem seien die Öllager wegen der eher milden Witterung gut gefüllt. Erst bei einem Lieferausfall über viele Wochen könnten sich Probleme einstellen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur rtr

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